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    <title>Journal einer Kussbereiten : Rubrik:vorm buechergestell</title>
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    <dc:publisher>diefrogg</dc:publisher>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
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    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4921637/">
    <title>Mäkeln über einen Helden</title>
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    <description>&lt;img src=&quot;http://media.libri.de/shop/coverscans/231/2315828_BZ1211161_big.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; Fröschinnen sollten über einen Helden wie Orhan Pamuk nicht mäkeln. Seine Bücher sind wirklich aussergwöhnlich. Hobbyautorin Frogg jedenfalls mutet es an wie ein Wunder, dass ein Roman wie &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/7548.html&quot;&gt;Rot ist mein Name&lt;/a&gt;  überhaupt geschrieben werden konnte: Er ist ja so ausgeklügelt konstruiert mit seinen ständig wechselnden Ich-Erzählern. Er jongliert ja so gekonnt mit so vielen verschiedenen Genres: Mal ist er ein philosophisches Traktat über den Islam und seine Kunst, mal ein Liebesroman wie ein Märchen aus 1001 Nacht und dazu auch noch ein Krimi. Und er ist er ein mutiges Buch, weil hoch politisch: Pamuk schildert, wie die Buchmaler Istanbuls 1591 unter dem Druck der westlichen Renaissance-Malerei in Panik geraten. Dass die Leser da an die aktuelle Weltlage erinnert werden, ist sicher beabsichtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmt ist es richtig, dass Pamuk dafür (und für &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/20147.html&quot;&gt;Schnee&lt;/a&gt;) den Nobelpreis bekommen hat. Allerdings dürfen wir uns nicht wundern, dass das für konservative Kreise in der Türkei eine Provokation war. Schliesslich ist es dort immer noch verboten, das &quot;Türkentum&quot; zu beleidigen (was immer das heissen mag). Zwar ist der Paragraf kürzlich ein wenig &lt;a href=&quot;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?cnt=1327940&quot;&gt;gelockert worden&lt;/a&gt;. Aber was bedeutet das wirklich? Da masse ich mir im Moment lieber kein Urteil an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe auch nicht vor, über Pamuk und die Politik zu mäkeln. Ich mäkle hier nur über Pamuk, weil ich seinen Stil zuweilen emüdend finde. Weil ein Onkel in diesem Buch stets ein &quot;Oheim&quot; ist, weil &quot;vom Geiste&quot; und nicht &quot;vom Geist&quot; die Rede ist, weil die Sätze stets lang, verschachtelt und gepflegt sind. Weil im Buch zwar an die 20 verschiedene Erzähler auftreten: Männer, Frauen, ein Kind, ein Toter gar und auch eine gemalte Münze. Weil sie aber immer exakt genau dieselbe Sprache sprechen. Immer (naja, fast immer) ertrinkt da jeder Ansatz von Humor, jede Theatralik in diesem hohen, gespreizten Stil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Aber das ist doch genau richtig so!&quot;, sagen jetzt die Kenner unter Euch. &quot;Pamuk zeigt damit, wie die Figuren in diesem Buch denken, wer sie sind: dass sie eben denken wie Menschen aus dem Spätmittelalter. Dass sie keine Individuen im modernen, westlichen Sinne sind. Genau deshalb ist dieser Roman genial: Weil er im Stil wiedergibt, was er uns inhaltlich sagen will.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, kann schon sein...! Nur: Anstrengend finde ich das trotzdem!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-12T11:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4845500/">
    <title>Die Wohlgesinnten 3</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4845500/</link>
    <description>Nachdem ich meine &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/4840623/main&quot;&gt;Skrupel&lt;/a&gt; überwunden habe, beginne ich einige Stellen im Buch zu mögen. Ich habe den Eindruck, dass Littell darin eine Grundaussage verfolgt: Wenn Menschen (Männer?) sich zusammentun, um Geschäfte zu erledigen, dann entwickeln sie immer dieselben Verhaltensmuster. Egal, ob sie Aktien verkaufen, Computerprogramme herstellen oder Tausende von Menschen töten. Der Ton der Diskussionen im Buch erinnert teils verblüffend an Gespräche, die ich in Betrieben gehört habe: in Betrieben, wo Männer unter sich sind und ständig ihren Status und ihre Tatkraft unter Beweis stellen müssen. Ob Littell für diesen Effekt Anachronismen bewusst in Kauf nimmt, weiss ich nicht (&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2008/08/L-Littell-Welzer&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; werden sie beschrieben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich erzeugt Littell in diesen Passagen eine Wirkung, die absurder Komik nicht unähnlich ist. Etwa, wenn Aue und sein Freund Thomas gerade von einer grossen Schlächterei in der Ukraine kommen und den Geburtstag von Aue in einem netten Restaurant feiern. Dort diskutieren die beiden dann höchst sachlich über Sinn und Unsinn ihrer Arbeit (S. 202). Aue äussert durchaus leise Kritik an der Judenvernichtung. Sie sei &quot;ohne wirtschaftlichen und politischen Nutzen&quot; und &quot;in praktischer Hinsicht ohne Sinn und Zweck&quot;. Aber da gibt es keine Äusserung des Entsetzens oder der Verzweiflung, nur Sachlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder auf den Seiten 300 bis 400 des Buches. Aue sitzt gerade im Kaukasus und bekommt etwas weniger Gräueltaten mit. Dafür verwickelt sich die SS in einen Machtkampf mit der Wehrmacht (Machtkämpfe - auch sie ein typisches Phänomen in den Abteilungen von Grossbetrieben).  