2
Feb
2009

Sie ist 35

Endlich habe sie einen Mann gefunden, den sie liebe, sagt sie. "Wir lieben uns", sagt sie und ihr Gesicht wird weich und hell dabei.

Jetzt will sie ein Kind.

Nur: Er weiss nicht, ob er auch eins will. Er hat schon zwei. Aus einer früheren Ehe.

"Neulich hat er sogar gesagt, er wolle ganz sicher keine mehr!" sagt sie. Sie aber will ein Kind. Sie hat schon alles geplant. Sie sieht überall Frauen mit runden Bäuchen.

"Jetzt weiss ich nicht, was ich tun soll", sagt sie. "Ich meine: Ich bin 35. Wer weiss, ob ich überhaupt noch einen Mann finde, den ich liebe. Mit dem ich etwas Gemeinsames aufbauen kann. Soll ich jetzt einfach auf das Kind verzichten?"

Ich kenne sie kaum und bin völlig verblüfft, dass sie mir das alles erzählt. Ich bin 43 und ich möchte ihr zurufen: "Lieb doch den Mann! Fordere nichts von ihm, was er nicht einlösen kann! Freu Dich über die Liebe. Das ist genug!"

Aber ich habe gut reden. Ich habe die Kinderfrage schon lange abgehakt. Ich habe mir auch nie besonders heftig ein Kind gewünscht.

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Trackbacks zu diesem Beitrag

wuestenfuchs.twoday.net - 9. Feb, 21:14

Gründe für Kinder

Das ist ein Thema über das ich... [weiter]
wuestenfuchs.twoday.net - 9. Feb, 21:15

Gründe für Kinder

Das ist ein Thema über das ich... [weiter]
wuestenfuchs.twoday.net - 9. Feb, 21:19

Gründe für Kinder

Das ist ein Thema über das ich... [weiter]
acqua - 2. Feb, 21:50

Ach ja...

Worauf hat man ein Anrecht im Leben? Hat man ein Anrecht auf Liebe? Oder eines auf Kinder? Warum nur "oder"? Hat man nicht sogar Anrecht auf Liebe und Kinder? Hat man ein Anrecht auf Glück?

diefrogg - 2. Feb, 22:19

Schön wärs ja, wenn es...

ein Gericht gäbe, wo wir unseren Anspruch auf Glück einklagen könnten! Liebe, Kinder, Geld... Ich fürchte aber, die Fälle nicht eingetretenen Glücks aus Westeuropa und Nordamerika würden dort eher nicht so prioritär behandelt.

An seinem Glück kann man aber arbeiten, finde ich. Zum Beispiel, indem man herausfindet, was einen glücklich macht. Und dann relativ kühl kalkuliert, wie man sich verhalten muss, damit man möglichst viel davon bekommt. Und manchmal hat Glück vielleicht auch einfach damit zu tun, dass man annimmt, was da ist und vom Leben nicht immer noch mehr fordert.

Aber eben... Es gibt Leute, die ein ausgesprochenes Talent zum Unglücklichsein haben. Ich würde mich, ehrlich gesagt, aus dieser Spezies nicht gänzlich ausnehmen.
acqua - 2. Feb, 22:22

Zum Glück gibt es kein Gericht, das das Glück auf der Welt gerecht verteilt! Da sähen wir schön alt aus.

Ich gehe jetzt eben halt malen, habe eine Katze und Patenkinder...
creature - 2. Feb, 23:46

wenn man mit beiden beinen auf der erde steht, so bewußt wie nur möglich die augenblicke seines lebens wahrnimmt (auskostet) und jenseits von gut/schlecht denken kann, erfüllen sich wünsche die man sich noch nicht mal erträumt hat.
das es stimmt hab ich schon erfahren, das es mir nicht immer gelingt muß ich auch zur kenntnis nehmen, aber ich bleib dran, mehr gibts nicht zu tun, und der spruch, "alles wird gut" stimmt, auch wenns oft von aussen betrachtet nicht so aussieht!
steppenhund - 3. Feb, 01:01

