<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://froggblog.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://froggblog.twoday.net/">
    <title>Journal einer Kussbereiten : Rubrik:im Meniere-Land</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/</link>
    <description></description>
    <dc:publisher>diefrogg</dc:publisher>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-23T18:17:14Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    
    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/froggblog/images/icon.jpg" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6103253/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6100348/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6097936/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6089061/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6087746/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6083906/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6080511/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6076309/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6072814/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6071625/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6068362/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6065631/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6061978/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://froggblog.twoday.net/stories/6053954/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/froggblog/images/icon.jpg">
    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
    <url>http://static.twoday.net/froggblog/images/icon.jpg</url>
    <link>http://froggblog.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6103253/">
    <title>Ich rieche Hundehaare</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6103253/</link>
    <description>Als ich mit miserablem Gehör im &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6018800/&quot;&gt;Spital&lt;/a&gt; war, sagte eine Krankenschwester zu mir: &quot;Wissen Sie, wenn Sie nicht mehr so gut hören, dann müssen Sie sich einfach sagen: Jetzt müssen die anderen Sinne ran!&quot; Dazu hatte sie diesen Ton, mit dem einem manche Menschen Optimismus und Hoffnung quasi zwangsfüttern wollen. Ich weiss, sie meinen es gut. Und doch erreichen sie bei mir damit meistens nur, dass ich spucke oder eine Schnute ziehe. Mir ist lieber, man anerkennt es, wenn meine Lage beschissen ist. Wenn das jemand tut, dann bemühe ich mich meistens, nicht mehr zu jammern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber item. Das Thema &quot;andere Sinne&quot; hat für Leute mit schwachen Ohren dennoch etwas für sich. Auch Herr Nottquitelikebeethoven hat ihm einen &lt;a href=&quot;http://notquitelikebeethoven.wordpress.com/2009/05/15/das-ist-ja-unheimlich/&quot;&gt;Eintrag&lt;/a&gt; gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, was die Augen betrifft, konnte ich meiner Krankenschwester leider nicht das erhoffte getröstete Lächeln entgegenhalten. Für eine 44-Jährige sehe ich zwar ganz ordentlich. Aber ich bin leicht kurzsichtig. So leicht, dass ich meistens in matchentscheidenden Momenten die Brille nicht aufhabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber mein Geruchssinn, ja, der ist in manchen Belangen geradezu extraordinär. Gestern zum Beispiel sass ich weit vorne in einem halb vollen Bus. Irgendwann roch ich: Irgendwo in diesem Bus befindet sich ein Hund. Ein nasser Hund, wohl ein Grosser mit langen Haaren. Wääck! Frau Frogg rutschte auf ihrem Sitz herum, schnüffelte und guckte und murmelte vor sich hin: &quot;Ich schmöcke Hundehoor! Ich schmöcke Hundehoor&quot;, wie weiland der Leibhaftige im Märchen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Teufel_mit_den_drei_goldenen_Haaren&quot;&gt;Der Teufel mit den drei goldenen Haaren&lt;/a&gt; (der allerdings Menschenfleisch roch). Aber sie sah keinen Hund. Erst fast bei der Endstation sah sie eine Frau mit einem kleinen Spaniel aussteigen. Am hintersten Ende des Busses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fragte sich die Frogg lebhaft: Welchen Sinn kann es für einen Menschen des 21. Jahrhunderts haben, einen so kleinen, harmlosen Hund in einem Bus zu riechen? Das ist ja eine zusätzliche Beeinträchtigung, aber sicher keine Hilfe und kein Ersatz für eine Behinderung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ja... in einem gewissen Sinne ist es das eben doch. Es verursacht bei mir das gleiche Gefühl der Genugtuung wie wenn ich an einem guten Tag von unserem vierten Stock aus die &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5980158/&quot;&gt;Waschmaschine im Keller&lt;/a&gt; hören kann. Und ausserdem: Lieber ärgere ich mich con brio über einen stinkigen Hund als gar nichts von meiner Umwelt mitzubekommen!