Der Streit wird über die Frage ausgetragen, ob die kaukasischen Bergjudenstämme von der Judenvernichtung ausgenommen werden sollen - zumal sie von strategischem  Nutzen sein könnten (die Meinung der Wehrmacht). Oder ob sie eben doch gefährlich werden könnten (die Meinung der SS - wobei man den Eindruck nicht loswird, dass die SS in der Frage einfach ein Exempel statuieren will). Schliesslich wird eine Konferenz über die Frage abgehalten, in der eingehend und mit den lächerlichsten Argumenten über die Frage diskutiert wird. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Monty_Python&quot;&gt;Monty Python&lt;/a&gt; könnten aus dem Stoff einen ihrer zynischen Sketches machen. Leider ist Littell nicht Monty Python: Er wälzt den Stoff so sehr in die Breite, dass auch dem interessiertesten Leser das Gesicht einschläft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Aue wird die Affäre mit den Bergjuden übrigens zum Karriere-Stolperstein: Er wird Opfer einer Intrige und muss nach Stalingrad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bekomme unterdessen Sehnsucht danach, eine feministische Utopie zu lesen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-07T18:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4838759/">
    <title>Ich lese es doch</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4838759/</link>
    <description>Jetzt habe ich es doch noch getan. Ich habe &lt;b&gt;Die Wohlgesinnten&lt;/b&gt; von Jonathan Littell gekauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://ecx.images-amazon.com/images/I/413eygucRHL._AA240_.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; Jenes hoch umstrittene Buch, in dem der Autor einen fiktiven einstigen Nazi-Schergen auf 1359 Seiten seine Geschichte erzählen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe lange gezögert. Denn im Grunde würde ich mir die Gräuelgeschichten des Holocaust gerne ersparen. Ausserdem weiss ich, dass ernst zu nehmende Leute sagen, den Tätern im Holocaust dürfe man nie, überhaupt nie, eine Stimme geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch werde ich das Buch jetzt lesen. Aus zwei Gründen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) Mich beschäftigt die Frage, was einen Menschen zum Scheusal macht. Welche Charakterzüge braucht es dazu? WIe müssen die Umstände sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde Littell die Antwort nicht einfach machen, denn eben habe ich &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Schindlers_Liste&quot;&gt;Schindlers Liste&lt;/a&gt; von Thomas Keneally gelesen. Keneally zeigt darin historisch fundiert, dass die Umstände einen Menschen nicht zwangsläufig zu reissenden Bestie machen: Keneallys Held Oskar Schindler jedenfalls ist am Anfang nichts als ein genusssüchtiger Kriegsgewinnler in einer weiss Gott verrohten Umgebung. Er könnte fürchterliche Dinge tun und sich später darauf herausreden, er sei nur ein Rädchen im System gewesen. Statt dessen rettet er 1200 Juden das Leben. Sein Gegenspieler dagegen, Lagerkommandant Amon Göth, ist tatsächlich eine Bestie. Ein machtbesoffener, mörderischer Sadist. Keneally hat eine Antwort auf die Frage, was Göth zum Scheusal macht: Er zeigt ihn als Psychopathen, dem der Krieg einfach das Bisschen Zivilisation weggefressen hat, das ihn wahrscheinlich sonst zu einem halbwegs erträglichen Mitglied der Gesellschaft gemacht hätte. Sollte ich feststellen, dass Littell auf viel mehr Seiten genau dasselbe sagt, könnte ich das Buch nach 100 Seiten weglegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn da nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) Die Tatsache wäre, dass mein Krimi Wurzeln im 2. Weltkrieg hat. Damit ich bei der Diskussion über das Thema à jour bleibe, werde ich nicht umhin kommen, den Wälzer zu lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wie ich zurechtkomme. Und ich werde darüber gerne mit mir streiten lassen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-04T17:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4744762/">
    <title>Mein erstes Stöckchen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4744762/</link>
    <description>Meine geschätzten Leserinnen und Leser! Hier gibt es eine Premiere: Die Frogg fasst ihr erstes Stöckchen (von der geschätzten Frau &lt;a href=&quot;http://katiza.twoday.net/stories/4740612/&quot;&gt;Katiza&lt;/a&gt;). Es geht so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.&lt;br /&gt;