Ich sekundiere creature. Ich denke da ganz genauso.
katiza - 3. Feb, 09:08

@creature@steppenhund: Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde die Dritte - ich schließ mich dem an.
diefrogg - 3. Feb, 10:46

Zu dumm....

dass in diesen Dreierbündnissen nie ein Vierter vorgesen ist ;) Sonst würde ich mich ebenfalls anschliessen...
creature - 3. Feb, 11:11

kein problem, warte bis noch jemand kommt sodaß es 5 sind, eine ungerade zahl muß es sein...;)
diefrogg - 3. Feb, 17:23

Okay, warten wir...

noch ein bisschen! Und sonst kann ich ja immer noch anfangen, wie verrückt mit Euch zu streiten. Ich werde dann zur radikalen Ansicht greifen, dass das alles esoterisches Zeugs sei!
creature - 3. Feb, 17:56

nur los, gedanken sind frei!
Hoffende - 2. Feb, 21:51

Torschlusspanik. Mit 35 soll das vorkommen.
Mir geht's wie dir - bin glücklich ohne Kind und vermisse nichts.

diefrogg - 2. Feb, 22:00

Ja, ich weiss...

eigentlich keine sehr aussergewöhnliche Geschichte. Und doch hat sie mich verblüfft. Übrigens würde ich nicht sagen, dass ich nichts vermisse. Aber das ist eine andere Geschichte ;)
steppenhund - 3. Feb, 01:10

Schwierig, schwierig!!!
"Ich will ein Kind!"
Also wenn schon, dann zwei doer vielleicht auch drei. Warum möchte man ein Kind?
"Ich will Kinder" könnte ich als Mann, der schon Kinder hat, eher akzeptieren als den Wunsch nach einem Kind. Spielt das dann nur eine "Rolle", liefert es die "Erfahrung" des Mutterseins? Ist der Frau klar, wie sehr ein Kind die Beziehung belastet. Bei Menschen, die leicht mit anderen Partnern auskommen, funktioniert die Partnerschaft trotz Kind. Aber bei jemandem, der erst mit 35 einen Partner findet, der "endlich" liebenswert ist, hege ich Sorgen, dass die Liebesbeziehung zu stark strapaziert wird, vor allem wenn der Mann keines mehr will.
Übrigens spielt in dieser Frage auch noch das Alter des Mannes und seiner bereits vorhandenen Kinder eine Rolle. Er könnte auch meinen, dass er seinen Kindern etwas vorenthält, wenn er zusätzliche Kinder aufzieht. Die Liebe ist schon nicht mehr bei der Mama, da werden die neuen Kinder auch noch den Papa weiter von den ersten Kindern entfernen. So könnte ich z.B. denken.
Vielleicht ist das aber auch alles ganz anders...

diefrogg - 3. Feb, 10:22

Wie es genau ist...

weiss ich natürlich auch nicht (und wenn ichs wüsste, würde ich's Euch nicht erzählen).
Dass man als Frau ein Kind (und nicht a priori mehrere) möchte, kann ich schon nachvollziehen. Manche Frauen sehnen sich wohl nach der starken emotionalen Bindung, die man nur zu einem eigenen Kind haben kann (vermute ich als Kinderlose mal). Aber da empfinden Männer wahrscheinlich anders.

Ausserdem: Wenn man als Mutter in gewissen Berufen tätig bleiben will, dann liegt nun mal maximal ein Kind drin. Maximal.
steppenhund - 3. Feb, 10:28

Sie haben es auf den Punkt gebracht: "Die Sehnsucht nach der starken emotionalen Bindung". (Ich kann natürlich verstehen, dass die Bindung zu Kindern etwas ganz Außergewöhnliches darstellt, und vielleicht empfinden das Mütter noch stärker. Aber der Wunsch danach darf doch nicht der Grund sein, ein Kind haben zu wollen, es sei denn, frau ist dann auch bereit, es allein aufzuziehen und es kommt gar nicht auf den Vater an.
diefrogg - 3. Feb, 17:22

