24
Jul
2013

Im Schlaraffenland

Auf unserer Deutschland-Reise fühlte ich mich ein bisschen wie im Schlaraffenland. Oder wie in Gulliver's Reisen. Die Portionen in den Gaststätten sind dort meist viel grösser als jene in der Schweiz - manchmal riesig. Beim Gemüsehändler in Bad Schandau kauften wir Aprikosen so gross wie Pfirsiche. Und sogar die Schweine sind im Grossen Kanton grösser als in bei uns. Jedenfalls erwarben wir einmal beim Fleischer zwei Koteletts für eine Mahlzeit zu zweit. Aber wir stellten bald fest, dass ein solches Kotelett easy für uns beide reichte.

Es war ähnlich wie in den USA. Dort ist ja auch alles doppelt so gross wie bei uns. Nur schmeckt das Essen in Amerika immer fad. Als wäre dort gleich viel Aroma drin wie bei uns - nur einfach auf mehr Volumen verteilt. Aber in Deutschland schmeckt das Essen meistens tiptop, oft sogar ausgezeichnet.

Und dann ist ja auch alles so viel billiger als bei uns.

Ich hätte mich wohl nicht mehr mit unserer heimischen Gastronomie versöhnt, wenn wir in Sachsen nicht etwas unglücklich über den Käse gewesen wären. Ich meine: Wenn Gouda nicht so rezent ist, dann ist das halb so schlimm und manchmal sogar genau das Richtige. Aber wenn man zur Abwechslung Tilsiter kauft und er auch wie Gouda schmeckt - dann stimmt etwas nicht.

Und endlich gibts bei uns jetzt auch wieder Seetaler Chlepfer - das sind Kirschen so gross wie Aprikosen. "Chlepfe" oder "chlöpfe" heisst bei uns knallen - und das hat durchaus etwas Lautmalerisches. Die Kirschen sind nicht nur gross, sondern zum Bersten prall und wunderbar süss.

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steppenhund - 24. Jul, 20:52

Man kann in der Schweiz sehr gut essen, nur ist es halt sauteuer. Und diesbezüglich ist die Sau dann auch wieder sehr groß, weil es sehr teuer ist.

diefrogg - 24. Jul, 20:59

:))) Man muss...

natürlich anmerken, dass bei uns auch die Löhne höher sind, Sau hin oder her. Nur ist interessant, wie die Preisunterschiede in Deutschland und in der Schweiz kommentiert werden. In der Sächsischen Zeitung haben wir einmal gelesen, dass Lebensmittel in der Schweiz bis zu 56 Prozent teurer seien als in Deutschland. In einer Schweizer Zeitung stand kürzlich, die Kaufkraft von Schweizer Löhnen sei höher als jene deutscher Löhne - alles eine Frage des Verhältnisses, scheint mir. Auch die Säue.

Fakt ist: Im deutschen Osten kann man auch mit einem moderaten Schweizer Lohn leben wie Gott in Frankreich.
Grünäuglein - 24. Jul, 22:55

fragt sich nur,

lohnt es sich zum Einkaufen von der Schweiz in die neuen Bundesländer zu fahren? *lach*
Aber ich erlebe dieses Phänomen im kleinen Stil täglich in Puncto Ost-West-Unterschied. In meiner sächsischen Heimatstadt sollte sich ein Bäcker mal erlauben, 60ct und aufwärts für ein stinknormales Brötchen ohne alles zu nehmen... Dort bekommt man eine Semmel sogar mit Kümmel noch für 20ct. Außerdem schmeckt hier die Wurst viel besser - sagt zumindest Opi. Irgendwie kräftiger. Habt ihr damit auch Erfahrung gemacht? Müsste man sonst mal im größeren Stil testen ;-)
Aber für die Kirschen lohnt es sich wohl mal, der Schweiz einen Besuch abzustatten, so wie das hier beschrieben wird!
diefrogg - 26. Jul, 10:12

Fahren nicht, aber...

fliegen vielleicht. Man fliegt aus Basel zu einem absoluten Schnäppchenpreis nach Dresden. Nur wäre das natürlich ein ökologischer Blödsinn ;)

Für einen Wurst-Vergleich bin ich leider nicht die richtige. Wir essen zu Hause Salami und Lyoner. Und in Sachsen dominieren ja andere Wurstsorten das Feld.
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