2. Schlage Seite 123 auf.&lt;br /&gt;
3. Suche den fünften Satz auf der Seite.&lt;br /&gt;
4. Poste die nächsten drei Sätze.&lt;br /&gt;
5. Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denn: &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;Verlassen Sie sich nicht auf eine baldige Entlassung!&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Schon bald wurden alle Gefangenen  - auch wir! - in neue Baracken verlegt, die wir selbst gebaut hatten, die alten übernahmen der Krankenbau und die Werkstätten. Auch im neuen Lagertrakt erhielten wir Litauer eine eigene kleine Baracke, niemand verbot uns, mit den anderen Insassen zu sprechen. Allen war klar: Hier würden wir für lange Zeit bleiben - bis zum Ende des Krieges, eventuell bis zum Ende unseres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Aus: Balys Sruoga: &quot;Der Wald der Götter&quot;, aus dem Litauischen von Markus Roduner, BaltArt Verlag Langenthal, 2007. Und was es mit diesem ganz und gar sonderbaren Buch auf sich hat, werde ich Euch demnächst erklären).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, und statt hier fünf Mitblogger aufzufordern, lege ich das Stöckchen einfach hin und hoffe, dass jemand es packt!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-28T18:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4716845/">
    <title>Flachgewälzert</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4716845/</link>
    <description>Es steht in allen Zeitungen: Philip Roth soll einen &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2008/07/L-Roth&quot;&gt;neuen Roman&lt;/a&gt; herausgegeben haben. &lt;b&gt;Exit Ghost &lt;/b&gt;heisst er, und ich müsste ihn lesen. Denn seit mich um das Jahr 2000 sein Buch &lt;b&gt;American Pastoral &lt;/b&gt; total gepackt hat, finde ich, eigentlich müsste ich jedes Buch von Roth lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur: &lt;b&gt;Exit Ghost &lt;/b&gt;ist ein Altherrenroman. Sein Held ist 71 und hat Prostatakrebs. Und von Altherrenromanen und Prostatakrebs habe ich gerade genug, ich lese nämlich seit bald einem Monat Richard Fords &lt;a &gt;The Lay of the Land&lt;/a&gt;, auch einen Altherrenroman mit einem prostatakrebskranken Helden. Nicht, dass mich das Thema nicht interessieren würde. Es interessiert mich immer, wie Menschen mit der Nachricht umgehen, dass sie eine üble Krankheit haben. Aber zweimal hintereinander Prostatakrebs das ist mir denn doch zu viel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hatte ich mich auf &lt;b&gt;The Lay of the Land &lt;/b&gt;gefreut. Der Titel gefiel mir, er verspricht Erdiges und einen gewissen Perspektivenreichtum, und die Besprechung auf DRS2 war geradezu euphorisch. Aber, Freunde, ich leide. Ich meine: 726 Seiten! Und das Buch  hat noch nicht mal einen spannenden Plot. Nein. Held Frank Bascombe mäandert darin in seiner Heimat an der Küste von New Jersey herum wie weiland &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Bloom&quot;&gt;Leopold Bloom&lt;/a&gt; in Dublin. Frank badet ihm eiskalten Meer, versucht ein paar Häuser zu verkaufen (Er ist Immobilienhändler), bekommt Besuch von seinem lebenden Sohn, gerät in eine Barschlägerei, denkt über den Krebs, seinen verstorbenen Sohn und seine entlaufene Ehefrau Sally nach. Er wird sogar Verdächtiger in einem Bombenanschlag, was aber das Buch keineswegs an Dramatik gewinnen lässt. Im Gegenteil: Sämtliche Schilderungen bleiben geruhsam, wohl reflektiert, ausführlich. Jeder Moment wird ausgekostet. Das hat Witz und Weisheit, zieht die Lektüre für Voreinschlaf-Leserinnen wie die Frogg aber in uneeeendliche Längen. So ab Seite 550 wünschte ich Bascombe nur noch, dass er endlich seine Frau zurückbekomme, damit er aufhören könne zu erzählen. Ich erwog sogar, mit Lesen aufzuhören. Aber das ging nicht. Dafür habe ich zu viel Respekt vor Herrn Ford. Zudem wollte ich wissen, ob er Sally tatsächlich zurückbekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch werde ich vorderhand keinen weiteren Altherrenroman lesen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativen gibts genug. In der Sonntagszeitung lese ich die euphorische Besprechung Jonathan Littells (41) Roman &lt;a href=&quot;http://readingroom.faz.net/littell&quot;&gt;Die Wohlgesinnten&lt;/a&gt;. Ja, das müsste ich lesen. Der Held ist eine Täterfigur im Dritten Reich, was für eine Ausgangslage! Aber, jesses, der Wälzer hat 1384 Seiten! Unzumutbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, nein. Wenn ich erst Richard Ford fertig gelesen habe, ist ein kompletter Richtungswechsel angesagt. Weg von den Feuilletons mit ihren hoch aktuellen Altherren-Epen. Ich werde mich lektüremässig meinen Freundinnen und der Vergangenheit zuwenden. Jener Zeit, als junge, wilde Autoren noch Bücher im Bereich der Anstandsgrenze von 500 Seiten schrieben. Ich werde zum zweiten Mal &lt;a href=&quot;http://www.u-lit.de/rezension/zadie-smith.html&quot;&gt;White Teeth&lt;/a&gt;, den Erstling von Zadie Smith lesen (naja, 541 Seiten). Weil ich den Roman meiner Freundin &lt;a  href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/4666879/main&quot;&gt;Veronika&lt;/a&gt; zur Lektüre für unsere London-Reise im März richtiggehend aufgedrängt habe. Weil ich ihn um das Jahr 2000 grossartig fand. Und weil Veronika über das Buch diskutieren wollen wird, wenn wir im März nach London reisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, ja, dann, ist endlich &lt;a  href=&quot;http://acqua.twoday.net/stories/4662496&quot;&gt;Armistead Maupin&lt;/a&gt; an der Reihe!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-18T17:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4259440/">