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-21T13:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6100348/">
    <title>Wettlauf gegen Taubheit</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6100348/</link>
    <description>In den letzten Tagen konnte ich am Morgen jeweils ziemlich gut Musik hören. Nicht am Radio oder auf Stereo, da klingt alles viel zu falsch. Aber auf YouTube und MP3 gehts ganz gut. Und ich darf nicht wählerisch sein: Häufige Schwindelanfälle und abendliche Taubheit erinnern mich stets daran, dass ich möglicherweise nicht mehr viel Zeit habe. Also liefere ich mir selber jeden Morgen einen Wettkampf gegen die Taubheit und höre Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ein Müsterchen. Für mich Kleinstadtmenschen eine Art persönliche Utopie - mit Augenzwinkern, aber auch leiser Sehnsucht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/gMqIuAJ92tM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/gMqIuAJ92tM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Tipp habe ich übrigens von &lt;a href=&quot;http://redders.wordpress.com/2009/12/16/krieg-und-menstruationsprobleme/&quot;&gt;redder&lt;/a&gt;,  der ein Händchen für gute YouTube-Videos hat.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-19T10:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6097936/">
    <title>Hinaus in die Welt</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6097936/</link>
    <description>Seit dem &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6018800/&quot;&gt;30. Oktober&lt;/a&gt; war ich genau ein Mal in einem Restaurant und genau ein Mal in einem Kino. Heute aber fand ich, es sei Zeit, wieder in die Welt hinaus zu gehen. Ich liess mich von meiner Freundin Ella ins Kunstmuseum locken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist unser Kunstmuseum ein schicker Bau. Aber er liegt am versifftesten, düstersten, abgefucktesten Ende der Bahnhof-Unterführung. Eine schmale Treppe verbindet Unterführung und Museum. Eine von der Sorte, an der man stets Urin zu riechen glaubt. Auch dann, wenn sie gar nicht nach Urin riecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Fuss der Treppe sehe ich einen Typen mit zottiger Frisur verkrümmt dastehen. Er hält sich mit der einen Hand am Geländer fest. Die andere hat er vor dem Schritt. Er atmet schwer. Mein Ohrenleiden hat mich für die Bedrängnisse meiner Mitmenschen sensibler gemacht (hoffe ich wenigstens). Ich will ihm helfen, gehe auf ihn zu, er reagiert nicht. Ich zögere noch einen Moment. Dann wird mir klar, dass ich gar nicht weiss, ob sich &lt;br /&gt;
- dieser Typ gerade einen herunterholt&lt;br /&gt;
- ob er daran ist, sich einen Schuss zu setzen&lt;br /&gt;
- oder ob er als Lockvogel für hilfsbereite Frauen dasteht, die in dieser finsteren Ecke um ihr Portmonee gebracht werden wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aha. Ich bin wieder von dieser Welt, denke ich. Ich lasse ihn in Ruhe. Er steht ja noch, so schlimm kann es nicht sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im dritten Raum der Ausstellung werde ich dann selber hilfsbedürftig: Die Wände dort sind gleich grau wie der Boden. Das bringt meinen labilen Gleichgewichtssinn aus dem Konzept. Ich habe einen Schwindelanfall und muss mit dem Allerwertesten testen, welche der grauen Wände der Boden ist. Ella schleppt mich hinaus. Der Schwindel geht vorbei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später im Restaurant merke ich dann, wie fehlhörig ich bin. Es klingt dort die ganze Zeit, als würden an allen Nebentischen ein riesige Töpfe mit Wasser kochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch  möchte ich den Ausflug nicht missen. Vor allem nicht jene Zeit, die wir vor einer Videoreproduktion dieses Gemäldes verbrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://media.kunst-fuer-alle.de/img/41/g/41_00639598~_felix-edouard-vallotton_poivrons-rouges.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