Ähm... da verstehe ich jetzt

gleich zwei Aussagen nicht ganz..
1) Warum darf ein starker Kinderwunsch nicht der Grund sein, ein Kind haben zu wollen?
2) Wieso sollte eine Frau mit starkem Kinderwunsch nicht auch einen Partner wollen?
steppenhund - 3. Feb, 19:28

@diefrogg

1) Wenn der Kinderwunsch der nach besonders starken emotionalen Bindung ist, wünscht frau sich ja kein Kind sondern das Objekt, von dem sie meint, dass es automatisch zu Gegenstand dieser starken emotionalen Bindung wird.
Es ist so, als möchte ich verliebt sein, weil mir das Stadium des Verliebtseins so gefällt und nicht der Partner als Objekt der Liebe.
2) Kind ist eines, Partner ist ein zweites - oder auch umgekehrt.
Die Liebe zu einem Partner kann Kinder einschließen, muss sie aber nicht. Wie sieht das denn z.B. mit einem unfruchtbaren Partner aus. Scheidet der dann als möglicher Partner aus, oder wird man dann Kinder adoptieren oder eine andere Möglichkeit suchen?
In einer guten Beziehung liegt der Wunsch nach Kindern ja recht nahe. Wenn der eine Partner nicht will, der andere aber unbedingt, wird das vermutlich auf die Dauer als sehr belastend empfunden werden.
Es ist sehr schwer, für eine Frau ein Kind allein aufzuziehen, - übrigens auch für einen Mann, wenn z.B. die Frau nicht mehr da ist - aber es ist machbar und ich kenne einige Personen in meinem Bekanntenkreis, die das hervorragend geschafft haben. Die komplette Familie ist also nicht notwendig, wenn auch in fast allen Fällen besser. Kinder von Eltern, wo der Mann säuft, sind auch irgendwann besser dran, wenn sich die Frau vom Mann trennt. Ich kenne übrigens einen Fall, da war die Geschlechterrolle gerade umgekehrt.
Was ich also sagen will: wenn der Kinderwunsch so mächtig ist und der entsprechende Partner sich dazu nicht überreden lassen will, wird es zu einer Entscheidung kommen müssen. Und da kann man dann nicht sagen: ich will beides.
diefrogg - 3. Feb, 22:01

Ihre erste...

These klingt in der Theorie sehr einleuchtend, muss ich sagen. In der Praxis aber stelle ich mir vor, dass gerade die emotionale Bindung zum Kind (so sie denn entsteht!) dazu beitragen kann, dass die Frau eine gute Mutter wird: eine, die ihr Kind annimmt, liebt und erfasst, was es braucht. Jedenfalls sehe ich nicht ein, wieso die Natur den Kinderwunsch bei Frauen eingerichtet haben sollte, wenn gerade Frauen mit heftigem Kinderwunsch keine Kinder haben sollten.
Was Ihre zweite These betrifft: Ja, da haben Sie völlig Recht. Es wird zu einer Entscheidung kommen müssen. Das ist genau das Dilemma meiner Bekannten.
steppenhund - 3. Feb, 22:35

Dass sich das Verhalten einer Mutter ändert, wenn das Kind einmal da ist, habe ich auch schon oft erlebt. Am nettesten war das ja bei Frau Columbo, die eigentlich keine Kinder haben wollte und sich dann zur Traummutter entwickelt hat, was sich heute nach rund dreißig Jahren in der Realität betrachten lässt. Wir hatten es damals ein bisschen drauf ankommen lassen. (Aufpassen aber halt nicht tierisch ernst, - und im Urlaub verschiebt sich schon mal der Zyklus;)
walküre - 4. Feb, 13:03