    <title>Für Krimileser</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4259440/</link>
    <description>Ich gehöre nicht zu jenen, die schon beim Lesen der ersten Sätze eines Romans entscheiden, ob sie ihn mögen werden oder nicht. Ich brauche brauche meistens ein paar Seiten, muss mich beim Lesen anwärmen in einem Buch wie beim Baden in einem See. Das gilt auch bei der Krimilektüre, in die man ja theoretisch reinknallen müsste als käme man vom Dreimeterspringbrett. Nur: Mir kann man in den ersten Sätzen lange mit hässlichen Leichen kommen. Meistens glaube ich die dem Autor erst so ab Seite 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen richtigen Schocker-Einstieg habe ich aber kürzlich erlebt. Bei diesem Lesestart: &quot;Die Kleine krabbelte vergnügt auf dem Boden herum. Als er ihr endlich das Teil, an dem sie zufrieden herumkaute, aus der Hand nehmen konnte, erkannte er gleich, dass es sich um einen menschlichen Knochen handelte.&quot;  A us Arnaldur Indridason: &quot;Todeshauch&quot;, Bastei, 2005. Führt vom Herzig-Alltäglichen fadengerade ins abgrundtiefe Grauen. Und das Beste ist: Da bleibt er auch. Fast durchwegs überzeugende 364 Seiten lang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.skanbuch.de/images/hauch.jpg&quot; alt=&quot;&gt;&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-14T10:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4218028/">
    <title>42</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4218028/</link>
    <description>&quot;Mit dem Alter werden die meisten eine Parodie ihrer selbst, damit muss man leben. Und wer nicht als Parodie seiner selbst enden will, muss sterben. Möglichst früh... so mit vierzig wird es langsam Zeit&quot;, Taki Theodoracopulos, 71, im &lt;a href=&quot;http://www.dasmagazin.ch/index.php/Main_Page&quot;&gt;TagiMagi&lt;/a&gt;33/2007, S. 62&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;You&apos;re over forty and you still haven&apos;t won friends or influenced people? You&apos;re still the poor dad not the rich dad? Well, I hate to break it to you, but it ain&apos;t gonna happen.&quot; (Ms Brewster in Marisha Pessl: &quot;Special Topics in Calamity Physics&quot;, Penguin 2007, p.540)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/51Ad2fnpKLL._AA240_.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zum Schluss noch einen von Hunter S. Thompson&apos;s &quot;Hells Angels&quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://ec1.images-amazon.com/images/I/21ctumJFuGL.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Most Angels... know that very few of the toads in this world are Charming Princes in disguise. The others are simply toads. And no matter how many magic maidens they kiss or rape, they are going to stay that way.&quot; (Penguin Classics 2003, p.267).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na prima.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-08-31T20:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4164085/">
    <title>Vater aller Selbstdarsteller</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4164085/</link>
    <description>Im Moment lese ich &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Confessiones&quot;&gt;Augustinus Bekenntnisse&lt;/a&gt;. Das ist gerade für eine Bloggerin keine abwegige Lektüre. Schliesslich ist Augustinus meines Wissens der Erste, der sich schriftlich in öffentlicher  Selbstdarstellung geübt hat (auch wenn diese selbstredend einem höheren Zweck diente).  Ehrlich gesagt interessieren mich dabei  Augustinus Berichte über seine legendären  jugendlichen Ausschweifungen etwas mehr als seine  sich über Seiten hinwegziehenden Lobpreisungen Gottes (auch wenn diese sehr lyrisch sind).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.kath-theol.uni-tuebingen.de/Lehrstuehle/PhilosophischeGrundfragen/pictures/augustinusantike.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang des Buches sind die Schilderungen von Ausschweifungen aber  eher  dünn gesät.  Deshalb  wollte ich das Buch schon weglegen, als mir an dieser  Stelle der Atem stockte:  Ich will Dich lieben, Herr,   dass Du mir so viel Böses und Ruchloses, das ich getan habe, vergeben hast. Deiner Erbarmung rechne ich es zu, dass Du meine Sünden wie Eis weggeschmolzen hast.  (S. 89)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fragte mich: Wie kann er da so sicher sein? Ich meine: Das kann man doch gar nicht wissen, ob einem seine Sünden vergeben sind. Das wissen nur Katholiken nach der Beichte. Nun ja, vielleicht gab es die Beichte im 5. Jahrhundert schon. &lt;br /&gt;