(Gemälde von Felix Edouard Vallotton, Videoarbeit von Judith Albert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil der Teller mit Messer und Peperoni auf dem Video langsam eingeschneit wurde, redeten wir (leise, wir waren an einer Ausstellung) über &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5950543/&quot;&gt;dieses Buch&lt;/a&gt;. Und &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/4570131/&quot;&gt;diese DVDs&lt;/a&gt; (und noch ein paar andere). Bis das Stilleben mindestens dreimal eingeschneit war. Da war ich glücklich. Ich kann noch ein Zwiegespräch im öffentlichen Raum führen. Es war ein schönes Gespräch.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-17T17:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6089061/">
    <title>Keine Freudentränen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6089061/</link>
    <description>Wochenlang habe ich gebetet, dass ich irgendwann wieder Musik hören kann. Lange Zeit konnte ich es nicht, weil sie in meinen Ohren einfach zu beschissen klang. Alle Gitarren verstimmt, alle Synthesizer fehlprogrammiert, alle Pauken kaputt, dazu Tröten, Scheppern und Gurgeln. Ich wollte unbedingt noch einmal, wenigstens noch einmal, das sagenhafte Gitarrensolo von &quot;Stairway to Heaven&quot; ohne Fehltöne hören. Und ein paar andere Songs von anderen Bands, klar. Aber &quot;Stairway to Heaven&quot;, das war besonders wichtig. Als junges Mädchen habe ich den Song oft gehört. Achtlos. Er kam ja jeden Tag am Radio (damals hörte unsereiner SWF 3, seither kenne ich jedes Kaff im Schwabenland wegen der Verkehrsmeldungen). Erst in der Frühphase meiner Hörstürze besann ich mich auf die schiere Brillianz dieses Solos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine Live-Version:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/ugxFcmZXDyc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/ugxFcmZXDyc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute morgen war es soweit. Die Töne sind wieder da und sitzen, die Nebengeräusche sind fast weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erwartete, in Freudentränen auszubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt dessen setzte sich eine miese, kleine Traurigkeit zwischen meine Rippen und breitete sich aus. Schliesslich war sie es, die mich zum Weinen brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wusste: Ich werde nie mehr dieselbe sein wie früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bin ich undankbar?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-12T15:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6087746/">
    <title>Im Kühlschrankgewitter</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6087746/</link>
    <description>Vergangene Nacht hatte Frau Frogg einen kleinen Schwindelanfall. Seither hört sie auf dem rechten Ohr wieder richtig gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar bin ich immer noch lärmempfindlich und trage draussen weiter Ohropax. Doch heute tat ich etwas ganz Wunderbares. Etwas, was ich seit Wochen nicht mehr ohne Entsetzen über den Zustand meines Gehörs hatte tun können. Wer nie an einer Tieftonschwerhörigkeit gelitten hat, wird mein Glück darüber schwerlich nachvollziehen können. Aber ich erzähle es Euch trotzdem: Als ich im Coop einkaufte, blieb ich vor dem Kühlschrank mit den Fischstäbchen und den Pangasiusfilets stehen. Dann zupfte ich mir das Ohropax aus dem rechten Ohr. Und dann liess ich mich vom Kühlschrankgesurr duschen, etwa eine halbe Minute lang. Ich konnte es wieder hören, und es klang, wie Kühlschrankgesurr zu klingen hat. Für mich war das wie ein Bad in einem Wasserfall auf einer tropischen Trauminsel.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-11T18:21:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6083906/">
