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    <title>Journal einer Kussbereiten : Rubrik:das bin ich</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>diefrogg</dc:publisher>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:date>2009-10-23T22:07:33Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/froggblog/images/icon.jpg">
    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6008000/">
    <title>Hendrix in der Südostbahn</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6008000/</link>
    <description>Für Nicht-Kenner der schweizerischer Eisenbahnen: Die Südostbahn ist ein Zug, der von Luzern ostwärts durch nicht enden wollende Berg- und Hügellandschaften kriecht. Idyllisch bei schönem Wetter. Am Arsch der Welt bei Hochnebel. Gestern lag dicker Hochnebel. Die Frogg betrachtete aus dem Fenster des Zuges Bauernhöfe und zubetonierten Landstädtchen, stichfest konserviert in grauem Gelee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wattwil setzt sich eine 16-Jährige zu mir ins Abteil und greift zum Handy. Sie ruft zu Hause an.  Aber ihr Ton legt nahe: Sie besucht irgendwo eine Managerschule, und jetzt gerade übt sie Personalführung nach Lehrbuch mit den Leuten zu Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Und irgendöpper mue no go &lt;a href=&quot;http://www.knorr.ch/produkte-uebersicht.aspx?ProductId=50&quot;&gt;Schtocki&lt;/a&gt; chaufe&quot;, gebietet sie ihrer Schwester, ihrem Bruder oder ihrem Papi.&lt;br /&gt;
&quot;Jo i waiss, mier chönted au Nüdeli mache, aber waisch, i finde...&quot; hier schraubt sich ihr Ton auf die süsslichen Höhen der Motivier-Stufe 10 für unzuverlässiges, aber leicht manipulierbares Personal, ...i finde aifach, Schtocki isch so öppis Guets!&quot;*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Punkt greife ich zu meinem MP3-Player. Inzwischen habe ich Fortschritte gemacht und ihm ein paar Alben einverleibt. Dabei habe ich geradezu gierig Werke aus meiner Vinylphase ins virtuelle Einkaufwägeli gepackt. Solche, die bei Frau Frogg nicht zuletzt aus technischen Gründen lange Jahre dem Vergessen anheim gefallen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich beginne gerade zu denken, wie schade es sei, wenn so junge Leute schon so strebern müssen wie mein Gegenüber. Da gewittern mir die ersten Akkorde von &quot;All Along The Watchtower&quot; ans Trommelfell.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/bng3agUOYiI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/bng3agUOYiI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt denke ich vorerst gar nichts mehr. Der Song ist noch besser als ich ihn in Erinnerung hatte. Er ist eine Offenbarung. Seit Jahren habe ich mich nicht mehr so genau richtig, so genau wie ich selber gefühlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe viele Jahre lang wenig Musik gehört - weil ich viel gearbeitet habe. Und wegen meines Ohrenleidens. Weil ich immer dachte: Je weniger ich weiss, desto weniger werde ich vermissen, falls ich einmal taub werde. Vielleicht liegt es auch daran, dass mich der Song vor Glück fast durch die Zugdecke katapultiert. Nach so vielen Jahren Musik-Entzug... Ich werde meinen Approach ändern müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später denke ich dann wieder über die Jungmanagerin in meinem Abteil nach. Ich denke, dass es eigentlich genau umgekehrt sein sollte. Die 16-Jährige sollte sich in die bessere Welt des Sounds donnern lassen. Ich, die 44-Jährige, sollte die Dinge im Griff haben und ihre Brut zu Hause herumorganisiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist nun mal so rum. Und es ist gut so. Ja, es ist gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu Deutsch: &quot;Irgendjemand muss noch Stocki (Kartoffelpüree zum Anrühren), einkaufen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ja, ich weiss: Wir könnten auch Nudeln kochen. Aber ich finde einfach, Stocki ist so etwas Gutes.&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-23T20:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5996237/">
    <title>Cortison, Sex, Rock&apos;n&apos;Roll</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5996237/</link>