Aber  so viel ich weiss, wird auch Katholiken bei der Beichte ein gewisses urmenschliches Unbehagen darüber nicht genommen, dass sie überhaupt am Leben sind.  Ein Unbehagen, das  Augustinus nicht gehabt zuhaben scheint. Oder täusche ich mich? Sollte ich hier einen theologisch gebildeten Leser finden, dann bitte ich ihn, mir diese Fragen zu beantworten. Dringend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Augustinus: &quot;Bekenntnisse&quot;, Insel Verlag 1987)</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-08-14T15:41:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4022365/">
    <title>Horrortrip</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4022365/</link>
    <description>Gehört Ihr zu den Leuten, die in Bücher richtig eintauchen? Die sich in die Hauptfiguren von Büchern hineinleben, bis sie fühlen und denken wie diese Figuren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann erteile ich Euch hier eine dringende Warnung: Lest auf keinen Fall &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/21950.html&quot;&gt;«Paradies»&lt;/a&gt; von A.L. Kennedy. Das Buch ist zwar brilliant. Aber die Lektüre kann für sensible Gemüter ein Horrotrip sein. Ich habe das Buch auf der Heimreise von Griechenland gelesen. An einem Stück. Konnte nicht mehr aufhören. Im Buch erzählt die 40-jährige Alkoholikerin Hannah ihre Geschichte. Sie beginnt mit der Schilderung eines ziemlich krassen Filmrisses und nimmt die Leserin dann auf eine Serie von Sauftouren mit, die sie schliesslich ins Delirium tremens führen. Wer analytisch und emotional distanziert lesen kann, wird begeistert sein von der kraftvollen und doch sensiblen Eloquenz dieser ziemlich kranken Frau. Von der Plausibilität, mit der A.L.Kennedy sie charakterisiert. Von der wahrscheinlich unglaublich sorgfältig in Fiktion umgesetzten Recherche.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber: Wer sich von der Lektüre mitreissen lässt, wer sich mit dieser Figur im entferntesten identifizieren kann, wird in eine entsetzliche Leere stürzen und noch Tage später nach irgend einer banalen Beschäftigung suchen, an der er sich wieder aus dieser Leere hinaushangeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach was! Lest es doch!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-01T17:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/3443312/">
    <title>Lebenshilfe für Büromenschen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/3443312/</link>
    <description>&lt;a &gt;Irgendwo&lt;/a&gt; habe ich lesen einmal als  Überlebenshilfe bezeichnet. Wie ich das meine, habe ich bislang nicht ausgeführt. Jetzt aber werde ich es tun  ansatzweise jedenfalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss dazu sagen, dass ich ein Büromensch bin. Seit mehr als einem Jahrzehnt friste ich  meine Tage in Grossraumbüros. Meistens haben diese kleine Zwischenwändchen, die man mit Papier behängen kann. Meine Wändchen würde ich am liebsten mit Zitaten aus Büchern vollhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;«We havent the chance of a snowball in hell.»&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Der Satz ist aus «Ulysses» von James Joyce, das schwöre ich. Um genau Angaben zu suchen, bin ich aber zu faul. Aufgehängt hätte ich ihn in meinem ersten Büro. Einem Büro in einem zum Untergang verdammten Betrieb. Dass er das war, wussten alle. Schon als er gegründet wurde. Nur wir kämpften wie die Löwen gegen das Verderben. Manchmal aber wurde die frogg frustriert über das Unterfangen oder ihre Kollegen. Wenn das passierte, dann zitierte sie leise diesen Spruch vor sich hin. Dann wurde sie jedes Mal vergügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zehn Jahre her. In meinem jetzigen Büro würde ich schon lange gern den hier aufhängen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;«Ja, mach nur einen Plan&lt;br /&gt;
sei n ur ein grosses Licht!&lt;br /&gt;
Und mach dann noch nen zweiten Plan&lt;br /&gt;
Gehn tun sie beide nicht.&lt;br /&gt;
Denn für dieses Leben &lt;br /&gt;
Ist der Mensch nicht schlecht genug.&lt;br /&gt;
Doch sein höhres Streben&lt;br /&gt;
Ist ein schöner Zug.»&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bertolt Brecht: «Die Dreigroschenoper», dritter Akt, Szene 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=213209&quot;&gt;den hier&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Getan habe ich es nie. Wahrscheinlich bin ich einfach zu faul. Ich bin nun mal faul, was die visuelle Erscheinung meines Büros betrifft. Meistens sieht es schon auf meinem Schreibtisch aus, als hätte darunter ein Erdbeben Stärke 8 stattgefunden. Mit Wanddekorationen fange ich gar nicht an, bevor ich einmal richtig aufgeräumt habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann aber auch andere Gründe haben. Aber die werde ich hier erst erörtern, wenn ich meinen Schreibtisch aufgeräumt habe. Oder wenn ich pensioniert bin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur so viel: Sie helfen, diese Sprüche. Sie helfen. Auch wenn man sie nur leise aufsagt.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-16T13:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/3419171/">