    <title>Bescheuerte Versicherung 2</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6083906/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6076309/main&quot;&gt;Neulich&lt;/a&gt; habe ich mein Problem mit der Callmed-Krankenversicherung geschildert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute Mittag hatte ich alle Formulare für eine Versicherungsänderung ordentlich ausgefüllt. Ich freute mich: Laut dem netten Sachbearbeiter vom Montag gab es eine unbürokratische Lösung für mein Problem. Dennoch ging ich persönlich zur Versicherung. Ich wollte sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Und siehe da: Ein neuer Sachbearbeiter, neue Schickanen: Jetzt brauche ich noch die Bestätigung eines Ohrenarztes, dass ich tatsächlich an schwankender Hörminderung auf beiden Ohren leide. Dass ich deswegen manchmal nur schwer telefonieren kann. Und dass deswegen eine kurzfristige Versicherungs-Änderung Sinn macht. Der Versicherungsheini erklärte: &quot;Sonst gibt das bei der Revision des Bundesamtes möglicherweise ein Problem.&quot; Und man brauche das Gutachten bis 31. Dezember, jawoll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freunde, ich habe ein dünnes Nervenkleid zur Zeit. Ich bin schier in Tränen ausgebrochen, als er das sagte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ging dann sofort zu meinem Ohrenarzt, was sich zum Glück mit einem Spaziergang einrichten liess. Er selber war gerade nicht da. Seine Arzthelferin kennt mich mittlerweile. Sie wiegte bedauernd den Kopf: &quot;Tja... das ist ein Gutachten... dafür braucht der Herr Professor mindestens zwei Wochen.&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-09T15:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6080511/">
    <title>Tränen, Tränen, Tränen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6080511/</link>
    <description>Am Samstag ging ich spazieren. Ich sah, wie drei Schwäne nebeneinander den Göttersee hinunterflogen. Ich hörte, wie ihre Schwingen aufs Wasser aufschlugen. Sonst hörte ich ausser dem Gedröhn in meinen Ohren nicht besonders viel. Dennoch war ich für einen Moment lang eins mit mir und der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Hause griff ich dann nach Wochen unablässiger Lektüre seichter Kost zu diesem Buch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.berlinerliteraturkritik.de/uploads/RTEmagicC_Ziegler_Text.jpg.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
Denn mir wurde klar: Die Welt hat drängendere Probleme als mein Ohrenleiden. Es schien, dass mich die Welt wieder hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch gestern hatte ich noch einmal einen schweren Rückfall in die Abgeschiedenheit meiner Krankheit. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch und hing dort in meinem Zimmer herum. Ich brach in Tränen aus und konnte kaum noch zu weinen aufhören. Ich weinte, einfach weil ich traurig war. Ich weinte um mein verlorenes gutes Ohr. Ich weinte, weil alles, was ich höre, schrecklich klingt. Ich weinte, weil ich mich als das missratenste und nutzloseste Kind im Quartier meiner Eltern fühlte. Und weil sie sich trotzdem so viel Mühe um mich geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte ich allmählich genug geweint haben. Ich weine seit dem &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6018800/main&quot;&gt;30. Oktober&lt;/a&gt; täglich. Das war der Tag, an dem ich ins Spital musste. Als sie mir die Nadel mit dem Cortison ins Ohr gestossen hatten, lag ich da. Vor meinem geistigen Auge sang Robert Page &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5996237/&quot;&gt;&quot;I&apos;ll give you every inch of my love&quot;&lt;/a&gt; und ich brach in Tränen aus. So frech, so unbeschwert, so englisch, so Rock&apos;n&apos;roll. Und vielleicht alles vorbei für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den wechselhaften Wochen danach schein es, als müsste jeder Aspekt meines Lebens betrauert sein: Meine nie geborenen Kinder; meine dahinsiechende Grossmutter; die Tatsache, dass auch meine Eltern älter geworden sind; die Tatsache, dass Herr T. da war; die Tatsache, dass er nicht da war; die Erinnerung an meine viel zu früh verstorbene erste Liebe; dass ich vielleicht nie mehr mit meinen Lieblingskollegen zusammenarbeiten werde; mein Stolz auf meinen Beruf; mein Stolz auf mein Gehör; mein Stolz auf... Ich weiss nicht, ob das je wieder aufhört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eins weiss ich: Heute las ich wieder Ziegler. So viel Wissen. So vieles, was uns Westlern so dringend gesagt gehört. Und immer zu wenig Zeit, es zu sagen. Immer diese Eile. Ziegler schreibt genau wie er spricht: atemlos, eindringlich, getrieben. Auch wenn das Thema ernst ist: Ich musste lächeln.