Auweh. Frau Frogg, eine emotionale Bindung zum Kind ist, wenn das Kind dabei - wie der Steppenhund angesprochen hat - zum Objekt wird, eine äußerst niederträchtige Sache, die gerne dazu führt, dass Kinder ihr Leben lang unter Dankbarkeitsdruck gesetzt werden. Mutter- und Elternliebe MUSS sehr wandlungsfähig sein, sonst versucht man automatisch, das Kind ein Leben lang auf Kleinkindstatus zu halten. Beinhart formuliert: Wer nicht loslassen kann, sollte keine Kinder bekommen. Wer glaubt, dass er mit einem Kind endlich jemanden hat, der ihn bedingungslos zurückliebt, ebenfalls nicht. Ich kenne ein paar Fälle recht gut, in denen Kinder mit "Liebe" (unter Anführungszeichen deshalb, weil mehr oder weniger unterschwellig stets Gegenleistungen in Form von Präsenz, ewiger Dankbarkeit usw. erwartet wurden) zugeschüttet wurden und letztlich nur räumlich und/oder menschlich auf Distanz gehen konnten, um diesem enormen (Erwartungs)druck zu entkommen.

Liebe ist, jemanden so annehmen, wie er ist. Ich fürchte, Ihre Bekannte wird mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern, weil sie offensichtlich ihren Partner nicht so annehmen kann, wie er ist, und wenn sie doch ein Kind bekommen solte, wird sie ihr blaues Wunder erleben, wenn sich die Nebel der Sentimentalität lichten und sie feststellt, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind.
creature - 4. Feb, 13:11

@walküre, der spruch meiner mutter, "kinder sind undankbar" habe ich bis heute nicht vergessen.
du hast so recht, ich sehe wie die mutter meines sohnes, der nun bereits 21 ist, sich schwertut loszulassen, er ist total wortkarg ihr gegenüber und sie kommt mit all ihrer emotionalität daher, umso mehr mauert er!
diefrogg - 4. Feb, 13:17

@Frau Walküre

Also das wird mir jetzt wirklich zu bunt! Unterstellen Sie jetzt tatsächlich einer Frau, die noch nicht mal schwanger ist, dass sie ihr Kind nicht wird loslassen können!!!?!!! Einer Frau, die weder Sie noch ich besonders gut kennen?!!?? Das ist nicht mal niederträchtig, das ist einfach nur undifferenziert und macht mich wirklich sauer!
walküre - 4. Feb, 13:28

SIE will ein Kind. SIE sehnt sich nach der starken emotionalen Bindung zu einem Kind. Das haben SIE geschrieben. Weiters steht oben, dass ihr Partner KEIN Kind mehr will. Sie kann ja nicht einmal den Nicht-Kinderwunsch ihres Partners respektieren geschweige denn die Beziehung zu einem Kind realistisch betrachten - und dann sind SIE sauer ?
diefrogg - 4. Feb, 13:38

ICH...

habe mir auf MEINER Website erlaubt, eine Konversation mit einer Frau zu skizzieren, die ich kaum kenne. Ich habe es getan, weil ich ihr Dilemma in groben Zügen darstellen wollte. Ich kenne sie kaum, und ich hoffe, sie wird das hier nie lesen. Dennoch verbitte ich mir, dass auf MEINER Website auf der Basis ihrer Geschichte irgendwelches unfundierte Zeug fabuliert wird!
walküre - 4. Feb, 13:46

"Fabulieren" ist gut. Ich habe meine Meinung, welche sich aus etlichen vergleichbaren Beobachtungen in meinem Umfeld gebildet hat, kundgetan - nicht mehr und nicht weniger. Die Kernfrage ist wohl jene, WESHALB die Frau unbedingt genau jetzt ein Kind haben möchte. Zur materiellen Alterversorgung wohl eher nicht. Zur vermeintlichen Festigung der neuen Beziehung hoffentlich wohl auch nicht, weil eine Schwangerschaft gegen den Willen des Partners in dieser Situation sogar seinen Rückzug bewirken könnte. Was bleibt ?
diefrogg - 4. Feb, 13:50

Es gibt zu dieser...