    <title>Wie Frauen lesen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/3419171/</link>
    <description>Ja. Jetzt stelle ich mir die Frage doch noch. Und für ein wenig Unterstützung bei der Antwort griff ich zu Ruth Klügers «Frauen lesen anders». Ich hatte das Buch vor ein paar Jahren aus einer Grabbelkiste gekauft und lange ungelesen im Gestell stehen gehabt (weil ich meine feministische Phase für abgeschlossen hielt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.humanities.uci.edu/german/publish/book03.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur: Ruth Klüger liess mich im Stich. Im ersten Teil des Buches weist sie lediglich nach, dass viel Literatur sexistisch ist, ob von Frauen oder von Männern, und auch kanonisierte Literatur wie jene von Friedrich Schiller. Sexistisch im Sinne von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) Frauen kommen gar nicht vor&lt;br /&gt;
2) Sie werden lediglich als Anhängsel von Männern dargestellt&lt;br /&gt;
3) Sie werden auf stereotype Art und Weise dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist für die Frogg nichts Neues.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im vierten Essay gibt es dann ein paar interessante Zitate über schreibende Frauen. Zum Beispiel: «Die Autorität der schreibenden Frau wird angezweifelt, bewusst oder unbewusst (ein Autor masst sich ja ipso facto seinen Lesern gegenüber Autorität an). In Amerika wurde einmal durch ein Experiment festgestellt (...), dass Informationen, die von Männern ausgehen, mehr Glauben geschenkt wird als denselben Fakten, wenn Frauen sie vermitteln.» (S. 97).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ging mir das Licht auf, das für mich das Buch lesenswert gemacht hat: Ich begriff, warum ich mich immer dagegen gesträubt habe, meinen uralten &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=214067&quot;&gt;männlichen&lt;/a&gt; Nick in einen weiblichen umzuwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rest des Buches zeigt Ruth Klüger dann vor allem eins: Wie Ruth Klüger liest  und sie liest vielleicht nicht anders, aber vor allem &lt;b&gt;anderes&lt;/b&gt; als die Frogg, nämlich kanonisierte deutsche Literatur. Und damit wäre bewiesen: Es gibt keine spezifisch weibliche Art zu lesen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-10T10:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/3399243/">
    <title>Wenn Kranke lesen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/3399243/</link>
    <description>Neulich habe ich hier meine &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=211377&quot;&gt;Lesevorlieben&lt;/a&gt; verlinkt   und dann andernorts auch noch vollmundig behauptet, Lesevorlieben, insbesondere die von mir in besagtem Eintrag präsentierten Lesevorlieben, seien geschlechtsspezifisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt, wo ich ein bisschen gründlicher über das Lesen nachzudenken begonnen habe, fällt mir wieder ein: Die Liste, die ich damals aufstellte, war die Liste einer Kranken. Und zu den Erkenntnissen, die ich diesen Winter gemacht habe, gehört diese: Kranke lesen anders. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wurde mir zum ersten Mal klar, als ich während jenen furchtbaren, zum Glück bestens verdrängten Wochen Ende Dezember zum zweiten Mal beim Ohrenarzt sass, die &lt;a href=&quot;http://www.schweizer-illustrierte.ch/&quot;&gt;Schweizer Illustrierte&lt;/a&gt; in den Händen hielt und feststellte: Das, was ich da lese, ist im Moment genau das Richtige für mich. Alle Texte sind genau so kurz wie meine Aufmerksamkeitsspanne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, die ich früher Ringier-Produkte gemieden habe. Weil ich ihre Sprache so anbiedernd fand, dass es mir davon den Gaumen zusammenzuziehen pflegte wie von diesen honigtriefenden türkischen Süssigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich war eben krank. Ich brauchte Trost. Und zwar Trost, der mich erreichte, bevor die nächste Panikattacke über mir zusammenschlug und mich von allem wegriss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und seit ich weiss, dass Kranke anders lesen, weiss ich auch, warum in Pflegeheimen immer die &lt;a href=&quot;http://www.glueckspost.ch/&quot;&gt;«Glückspost»&lt;/a&gt; herumliegt. Und möchte nicht ausschliessen, dass sogar ich eines Tages die «Glückspost» lesen werde.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-05T20:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/524204/">
    <title>Nörgeln über Dan Brown</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/524204/</link>