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-07T17:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6076309/">
    <title>Bescheuerte Versicherung</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6076309/</link>
    <description>Ich glaubte, etwas Kluges zu tun: Im September schloss ich für das kommende Jahr eine so genannte Callmed-Krankenversicherung ab. Das bedeutet: Bevor ich einen Arzt aufsuche, muss ich eine 0800-Nummer meiner Krankenkasse anrufen. So spare ich Prämien. Und die Krankenkassen scheinen ganz erpicht darauf, ihre Versicherten in ein solches System zu stecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war, bevor die Hörstürze auf meinem guten Ohr begannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdessen habe ich gemerkt, dass die Sache einen Haken hat: Vielleicht gibt es auch in Zukunft Tage, an denen ich wegen meiner &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Meni%C3%A8re&quot;&gt;Meniere-Erkrankung&lt;/a&gt; auf beiden Ohren miserabel höre. So schlecht, dass ich gar nicht telefonieren kann. Und wahrscheinlich hätte ich genau an jenen Tagen das Bedürfnis, einen Arzt oder gar das Spital aufzusuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern hörte ich ganz ordentlich. Deshalb beschloss ich, bei der Callmed-Versicherung nachzufragen, ob sich das Problem irgendwie lösen liesse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun heisst es ja, man werde bei diesen Callmed-Zentren mit medizinisch geschulten Leuten verbunden. Aber die Callcenter-Frau, die ich am Telefon hatte, schien den Begriff Meniere&apos;sche Krankheit noch nie gehört zu haben. Als ich ihr mein Problem schilderte, blieb ihr dann vollends die Spucke weg. Freunde, ich höre ja nicht besonders gut. Aber ich konnte sehr wohl hören, wie die Frau einen furchtbar dümmlichen Blick bekam, als sie stammelte: &quot;Ja, dann... dann... ändern Sie wohl besser Ihre Versicherung wieder.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das würde auf Grund dieser Erfahrung tatsächlich gern. Aber leider ist das Anfang Dezember nicht mehr möglich. Es erstaunt mich, dass die Frau am Telefon das nicht gewusst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edit 7. Dezember: Ich kann bis Ende Jahr meine Versicherungspolice doch ändern. Dem Himmel sei Dank!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-04T09:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6072814/">
    <title>Schlimmes Erwachen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6072814/</link>
    <description>Gestern Abend telefonierte ich noch mit meiner Freundin Ella. Ich schaute fern, mit und ohne Untertitel. Ich hörte unten auf der Strasse Autos vorbeifahren und weit weg die Züge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute Morgen:  Nur das Gejodel und Georgel in meinem Ohr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ein paar Tagen hörte ich noch Gebrabbel am Radio, dann konnte ich vorübergehend wieder Nachrichten hören. Eben fragte ich Herrn T,: &quot;Läuft das Radio&quot;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sagte Ja. Ich hörte nur verschneites Stimmrauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das schlimmste ist: Ich weiss nicht, was ich machen soll. Im Spital haben sie getan, was sie konnten. Wenn ich jetzt anrufe, werden sie mich nur abwimmeln.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-02T10:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6071625/">
    <title>Sexiest Man Alive</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6071625/</link>
