26
Feb
2010

Song für Herrn T.

Es gibt keinen klaren Siegersong meiner kleinen Umfrage. Das heisst: Es gibt ihn doch, und es ist "Mystery Train" von Elvis Presley. Denn für Fred Buscaglione hat unter anderem Herr T. gestimmt, bei einem Test-Durchlauf. Und das gilt ja nicht, denn Herr T. ist befangen. Schliesslich ist Buscagliones Song der Song von Herrn T. Dennoch schreibe ich hier erst einmal über Buscaglione.



Das hat drei Gründe:

1) Eine abergläubische Furcht hat Frau Frogg gepackt: Sie fürchtet, mit Taubheit geschlagen zu werden, sobald sie die Rubrik "10 Songs" abschliesst. Um das von ihr abzuwenden, werde ich hier vielleicht nie über Elvis schreiben. Sondern über Dutzende andere Songs - ohne die Sammlung je umzutaufen. Well, wir werden sehen...

2) Herr T. zeigte sich etwas gekränkt darüber, dass er in "10 Songs" nicht vorkommt - wo es darin doch Liebesgeschichten à gogo gibt.

3) Der Song hat sich mit seinem lateinischen, etwas ältlichen Schalk einen Platz in meinem Herzen erobert. Er lässt mich auch an meinen geliebten Grossvater Walholz denken.

Und, ja, es ist der Song von Herrn T.

Nun ist es erstaunlich, dass Herr T. überhaupt einen Song hat. Denn er ist im Grunde überhaupt nicht musikalisch. Okay, er mag den Jazztrompeter Peter Schärli (zu Recht). Aber das hat eher berufliche Gründe. Und wenn ich wegen irgendeines alten Songs leuchtende Augen bekomme, ist er jeweils eher peinlich berührt. Aber das stört mich nicht, denn es hat grosse Vorteile: Herr T. wird nie herkommen und behaupten, Bob Dylan sei Gott. Andere Liebhaber der Rockmusik tun das noch mit 50, und das wiederum berührt Frau Frogg jeweils ein wenig peinlich.

Herr T. besitzt nur wenige Platten, die meisten Punk-Scheiben aus den 70-er und 80-er Jahren. Einfach, weil man damals in seiner Szene Häuser besetzte und dabei Punk-Scheiben hörte. Und er besitzt ein paar wenige CDs. Wie diese hier ihren Platz in seiner bescheidenen Sammlung fand, wird mir für ewig ein Rätsel bleiben.



Denn Herr T. ist keiner, dem zu alten Songs immer alte Geschichten einfallen. Und wenn ihm doch eine einfällt, hat er sie mir vielleicht nie erzählt, weil die Platte ihn an eine alte Flamme erinnert oder so. Wer weiss. Jedenfalls war sie da, die CD. Und wir hörten sie auch hie und da, etwa, wenn wir für Gäste kochten oder zum Apero. Obwohl ich zunächst nicht viel mit ihr anzufangen wusste.

Doch sie hat die rätselhafte Angewohnheit, an den überraschendsten Orten aufzutauchen. Zum Beispiel auf der Harddisk meines Computers. Ich habe sie nicht dorthin getan. Und Herr T. behauptet steif und fest, er sei es auch nicht gewesen. Aber von der Harddisk meines Computers hat sich Buscaglione ohne zu fragen auch auf meinen MP3-Player geschlichen. Zusammen mit ein paar Dutzend Fotos, die ich dort nie wollte. Die Fotos habe ich dann gelöscht.

"Il dritto di Chicago" liess ich stehen. Ich muss immer schmunzeln, wenn mein MP3-Player den Song hervorshuffelt.
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Journal einer Kussbereiten

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