    <description>Als Dan Brown «Angels &amp; Demons»* (auf Deutsch heisst das Buch &lt;a href=http://www.krimi-couch.de/krimis/dan-brown-illuminati.html&gt;Illuminati&lt;/a&gt;)&lt;br&gt; 
&lt;img src=&quot;http://www.tangled-web.co.uk/crimedigests/jpgs3/angelsdemonds3.jpg&quot;&gt;&lt;br&gt;
schrieb, hat er ganz offensichtlich zwei Themen minimal recherchiert: die Schweiz und die Schweizer Garde. Wenn er über diese beiden Themen schreibt, macht er einen Fehler nach dem anderen. Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) Heldin Vittoria, erinnert sich an ihre ersten Kindheitsjahre in der Schweiz: «She was nine years old, rolling down hills of edelweiss flowers» (S. 126). Da kann die Frogg nur aufheulen: «Ja, und sie kam unten mit total zerschmetterten Knochen an!!!» Ist es doch der älteste aller &lt;a href=http://www.edelweissgrowers.com/page8.html&gt;Alpenmythen&lt;/a&gt;, dass Edelweiss nur an exponierten Stellen wächst. Und dass, wer ein Edelweiss auch nur zu pflücken versucht, bestimmt einen steilen Felshang hinunterstürzt. Klein Vittoria aber rollt zum Spass Edelweiss-Hügel hinunter. Naja, Vittoria rettet im Buch auf spektakuläre den Vatikan mit samt Bewohnern. Da kann sie sicher schon als Kinde mehr als andere...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) Der Kommandant der Schweizer Garde heisst Olivetti. Ich bitte Euch! Einen italienischeren Namen gibts wohl kaum! Dabei wissen wir doch: Gardekommandanten heissen &lt;a href=http://www.stern.de/politik/panorama/?eid=506708&amp;id=514449&amp;nv=ex_L3_ct&gt;Estermann&lt;/a&gt;, Mäder oder Segmüller und entstammten bislang erstaunlich oft dem &lt;a href=http://www.schweizergarde.ch/pdf/Offiziere%20ab%201858.xls.pdf&gt;Luzerner Adel&lt;/a&gt;. Weitere Ungenauigkeiten Browns in Sachen Schweizer Garde zähle ich auf Anfrage gerne auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) CERN-Sekretärin Sylvie Baudeloque sitzt in Genf und denkt über die Kirche nach: «The church recorded the benchmarks of her life  funerals, weddings, baptisms, holiday  &lt;b&gt;and it asked for nothing in return&lt;/b&gt;» (S. 366). Ja weiss denn Herr Brown nicht, dass man in der Schweiz Kirchensteuern zahlen muss??!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Okay. Ich bin ja sonst nicht der Typ, der über jeden kleinen Lapsus in einem Buch nörgelt. «Wer schreibt, macht Fehler» sage und ich aus eigener Erfahrung und, «Details, das alles», sage ich, und: «Browns Hauptthema sind ja nun mal die Illuminati, die Kunstschätze von Rom und die Antimaterie und nicht die Schweiz und ihre Edelweiss-Bestände». &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Frogg lässt mir keine Ruhe. Sie insistiert: «Meinst Du denn, ich würde das ganze Gelaber über Rom, die Antimaterie und die Illuminati glauben, wenn er über die Schweiz nichts, aber auch gar nichts korrekt hinkriegt?! Und weißt Du, wie viele Leute diese Bücher lesen, weil sie glauben, aus ihnen etwas zu lernen?!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut. Deshalb Froggs Tipp: Lest Brown, wenn ihr erkältet im Bett liegt (wie die Frogg letzte Woche) oder aus sonst einem Grund die Zeit mit anspruchsloser aber fesselnder Lektüre totschlagen müsst. Aber glaubt dem Kerl kein Wort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dan Brown: «Angels and Demons», London, Corgi, 2001.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2005-02-16T11:00:06Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/465027/">
    <title>Über Betty Bossi</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/465027/</link>
    <description>In den achtziger Jahren ging ein alter Strassenmusiker namens Paul in unserer WG aus und ein. Wenn es etwas Rechtes zu Essen gab, faltete er am Tisch die Hände und sagte: «Thank you, Betty Bossi.» Paul war Engländer, aber er hatte das Wesen der Schweizer Küche begriffen wie kein zweiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betty Bossi war eine &lt;a href=http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D47458.html&gt;Firma&lt;/a&gt;, die Kochbücher publizierte. Doch für alle Hausfrauen und Hobbyköche und selbst für die WG-Bewohner der Schweiz war Betty Bossi damals unentbehrlich. So unentbehrlich wie für die Rüebli auf dem Felde der Regen und der Sonnenschein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu passte: Viele Leute glaubten, Betty Bossi sei eine wirkliche Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Kochbücher wurden wohl deshalb so beliebt, weil sie für unsere Mütter die preiswerte Erlösung vom Kochschulmief der fünfziger Jahre waren. Denn in den Schulkochbüchern unserer Mütter gab es nichts als schwarzweisse Zeichnungen, Rindfleisch-im-Saft-Sparsamkeit und Fettflecken. Noch für meine Kochlehrerin war selbstgemachte Mayonnaise das höchste der Gefühle. Einfach, weil das französisch klang. Alle Rezepte in Betty Bossis Büchern aber war alles bunt und «gluschtig». &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betty Bossi aber war nicht nur gluschtig. Sie hatte für jeden Geschmack und jede Lebenslage etwas: Käseschnitte spezial oder Kalbsfilet im Teig; Ratatouille oder Randensalat, Linzertorte oder Tiramisu (das damals gerade in Mode kam). So kam es, dass bald alle Schweizer Haushalte Kochbücher von Betty Bossi besassen. Nicht alle dieselben. Aber alle mindestens eines.