Geschichte keine Kernfrage, die man mit der Information beantworten kann, die Sie haben, geschätzte Frau Walküre. Es gibt nur die Grundthese: Da ist eine Frau mit 35. Sie hat ein Dilemma. Sie möchte ein Kind. Sie hatte auch einen Mann. Aber der möchte keins. Also. Wenn es eine Kernfrage gibt, dann ist es die: Was soll sie tun? Aber nicht einmal die lässt sich mit der Information beantworten, die Sie haben Frau Walküre!
walküre - 4. Feb, 13:57

Doch, in meinen Augen schon. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich zunächst die neue Partnerschaft in vollen Zügen genießen, statt mir selber das Leben schwer zu machen. Sie ist 35, nicht 45 Jahre alt ! Der Partner sollte zwar von dem Kinderwunsch wissen, es wäre aber sinnvoll, diese Angelegenheit wertfrei (nicht leicht, aber dennoch machbar) im Raum stehen zu lassen. Erzwingen lässt sich besonders in diesem Fall sowieso nichts, also hat es Sinn, die Dinge so entspannt wie möglich auf sich zukommen zu lassen und, wie gesagt, zunächst einmal die Beziehung zu genießen. Vielleicht kommt ihr Partner ja - ohne Druck der Partnerin - demnächst drauf, dass er mit genau dieser Frau noch einmal eine Familie gründen will ?
steppenhund - 4. Feb, 18:35

@diefrogg

Ich kenne sie kaum, und ich hoffe, sie wird das hier nie lesen.
Es ist selbstverständlich zu hoffen, dass sie nicht liest, dass sie Auslöser für so eine Diskussion war. Andererseits wäre es vielleicht ganz gut für sie, wenn sie es lesen könnte.
Es gibt nämlich dabei eine Komponente, die anscheinend bisher von Ihnen Frau Frogg angenommen wurde. Sie schildern die Situation als bemerkenswerten Fall, weil er Ihnen erzählt wurde und er gewinnt durch die Beschreibung eine gewisse Einzigartigkeit. - Die er aber nicht hat. Ich kann mich spontan an wenigstens drei Frauen erinnern, aus deren Gesprächen ich die gleiche Fragestellung entnehmen konnte.
Die Kinderfrage - ob man welche bekommen soll oder nicht - wird solange diskutiert werden, wie es die Menschheit gibt. Es gibt beide Extreme: nicht mehr als ein Kind zu bekommen (China), möglichst viele zu bekommen (wo die Kindersterblichkeit hoch ist); und dazwischen gibt es den Luxus, die verschiedensten Argumente für und wieder heranzuziehen. Von der Unverantwortlichkeit, heute Kinder in eine vollkommen unsichere Zukunft zu entlassen, bis zum Egoismus, aus Bequemlichkeit keine Kinder zu wollen, ist da ein breites Spektrum gegeben.
Es geht in dieser Diskussion doch sicher nicht darum, eine Frau wegen "falscher Gründe" zu verurteilen. Ich verstehe es einfach so, dass jetzt nach allem Gesagten eines klar ist, dass eine Entscheidung unausweichlich ist.
@Walküre
Im Übrigen ist das mit der Dankbarkeit so eine Sache. Ich habe den Eindruck, dass Kinder sehr wohl dankbar sein können. Aber manchmal stellt sich die Dankbarkeit erst zu spät ein, wenn aus den Kindern selbst Eltern geworden sind und diese erfahren, was ihre Eltern alles geleistet haben. Das was ein anderer tut, ist doch immer eine Lappalie, solange bis man es plötzlich selber tun muss und darauf kommt, wieviel Mühe und Sorge dahinter steckt.
walküre - 4. Feb, 19:00

Ah, da liegt ein Missverständnis vor: Was ich mit der "Erwartung ewiger Dankbarkeit" meine, ist die Erwartung, dass die Kinder buchstäblich - im übertragenen Sinn - permanent vor einem auf den Knien rutschen und einem die Füße küssen. Dauernde Dankbarkeit ist ein Ding der Unmöglichkeit und wird von seitens jener Eltern (besonders aber von Frauen) erwartet, die sich mehr oder weniger nur über ihre KInder definieren.

