in frogg hall

1
Mai
2008

Urlaubsbilanz

Nach drei Monaten Urlaub fühle ich mich wieder mehr wie ein Mensch als wie ein angedörrtes Nachtschattengewächs. Ich habe mir fest vorgenommen, dafür zu sorgen, dass es auch so bleibt.

8
Apr
2008

Ein grosser Moment

Vor rund einer halben Stunde habe ich den ersten Entwurf meines Krimis fertiggestellt.

Aber gratuliert jetzt lieber noch nicht. Ian Rankin macht bei seinen Büchern sechs Entwürfe (!!!) Und ich weiss immerhin schon, dass meine Arbeit, glaube ich, eben erst begonnen hat.

Aber dennoch: So weit bin ich noch nie mit einer so langen Geschichte gekommen. 96 Seiten...

6
Mrz
2008

Eine Seite füllen

Endlich weiss ich, wie es ist, an einem Buch zu arbeiten. Es ist... nein, ich kann es gar nicht beschreiben. Ich lasse ausnahmsweise einen Könner sprechen:

"Man steht morgens voller Angst auf, weil man keine Ahnung hat, wie man eine bestimmte Szene schreiben soll. Am Abend hat man eine Seite gefüllt und fühlt sich grossartig*. Nicht wegen dessen, was in der Szene geschieht, sondern, weil man diese eine Seite geschafft hat." (Philip Roth im TagiMagi vom 8. Februar).

* Ich muss allerdings sagen, dass ich mich am Abend nicht immer grossartig fühle. Manchmal fühle ich mich auch einfach hundemüde. Oder von mindestens vier Sorten Zweifeln sowieso ihren Unter-, Seiten- und Nebenzweifeln zernagt. Und ich verstehe endlich Hunter S. Thompson's Bemerkung über Schreiben und Sex.

Aber manchmal, doch, manchmal fühle ich mich am Abend grossartig. Oder jedenfalls gar nicht so schlecht.

7
Feb
2008

Krimi oder Blog?

Dank meinem Urlaub, das wusste ich schon letzte Woche, würde ich endlich Zeit zum Schreiben haben. Aber was sollte ich schreiben? Sollte ich endlich an meinem Krimi weiterbasteln? Oder sollte ich an meinen Blog-Projekten arbeiten? Ich fühlte mich hin- und hergerissen wie Susan Mayer aus "Desperate Housewives" zwischen ihren zwei Ehemännern in spe: Hier Mike, der geheimnisumwitterte Klempner mit den einschlägigen Vorstrafen, den sie schon lange liebt. Dort Ian der kluge, witzige und steinreiche Verleger, der sich irgendwie in ihr Leben gedrängt hat.
Hier der Krimi, an dem ich seit anderthalb Jahren nage. Wobei mich immer wieder Hörstürze und Arztbesuche von der Arbeit abgehalten haben. Im Grunde ein hoffnungsloses Projekt, sagt Buchautor T. Ich wäre nie fleissig genug, ein Buch zu schreiben, sagt er.
Da meine Blogs, auf die ich ganz süchtig bin. Aber ehrlich: Kann einen so etwas wie bloggen drei Monate lang ausfüllen? „Nur bloggen?“ sagte Herr T. neulich „Da würdest Du Deinen wertvollen Urlaub aber sehr ineffizient nutzen!“
Und er hat recht. Und doch…
Nun ja. Am letzten Freitag hatte ich dann endlich die Inspiration, die ich brauchte: Beim Aufstehen nach dem Mittagsschläfchen vor meiner letzten Spätschicht sah ich das Wauwilermoos vor mir. Eine Landschaft so flach und melancholisch wie der Boden einer alten Bratpfanne. Eine Landschaft, deren Geschichte in meinem Krimi eine zentrale Rolle spielt. Und ich wusste: Ich will dorthin zurück.
Deshalb mache ich jetzt gerade beides: Ich arbeite an meinen Blogprojekten und meinem Krimi.

5
Feb
2008

Richtig Urlaub

Freunde, die Frogg hat Urlaub. Ich meine: richtig Urlaub, drei Monate lang. Dies hier ist der zweite Tag. Wieso man drei Monate Urlaub macht, wenn man keine Weltreise oder wenigstens einen, zwei Monate trampen in Patagonien vorhat? Nun: Nach den Hörstürzen im letzten Herbst hatte ich Panik. Ich war kaputt. Ich wusste: Ich muss etwas tun. Mit heftigem Cortisonherzklopfen ging ich zum Chef und bat um eine Auszeit. Um mich einmal richtig zu regenerieren. Um herauszufinden, wie es mit meinem Leben weitergehen soll.
Mein Chef sagte ja, und hier bin ich also und habe Urlaub. Alles ganz wunderbar. Es geht mir gut.