    <description>Neulich beim Spazieren: Ich habe mir meine Ohropax gesteckt. Damit ich nicht hören muss, wie die Autos gurgeln und chirbschen, wie der Fluss dünn rieselt und schmurgelt und girrt und wie die Stimmen meiner Mitspaziergänger blechern klingen. Herr &lt;a href=&quot;http://www.medizinfo.de/ohren/innen/meniere.shtml&quot;&gt;Meniere&lt;/a&gt; hat mich im Griff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kommt mir ein Paar entgegen. Ihn kenne ich an der Gestalt, ohne ihn anzusehen. Er ist Kuno, der Hüne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich 14 war, war er the Sexiest Man Alive. Er war eine Klasse über mir in der Kantonsschule. Er war ein Sport-As und muss eine verlässliche Stimme gehabt haben. Jedenfalls sang er die Hauptrolle im Schulmusical. Wenn ich mich mich ein wenig anstrenge, kann ich sie von fern noch hören, diese Stimme, einen weichen, eher vorsichtigen Bariton. Als wolle er ja nichts falsch machen. Aber das merke ich erst jetzt, in der Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals merkten wir das nicht. Die Prinzessin und ich (vor allem ich) himmelten ihn an. Er ignorierte uns, so gut er konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wider erwarten eroberte er nach der Matur nicht Hollywood und nicht einmal Leutschenbach. Nein, Jahre später fand ich Bilder von ihm im Regionalteil unseres Tagblatts. Er zeigte sich unseren Fotografen stets in der Umgebung angegrauter Herren, die der Schmauch von Zigarren zu umwehen schien. Er trug den Titel eines Direktors. Als ich noch Journalistin war, habe ich ein- oder zweimal mit ihm telefoniert. Beruflich. Dabei verzichtete ich tunlich darauf, unsere gemeinsame Gymi-Zeit anzusprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesmal schaue ich an ihm vorbei. Ich richte meinen Blick fest auf den Wegrand. Ich will ihn gar nicht sehen. Ich habe genug mit mir selber zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber irgendetwas zwingt meinen Blick auf sein Gesicht. Ja, das ist es: Er sieht mich an. Seine Augen blitzen hellbraun, er gibt mir ein frisches Halblächeln. Er erkennt mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich nehme mich zusammen. Er kann ja nicht sehen, dass ich furchtbar taub bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich gebe ihm mein geheimnisvollstes Halblächeln zurück.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-01T15:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6068362/">
    <title>Letztes Telefon</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6068362/</link>
    <description>Nehmen wir einmal an, Ihrer hättet noch Zeit für genau ein einziges Telefongespräch. Nachher würdet Ihr gehörlos und nie mehr telefonieren können. Wen würdet Ihr anrufen? (Ehepartner, Kinder oder Eltern einmal ausgenommen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edit: Ehepartner, Kinder oder Eltern nicht ausgeschlossen. Sonst ist es wirklich verdammt schwierig.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-29T16:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6065631/">
    <title>Zweite Wunderheilung</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6065631/</link>
    <description>Obwohl ich gerade in Cortison-Behandlung bin, stürzte mein Ohr gestern Abend wieder brutal ab: Von Roger Federers Fernseh-Kommentar zu seinem Spiel hörte ich nur noch &quot;brabbelbrabbel... guet gschpiilt.... brabbelbrabbel..., a bitz a tschälensch&quot;, oder ähnlich. Nicht so schlimm. Er sagt ja sowieso immer dasselbe. Schlimmer: An telefonieren war nach 21 Uhr nicht mehr zu denken (ich hätte es vielleicht gekonnt, aber ab einem gewissen Punkt schäme ich mich jeweils, dauernd &quot;hä?!&quot; zu sagen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann am Abend sagte ich mir so gelassen wie möglich:  Frau Frogg, Du wirst nicht wieder gesund. Wenn Du ins Leben zurück willst... &quot;Ja, das will ich, unbedingt und möglichst bald!