Auch aufmüpfige Kinder sehen und spüren sehr wohl, was ihre Eltern für sie tun (sofern Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Gleichaltrigen vorhanden sind), auch wenn sie sich lieber die Zunge abbeißen würden, als einzugestehen, dass sie durchaus dankbar sind - das merkt man während der Pubertät meist aber nur an mikroskopisch kleinen Anzeichen. :-)
la-mamma - 3. Feb, 17:55

ich find sie erst 35

obigen dialog hab ich mit einer frau mit 39 geführt. er wollte nicht, sie schon, sie ist mit voller absicht alleinerzieherin geworden und auch noch glücklich dabei.
obigen dialog hab ich mit zwei frauen seit 10 jahren geführt. er wollte nicht, sie schon, sie haben keine kinder und mit über vierzig wird dasselbe noch schwerer.
obigen dialog wird gerade von einer frau mit 41 geführt. er will nicht, sie schon, wir warten noch ...

diefrogg - 3. Feb, 18:25

Du hast ja recht...

Ich kenne eine Frau, die mit 42 auf Anhieb schwanger geworden ist, als sie schliesslich ein Kind wollte. Ist aber wohl eher die Ausnahme als die Regel. Das mit der Fruchtbarkeit wird ab 35 nicht einfacher.
Bei manchen Frauen will es das Schicksal vielleicht, dass es mit 40 oder älter doch noch wird. Bei anderen nicht. Ich habe die Sache für mich mit 39 ad acta gelegt.
acqua - 4. Feb, 14:03

Die von la-mamma erwähnte 39jährige lässt mich überlegen, ob das für mich nicht doch auch in Frage käme. Ich weiss nicht, ob ich das Thema im selben Alter wie diefrogg ad acta legen werden kann. Ich glaube, ich will das noch gar nicht.
acqua - 4. Feb, 14:00

Hmm... Soll ich nun auch noch Öl ins Feuer giessen? Falls ja:

Was mich an der bisherigen Diskussion hier stört ist, dass es scheinbar richtige und falsche Gründe gibt, ein Kind oder Kinder zu wollen. Bisher habe ich erfahren, dass die oben beschriebene Frau es aus den falschen Gründen will. Aber was wären denn richtige Gründe? Wer entscheidet das? Kann das jemand für andere entscheiden?

diefrogg - 4. Feb, 14:11

Mutter sollte man...

doch nur werden, wenn man schwören kann, dass man nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes im Sinn hat, als sein Kind zu einem glücklichen Erwachsenen zu erziehen, liebe acqua. Selbstredend ;)
walküre - 4. Feb, 15:45

Genau dieser Satz trifft es, Frau Frogg, und zwar ohne ";-)", dafür auf "Eltern" erweitert.
Ein falscher Grund ist jeder, der einen berechnenden Hintergedanken als Basis hat, wodurch das Kind Mittel zum Zweck wird*; in solchen Fällen wäre eine Therapie oder zumindest innere Einkehr sinnvoller als eine Schwangerschaft.


*Ich möchte von diesem Satz ausdrücklich Menschen ausnehmen, die in Gesellschaftsystemen leben, welche Kinder als Altersversorgung notwendig machen.
diefrogg - 5. Feb, 00:05

Darf ich mir...

eine Frage erlauben, Frau Walküre? Damals als Sie schwanger wurden: Hätten Sie da der Welt guten Gewissens schwören können, dass Sie nichts, aber auch wirklich gar nichts im Sinn hatten als einen Menschen zu einem glücklichen Erwachsenen zu erziehen?
walküre - 5. Feb, 12:22

Ja. Und das habe ich auch heute noch. Wobei ich der Ansicht bin, dass man für sein Glück selber verantwortlich ist, aber das Elternhaus den Grundstock für ein glückliches Leben aufbaut - durch die Vermittlung von zeitlosen Werten und mit viel Liebe.

edit: Mir sind in meinem Leben schon so viele Menschen begegnet, deren Geist (und manchmal auch Körper) im Elternhaus gebrochen wurde (von unabsichtlichen Verletzungen spreche ich nicht, die kommen trotz aller Liebe leider manchmal vor) - teils irreparabel, teils nur mit viel Aufwand zu heilen - , dass ich mir erlaube, Menschen zu verabscheuen, die aus Berechnung Kinder in die Welt setzen. Ein nicht nur einmal erlebtes Beispiel: Eine Frau, die "zufällig" schwanger wird, um ihren verheirateten Geliebten zu einer Entscheidung (natürlich zu Gunsten der Geliebten !) zu zwingen. Entschieden hat sich der Mann jeweils eh - nämlich für seine bisherige Familie. Auf der Strecke geblieben sind die Kinder, die dafür büßen mussten, dass sie die Frau täglich aufs Neue an den Mann erinnert haben.
diefrogg - 5. Feb, 13:16