Nur ein kleines Problem hat die gute Frogg: Sie hat das Gefühl, dass jetzt etwas wirklich Tolles passieren muss. Eine Veränderung. Eine Erleuchtung. Irgend so etwas.

1
Feb
2008

Fasnacht: Tim der Bär

Bevor Veronika gestern zum Fasnachtsumzug ging, ist sie mit den Kindern zu mir zum Mittagessen gekommen. Schliesslich ist ihr Kleinerer, Tim (bald 3), mein Göttibub, und ich soll sehen, wie er sich als Bär macht.

So schöpfe ich allen Reis und Sauce und schaue Veronika zu, wie sie Lisa Sirup eingiesst und dafür sorgt, dass sich Tim nicht schon wieder die Bärenschminke wegwischt. Ich schaue die Fasnachtsgwändli an, die die Kinder auf den Boden geworfen haben, und ganz langsam zieht denke ich etwas höchst Merkwürdiges: dass das Älterwerden wird leichter wird, wenn man weiss, dass allmählich eine Generation nachwächst, die uns so vieles abnehmen wird. Zum Beispiel die Fasnacht.

3
Dez
2007

Schweizer Hit

Soeben ist "Dr Schacher Seppli" von Ruedi Rymann am Schweizer Fernsehen zum grössten Schweizer Hit gekürt worden. Da kann es die Frogg nicht lassen, Euch ihr eigenes Werklein über diesen offenbar unverwüstlichen Song zu kredenzen. Hier.

25
Jul
2007

Potter hinter Schloss & Riegel

Im Hause Frogg herrscht ein eigentlicher Potter-Kult: Wenn ein neuer Band auf Englisch erscheint, kaufe ich ihn jeweils früh und lese ihn dem Herrn T. vor. Wir haben schon am letzten Samstag angefangen und sind bei Chapter 18. Dafür ruhen all unsere anderen abendlichen Tätigkeiten. Sprich: Wir sehen viel weniger fern, und ich blogge noch weniger. Nun ja. Es ist Sommer. Sowieso niemand da. Und es ist der letzte Harry Potter. Man muss ihn geniessen.

Nur, unser Kult hat seine Schwächen: Ich bin schon ein bisschen heiser, und Herr T. droht, mir über Nacht MEIN Harry Potter-Buch wegzulesen. Heute Abend habe ich Abenddienst. Ich werde das Buch in meinem Zimmer einschliessen müssen.

Wie ich den Wälzer finde? Das lasse ich Euch später wissen.

Immerhin habe ich ab und zu ein wenig Zeit, philologische Potter-Studien zu treiben. So bin ich der Frage nachgegangen, an wen Rowling dachte, als sie den Namen Bathilda Bagshot erfand. Ich kam auf Walter Bagehot. An eminent man in politics und ein Mann mit Witz.

23
Sep
2006

Abidjan

Die abgewiesenen Flüchtlingsfamilien von Frösch verbringen ihre Zeit in einer Unterkunft neben der Kehrichtverbrennung. Bevor sie ausreisen, natürlich. Sie bekommen Nothilfe, 5 Franken im Tag.

Naja, sagt der Tiger, das ist immer noch besser, als neben den Kehrichthaufen von Abidjan zu leben und gar nichts zu bekommen, oder?

9
Sep
2006

Blut spenden

Eben habe ich beim Aufräumen meinen Blutspendender-Ausweis gefunden. 0 Rh neg. C-D-E steht da drauf. Ich weiss noch, wie sich der junge Mediziner überschlug, der mir meine Blutgruppe erklärte. Ich solle möglichst oft Blut spenden, wurde er nicht müde mir zu raten. Meine Blutgruppe sei besonderes selten und besonders wertvoll. Weil man mein Blut jedem geben könne.

Ehrlich gesagt: Ich habe 1989 zum letzten Mal Blut gespendet. Damals war ich 24 und wir hatten einen HIV-positiven Mitbewohner in meiner WG. Wenn der Hühnchenknochen für seinen Hund zurechtschnitt, dann schnitt er sich auch mal in den Finger. Mir wurde fast schlecht vor Angst, ich könnte mich oder jemand anderen mit meiner Blutspende angesteckt haben, als ich damals mein Blut ins Tütchen fliessen sah.

Natürlich war ich bloss ein bisschen hysterisch.

Aber ich bin später nie mehr Blut spenden gegangen.

Jetzt habe ich auch eine gute Entschuldigung: Wer zwischen 1985 und 1986 während mehr als zwei Monaten in England war, sollte nicht Blut spenden gehen, hat das Bundesamt für Gesundheit einmal erklärt. Wegen des Rinderwahns. Ich war vom August 1985 bis zum Juli 1986 die ganze Zeit in England.

Ich bin richtig froh um diese Ausrede.
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