&quot; qiuekste Frau Frogg.... also gut, wenn Du wieder zurück ins Leben willst, dann musst Du Dich damit abfinden, dass Du es mit einer Behinderung tust. Am besten lernst Du möglichst schnell, damit umzugehen! Ich muss zugeben: Damit sich Frau Frogg so etwas einigermassen gelassen sagen kann, braucht sie die Hilfe eines Milligramms Temesta. Aber vielleicht gehts auch eines Tages ohne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute Morgen war dann wieder ein Termin im Spital fällig: die dritte von vier letzte Woche begonnenen Cortison-Spritzen direkt ins Trommelfell. Die Injektionen machen die jungen Ärzte im Spital, es ist fast jedes Mal jemand anderes. Diesmal war wieder der &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6039828/main&quot;&gt;etwas andere Doktor&lt;/a&gt; an der Reihe. Er ist noch jung, asiatischer Abstammung und sieht irgendwie selbstvergessen aus, wenn er auf seinen Strohsandalen durch die Gänge schlurft. Er geht anders mit Frau Frogg um als die anderen Ohrenärzte. Wenn man zu normalen Ärzten sagt: &quot;Hören Sie, dieses Auf und Ab macht mich halb wahnsinnig. Ich bin mit den Nerven am Ende.&quot; Dann sagen die: &quot;Ach, Sie müssen das positiv sehen. Es besteht eine reelle Chance, dass alles wieder gut wird.&quot; Er aber sagt: &quot;Das verstehe ich gut.&quot; Und versucht irgendwie zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztes Mal, an einem verzweifelten Morgen, schrieb er mich ein paar Wochen krank und schickte mich dann nach Hause. Ich solle mich ausruhen, sagte er. Das sei das Wichtigste. Ich ruhte mich aus, und dann geschah etwas ganz Aussergewöhnliches: Gegen 17 Uhr konnte ich wieder Radio hören. Am Abend ging ich mit Veronika spazieren. Sie wird bezeugen, dass wir damals eine ganz normale Konversation führten. Dazu war mir leicht schwindlig, und ich hatte dieses seltsame Geräusch im Ohr: wie Schmelzwasser, das unter Eis hervorrieselt. Wie 1000 fallende Stecknadeln. Am nächsten Morgen hörte ich wieder alles. Das war meine erste Wunderheilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider dauerte das Glück nicht mehr als zwei Tage. Danach wandte sich das arme Ohr wieder zeitweise sehr ruckartig von der Welt ab. Deshalb erwartete ich diesmal auch nicht viel vom etwas anderen Doktor. Ich liess ihn mir meine Spritze geben und legte mich dann zu Hause auf die Couch. Herr T. hörte kochte Mittagessen und hörte Radio. Ich hörte Brabbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor dem Mittagessen streckte mich ein für meine Verhältnisse ungewohnt heftiger Schwindelanfall noch tiefer in die Polster. Gleichzeitig hörte ich im Soundbrei am Radio wieder erste klare Phrasen. Ich schluckte ein Antemin gegen die Übelkeit und nahm das Mittagessen zu mir. Danach hörte ich die ersten Flugzeuge seit Tagen am Nachmittagshimmel. Und ich hörte 1000 fallende Stecknadeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorhin hörte ich wieder leise Musik. Sehr leise. Und ich dankte still dem etwas anderen Doktor. Ob die Heilung von Dauer ist oder nicht, wird sich diesmal zeigen. Aber er hat mir einen Aufschub gewährt. Den werde ich geniessen, auch wenn er nur einen Tag dauert.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-27T13:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6061978/">
    <title>Gelächter über Untertitel</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6061978/</link>
    <description>Weil ich so &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/&quot;&gt;lärmempfindlich&lt;/a&gt; bin, habe ich angefangen, mit Ohropax fernzusehen und die Untertitel einzuschalten. Nach einigem Getüftel fand Herr T. heraus, dass es ganz einfach ist: Man bleibt auf SF1, drückt auf der Fernbedienung den Teletext-Knopf und dann 777. Zwar beschränkt einen das ein wenig bei der Sendungswahl. Sport interessiert mich ja nicht so, obwohl gerade da die Untertitelung besonders breit ist. Ich bin ja mehr der schöngeistige Typ. Aber offenbar nimmt das Fernsehen an, dass Schöngeister alle gut hören. Nun, wie dem auch sei: Gestern liess ich es bei der &quot;Tagesschau&quot; und &quot;Ein Fall für Zwei&quot; bewenden. Offenbar ist der Krimi so harmlos, dass man ihn sogar Hörbhinderten zumuten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.monstersandcritics.de/downloads/downloads/articles3/137847/article_images/image4_1242429756.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dafür bringen die Untertitel von &quot;Ein Fall für Zwei&quot; mich immer weder zum Lachen: Da huscht etwa Privatdetektiv Matula durch ein nachtblaues Interieur hinter einem Verdächtigen her, dazu heisst es: &quot;Unheimliche Musik&quot;, dann &quot;spannende Musik&quot;, dann &quot;unheilvolle Musik&quot;. Ich frage mich, wozu diese Information da ist. Hat Musik eine handlungsrelevante Funktion, die ich noch nicht bewusst erkannt habe? Oder will man uns Hörbehinderten einfach zu verstehen geben, dass man uns nicht vergessen hat?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-25T09:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/">