Habn Sie meine Frage...

wirklich GELESEN, frau walküre? Haben Sie ehrlich geantwortet?
walküre - 5. Feb, 13:30

Mit sinnerfassendem Lesen pflege ich üblicherweise keine Schwierigkeiten zu haben, und eigentlich sollten Sie wissen, dass Lügen nicht zu mir passen (zwar nur aus dem Blogkontext, aber immerhin).

PS: Falls Sie auf die Empfängnis anspielen - meine Tochter ist ein Wunschkind, und ich habe mich längere Zeit hindurch intensiv mit dem Thema "Kind" auseinandergesetzt, bevor ich die Pille abgesetzt habe.
diefrogg - 5. Feb, 23:30

Oh, ich wollte Ihnen...

keinesfalls eine Lüge unterstellen. Noch viel weniger wollte ich Ihnen unterstellen, eine schlechte Mutter zu sein. Aber vielleicht lohnt es sich, wenn ich Ihnen das ";)" hinter meiner Definition guter Elternschaft erkläre. "Mutter sollte man doch nur werden, wenn man schwören kann, dass man nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes im Sinn hat, als sein Kind zu einem glücklichen Erwachsenen zu erziehen, liebe acqua. Selbstredend ;)"

1) Diese Aussage ohne Ironie ist für mich ein Gemeinplatz. Jeder Mensch unserer Hemisphäre hat einmal gelernt, dass Eltern dem Kindswohl allerhöchste Priorität einzuräumen haben. Gemeinplätze aber mag ich nicht. Ich distanziere mich gern von ihnen, wenn ich sie erkenne. Sie sind so allgemeingültig wie unwahr. Und wer sie gebraucht, schwingt sich mit ihnen gern auf das hohe Ross der Moral. Geschichten beginnen für mich dort, wo Gemeinplätze am Einzelfall in Frage gestellt werden.

2) Hier habe ich mit dem Ironiezeichen zu erklären versucht, dass es hinter dem Gemeinplatz ganze Schichten von weiteren Wahrheiten geben könnte: Manchen Leuten macht es Spass, eine Familie zu haben. Ist das ein schlechtes Motiv? Wird so jemand die Kinder in jedem Fall klein halten? Manche Frauen werden gerne Mütter, weil sie es lieben, ein kleines Kind auf dem Arm zu haben. Ist das denn nur egoistisch? Und bitte: Welcher Mensch ist mit 24, mit 36, mit 43, so reif, dass er eine Entscheidung von grosser Tragweite mit nichts, aber auch gar nichts als den "richtigen" Gefühlen treffen kann? Waren Sie es? Wenn ja, dann verdienen Sie meinen grossen Respekt. Doch zurück zum Ironiezeichen: Ich wollte damit anzeigen, dass ich diese hohe Moral, diese vorschnelle Bereitschaft zu verurteilen, die sich durch die Diskussion oben zieht, etwas lächerlich finde. Ja. Ich gebe es zu. Und vielleicht ist es ja genau das, was Sie so vehement hat reagieren lassen. Wenn es so ist, dann, nein...., dann bitte ich Sie nicht um Verzeihung, sondern einfach darum, meine Meinung auf meinem Blog zu respektieren.
steppenhund - 6. Feb, 01:40

Welcher Mensch ist mit 24, mit 36, mit 43, so reif, dass er eine Entscheidung von grosser Tragweite mit nichts, aber auch gar nichts als den "richtigen" Gefühlen treffen kann?
Tja, das ist eine berechtigte Frage, unbestritten.
Ich war es sicher nicht. Aber heute bin ich 58 und ich kann teilweise mein eigenes Leben und die Entscheidungen bewerten.
Es geht doch hier in der Diskussion nicht um eine Verurteilung. Ich glaube, dass weder Walküre noch ich auf dem hohen Ross der Moral sitzen.
Na ich vielleicht schon:)))
walküre - 6. Feb, 11:09

Ich sehe, dass ich leider offensichtlich nicht richtig verstanden wurde.

