vor der Flimmerkiste

5
Jan
2008

Böse böse böse

Dieser Tage suhlt sich die Frogg in der dritten Staffel von „Desperate Housewives“ – auf DVD, stundenlang.



Ich habe die "Weiber" immer geliebt. Vor allem Bree (ganz links) und Gabrielle (ganz rechts). Die beiden sind manipulative Hexen, ach was, es gibt gar kein passendes Schimpfwort für Gestalten von soviel Bosheit, Verlogenheit und Selbstsucht. Schön und gut. „Doch reale Frauen sind nicht so“, denke ich. Nicht, dass die Frauen, die ich kenne, nie manipulativ oder selbstsüchtig wären. Meist jedoch schiebt sich genau dann, wenn sie es sind, eine Wolke der Unsicherheit und des Selbstbetrugs vor ihr Gesichtsfeld. So sehen sie ihre eigene Intrige nicht und verpatzen sie womöglich. Ja. Darüber weiss auch Madame Frogg ein Lied zu singen.

In letzter Zeit habe ich allerdings wieder ein paarmal Männern beim Reden über Frauen zugehört. Ich habe festgestellt: Vor allem bürgerlich orientierte Männer mit Scheidungserfahrung halten Frauen grundsätzlich für geldgierig und höchst berechnend. Und mir ist durch den Kopf gegangen, dass „Desperate Housewives“ das Kind eines Mannes ist: Die Serie stammt vom "etwas konservativen, schwulen Republikaner" Marc Cherry. Ich habe mich zu fragen begonnen: Glauben Männer, dass Frauen so sind?

30
Dez
2007

Die besten DVDs

Eben habe ich mir mein überraschendstes Weihnachtsgeschenk zu Gemüte geführt: Die DVD Drei Nüsse für Aschenbrödel . Ein Genuss. Das ultimative Wintermärchen für lebenshungrige Prinzessinnen zwischen 6 und 66.



Danke, Pipistrella!!!

Das Werk tut der Frogg'schen DVD-Sammlung gut. Die ist etwas schwach auf der Brust, weil: Es gibt Dinge, die die Frogg zum Weinen langweilig findet. Zum Beispiel Fussball. Oder Technik. Deshalb ist sie bei der Anschaffung neuer technischer Geräte immer Jahre hinter dem Durchschnittseuropäer her. Auch einen brauchbaren DVD-Player schaffte sie sich erst im Herbst 2007 an. Drei DVDs hatte sie allerdings schon vorher besessen. Weil ihr manchmal ein Meisterwerk der Filmgeschichte begegnet war, wenn sie, wie von magischer Hand geführt, in die DVD-Abteilung einer Buchhandlung geirrt war. Meisterwerke, die sie dann einfach hatte kaufen müssen. Diese drei waren es:

Fluch der Karibik No 1: Weil sie als eine der ersten, jawohl, der ersten im deutschen Sprachraum gemerkt und noch viel zu zurückhaltend in Worte gefasst hat, wie epochal hinreissend Johnny Depp als Pirat ist (Filmkritiker merken sowas ja nicht).


O Brother Where Art Thou: Weil die Brüder Coen tolle Filmemacher und die Odyssee einer der spannendsten Stoffe der westlichen Kulturgeschichte ist. Und weil der Streifen einen berauschenden Soundtrack hat.



Bram Stoker’s Dracula von Francis Ford Coppola: Der beste Film, der je über Sex gemacht wurde.


Als das DVD-Gerät dann da war, nahm sich dieser Vorrat, so essenziell er sein mochte, doch plötzlich etwas kümmerlich aus. Zum Glück schenkte Helga mir im Herbst noch eine Scheibe, die sie selber nicht mochte: Vanity Fair. Ich mag den Film, ein opulentes Porträt der rücksichtslosen sozialen Aufsteigerin Becky Sharp. Einer Aufsteigerin, die von Filmemacherin Mira Nair mit deutlich mehr Verständnis gezeichnet wird als von ihrem Schöpfer, dem Romancier William Thackeray.

Zu Weihnachten bekam ich dann vom Herrn T. die gesamte dritte Staffel von Desperate Housewives. Die Serie, die ich zur Hälfte verpasst hatte, weil ich ja jetzt ein Nachtschattengewächs bin.

Für die nächsten paar Wochen bin ich also wieder ausgerüstet.
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