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz herrschte der Monotheismus von Betty Bossi. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bücher aus dem Ausland kaufte man ja nicht. Die enthielten Fehler, dass wusste man. Mit Büchern aus dem Ausland wurde die Mousse zu flüssig und den Tortenboden zu staubig. Betty Bossi-Bücher aber waren Schweizer Bücher und enthielten keine Fehler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das war eine goldene Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber sie ist vorbei. Heute kann man mit Kochbüchern allein keine rechten Geschäfte mehr machen. Hat ja niemand mehr Zeit zum Kochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das merkte auch Betty Bossi. Recht früh sogar. Ohne Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute macht sie vor allem Convenience Food. Pizza und Salate. «Ziemlich teuren convenience food», findet die Frogg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr T. aber sagt: «Betty Bossi macht den besten Convenience Food.» &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat sich noch nie gerne von den Göttinnen der Vergangenheit getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*«gluschtig»: schweizerdeutsch, Adj., hauptsächlich für Essen, etwa: «Lust erweckend»</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2005-01-08T23:28:39Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/454450/">
    <title>Zum Buch «Blogs»</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/454450/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de/images/blogscols3.jpg&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok. Die beiden Herausgeber Don Alphonso und Kai Pahl haben mit ihrem &lt;a href=&quot;http://schwarzkopf-schwarzkopf.de/assets/s2dmain.html?url=http://schwarzkopf-schwarzkopf.de/szene/0/neuerscheinungen/blogs.html&quot;&gt;Buch&lt;/a&gt; das Bloggen geadelt. Das ist verdienstvoll. Denn noch immer gilt für fast alle: Nur was auf Papier erscheint, ist auch etwas Wert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings scheint das Papier für dieses Buch wieder mal besonders geduldig gewesen zu sein. Jedenfalls das für den Theorieteil verwendete Papier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn was die Begriffe &lt;b&gt;Medien, Journalismus&lt;/b&gt; und &lt;b&gt;News&lt;/b&gt; betrifft, so machen die beiden Herausgeber meiner Meinung nach ein Durcheinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, &lt;b&gt;«die Medien»&lt;/b&gt; haben heute beträchtliche strukturelle Probleme   egal ob sie in Print oder im Internet erscheinen. Und ja: «die Medien» verlieren Leser an Blogs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber daran wird sich auch dann nichts ändern, wenn Blogs bei «den Medien» einen Platz bekommen. Denn «die Medien», die Kai Pahl und Don Alphonso wahrscheinlich meinen, sind von Journalisten produzierte Medien. Und &lt;b&gt;Blogger sind keine Journalisten&lt;/b&gt; (mit Ausnahme von Don Alphonso und ein paar anderen mit ihren Fachblogs, klar). Das sage ich als Bloggerin und als Journalistin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &lt;b&gt;Journalisten&lt;/b&gt; will ich wissen, dass Phuket überflutet wurde. Ich will von ihnen wissen, was mit unserer Altersversorgung passiert und ob unsere Kinder anständige Schulen besuchen. Und ob es morgen eine neue Radspur gibt in Frösch. Ich will von ihnen auch wissen, ob das gut ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Blogger&lt;/b&gt; aber lese ich, weil ich mich in der Alltagswelt anderer wieder finden möchte. Weil ich lachen möchte. &lt;b&gt;Bloggerin&lt;/b&gt; bin ich, weil ich die Welt durch mit noch anderen Mitteln beschreiben möchte als mit denen des Journalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb sage ich: Sie ergänzen einander gut, Journalisten und Blogger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und: Im Buch lieber nur den Teil mit den Blog-Texten lesen. Schöne Texte sind das! Literarische Texte! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja. Und die Frogg wird noch den Schlussteil des Buches lesen. Damit sie endlich weiss, wie ein schöner Blog aussehen soll ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertung: *** (von fünf möglichen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Blogs!  Text und Form im Internet», Hrsg. Don Alphonso und Kai Pahl; schwarzkopf &amp; schwarzkopf, 2004</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/topics/vorm+buechergestell&quot;&gt;vorm buechergestell&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2004-12-28T13:42:49Z</dc:date>
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