Es gibt viele Motive, ein Kind zu haben. Wenn diese ihren Ursprung in einem reinen Herzen haben (altmodisch formuliert, aber ich denke, man erkennt, was gemeint ist), und auf den besten Absichten beruhen (auch wenn manches dann mitunter anders kommt als gedacht) sind sie allesamt nicht zu verurteilen. Wenn jemand jedoch ein Kind als Mittel zum Zweck einsetzt, um auf jemanden Druck auszuüben (siehe Beispiel oben - der Erpressungsversuch der Zweitfrau) oder Erwartungen anderer Menschen gerecht zu werden ("Wann werden wir denn endlich Großeltern ?"), obwohl man selber ganz andere Pläne hätte, das heißt, wenn der Kinderwunsch nicht aus dem Inneren kommt, sondern aus Berechnung, dann halte ich dies für zutiefst verwerflich. Und in diesem Fall lasse ich mir auch attestieren, auf dem "hohen Ross der Moral" zu sitzen. Wenn es um ethische Grundsätze geht, sollten wir nämlich alle zuerst einmal bei uns selber und bei unseren Kindern anfangen, denn wir sind Vorbilder für jene Menschen, die einmal die zukünftige Gesellschaft darstellen werden.

Naivität, wenn es um das Thema "Elternschaft" geht, ist in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht; jeder (westliche) Mensch hat die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und zumindest ein paar "Eckpfeiler" zu überdenken - im Sinne von "Was wäre, wenn ...". Wie gesagt, manches kommt ohnehin anders als erwartet oder gedacht, aber sich gedanklich mit diversen Möglichkeiten zu befassen, schadet sicher niemandem - und am wenigsten dem Kind.

PS: "Manche Frauen werden gerne Mütter, weil sie es lieben, ein kleines Kind auf dem Arm zu haben. Ist das denn nur egoistisch?" Nur egoistisch vielleicht nicht, aber sehr naiv. Kinder pflegen nämlich zu wachsen und sind dann mitunter durchaus nicht mehr so knuffig und lieb. Was dann ?

PS II: Da ich meine Meinung hiermit schon zum dritten Mal innerhalb dieses Threads ausführe, beschleicht mich der Gedanke, es könnte ein Missverständnis bezüglich der Begriffe "Berechnung" und "berechnend" vorliegen. Diese Ausdrücke sind in mir geläufigen Kontexten und im Sprachgebrauch meines engeren und weiteren Umfeldes durchwegs extrem negativ belegt und implizieren stets das rücksichtslose Bedachtsein auf den eigenen Vorteil, und so möchte ich sie auch in meinen Kommentaren verstanden wissen.
diefrogg - 7. Feb, 14:56

@ Herrn Steppenhund:

Danke für den versöhnlichen Ton. Seien Sie unbesorgt. Die Meinungsverschiedenheiten, die zwischen uns zu diesem Thema bestanden, schienen mir längst beigelegt. Das hier ist eine Sache zwischen mir und Frau Walküre.

@Frau Walküre: Nein, nein, ich habe Sie nicht missverstanden. Auch wir in der Schweiz verstehen "berechnend" im gleichen Sinne.
Vielmehr hat sich mein Verdacht bestätigt, dass Sie meine Frage bezüglich Ihrer Schwangerschaft nicht richtig verstanden haben. Aber ich glaube, mit der Formulierung "in einem reinen Herzen" liesse sich zwischen uns so etwas wie ein Konsens finden. Auch wenn da noch etwas Klärungsbedarf bestünde. Aber wenn Sie bereit sind, das Kriegsbeil in dieser Sache jetzt zu vergraben, dann verzichte ich dafür gerne auf weitere Erörterungen. Ich habe nämlich, ehrlich gesagt, genug von der ganzen Sache.
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