    <title>Meine wächsernen Freunde</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/</link>
    <description>Ich höre wieder besser. Dafür bin ich jetzt umso lärmempfindlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.floraberlin.de/soundbag/sbimages/ohropax.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier sind meine treuesten Begleiter. Ich stecke mir schon so eine Wachskugel ins rechte Ohr, wenn in der Küche Fleisch angebraten wird. Brutzelndes Fleisch - das sind bestimmt 90 Dezibel! Und zum Erstenmal fällt mir auf, wie häufig Ambulanzen an unserem Haus vorbeisirenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch viel schlimmer ist es auf der draussen. Neulich vergass ich meine wächsernen Freunde. Seither könnte ich eine Lärmkarte unserer Stadt für &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperakusis&quot;&gt;Hyperakustiker&lt;/a&gt; zeichnen. Ich kam über Land. Alles ging gut, bis ich zum Waldgürtel am Stadtrand kam. Dort waren Waldarbeiter am Werk. Mit Kreissägen, wenn ich mich nicht irre. Sie liessen sie aufheulen, als gäbe es kein Morgen. Naja, wahrscheinlich stimmt das auch. Schliesslich ist November. Wenn nicht jetzt Bäume und Hecken schneiden, wann dann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 100 Schritte fand ich die erste Baustelle vor. Genau an der Stelle, an der mein Pfad hinein in den Stadtwald führt. Ein Presslufthammer jagte mich fast eine Hauswand hoch.  Ich hielt mir das rechte Ohr zu, schaltete links mein Hörgerät aus und suchte hastig einen anderen Pfad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum hatte ich mich in den Wald gerettet, wurde ich von einem Hund bekläfft. Schaurig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann eine Weile nichts als Vogelgezwitscher. Vogelgezwitscher ist ok. Meistens. Auch Kinder sind ok. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber am Ostende des Stadtwalds bekommt gerade ein Parkhaus zwei neue Stockwerke. Um sie zu bauen, braucht es offenbar Schleifmaschinen. Der Lärm der Schleifmaschinen hallte den Stadtwald herauf, dass es wahrscheinlich auch den Vögeln zu bunt wurde. Ich jedenfalls stakste mit zugehaltenen Ohren durch den Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ich dann noch durch den Stadtverkehr kam, weiss ich nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich nur noch, dass ich vor vielen Jahren einmal eine &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=75340&quot;&gt;Liste der unentbehrlichen Geräusche&lt;/a&gt; geschrieben habe. Das waren noch Zeiten!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-23T17:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6053954/">
    <title>Wieder Cortison</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6053954/</link>
    <description>Nach den &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6051121/&quot;&gt;Abstürzen&lt;/a&gt; der letzten Tage war gestern klar: Ich brauche wieder Cortison. Nochmals Spritzen direkt ins Trommelfell. &quot;Ich glaube, diesen Winter brauche ich ein Spritzenabo!&quot; sagte ich verzagt zum Assistenzarzt Zwei, der mich diesmal im Spital behandelte. Er sagte nichts, sondern ging erst einmal zum Chefarzt. Jetzt bekomme ich nach der gestrigen Spritze noch drei weitere. Das bestärkt meinen Glauben an das Gute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt: Ich fühle mich besser als in den letzten zwei Tagen. Ich lerne gerade, mich wie ein rohes Ei zu behandeln.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-21T13:07:00Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://froggblog.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://froggblog.twoday.net/search</link>
</textinput>


</rdf:RDF>