    <description>Wer krank ist, darf Dinge, die ein Gesunder nicht darf. Zum Beispiel &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=211377&quot;&gt;tröstliche, aber etwas unbedarfte Bücher&lt;/a&gt; lesen. Solche, die ein gebildeter Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte vielleicht nicht lesen würde. Trivialliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich darf man auch etwas befremdliche Musik hören, wenn man gerade krank geschrieben und mit Drogen wie Cortison vollgepumpt ist.  Musik hören tue ich auf jeden Fall. Denn Kühlschränke und Abwaschmaschinen, so schön sie sind, reichen der Frogg im Moment nicht mehr. Nein. Zur Zeit denkt sie: Vielleicht wird meine Zeit zum Musikhören knapp. Also muss ich mir einen Vorrat anlegen. Unvergessliche Songs. Songs fürs Leben. Ich suche sie auf dem Internet und will sie eigentlich auf meinen neuen MP3-Player herunterladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich lasse mich ablenken und lande immer wieder auf irgendwelchen YouTube-Videos. Zum Beispiel auf diesem hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/M5QxPqpQH_M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/M5QxPqpQH_M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe es mir sicher schon dreimal angesehen - nebst einer Reihe anderer Videos von Zeppelin. Wie besessen. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Denn natürlich, in den achtziger Jahren liebte die Frogg &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=84243&quot;&gt;Heavy Metal&lt;/a&gt;. Natürlich schüttelte sie damals im Fliegerschuppen im Vorort ihre schwarzbraun flackernde Mähne zu &quot;Whole Lotta Love&quot;. Aber ein Song fürs Leben war das damals nicht, und heute bin ich für sowas eigentlich zu reif. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum also? Ja, klar. Das Ding ist schierer Sex, gut inszenierter Sex. So entdecke ich hier, was ich als Teenager verpasste, weil unsereiner ja die Sexgötter von anno dazumal noch nicht auf YouTube sehen konnte - sondern nur ausnahmsweise (falls es sie noch gab) in einem biederen Fernsehstudio. Ausserdem ist das Video ein ziemlich guter Mitschnitt von einem ziemlich guten Gig, das werden Kenner bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber da ist noch etwas anderes, und schliesslich verstand ich es: Der Song ist basslastig. Und genau von den Bässen brauche ich einen Vorrat. Ich könnte die ganze Nacht lang Bässe hören. Sie streicheln mein Ohr. Sie geben mir Herzklopfen. (Damit Ihr Euch keine Sorgen macht: Natürlich höre ich das Zeug mit stark heruntergedrehtem Ton!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch etwas: Wenn dieses ekstatische Krächzen von Robert Plant den Raum zerschneidet, dann erinnere ich mich plötzlich, dass in meinem verängstigten Körper einmal eine verrückte, wütende, hungrige Seele steckte. Es muss doch möglich sein, sie wieder ins Leben zurückzulocken!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-16T16:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5950543/">
    <title>Flüsternde Bücher</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5950543/</link>
    <description>Meine Bankrott-Erklärung meinem Krimi gegenüber hat auch ihr Gutes: Sie macht Platz für Neues. Ich gehe öfter aus, lerne Karate und weiss besser mit meinem Handy und meinem Computer umzugehen. Ich muss nicht immer sagen &quot;das interessiert mich nicht&quot;, oder &quot;das geht mich nichts an&quot;, um mir Dinge vom Hals zu halten, die normale Leute schon lange angepackt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ganzen Sommer über habe ich mir überlegt, ob ich je wieder etwas schreiben werde (ausser meinen Blog). Inzwischen weiss ich: Ja, ich werde wieder etwas anderes schreiben. Ich weiss ja jetzt, dass ich die Disziplin dafür habe. Und vielleicht bringe ich ja eines Tages etwas zu Stande, was mich selber überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hat eine neue Phase begonnen: Jetzt überlege ich mir mit grosser Dringlichkeit, &lt;b&gt;was&lt;/b&gt; ich eigentlich schreiben will. So sehr, dass ich manchmal Herrn T. nicht zuhöre, wenn er mir etwas erzählt. Bis vor ein paar Tagen war es mir klar: Ich beisse die Zähne zusammen. Ich setze mich hin und lege die Trümmer meines Krimis vor mich hin. Ich sortiere sie aus und setze sie zu einer neuen Arbeit zusammen. Die Grundidee dafür habe ich schon. Sie überzeugt mich. Wenn ich mich am Riemen reisse, habe ich in einem Monat einen neuen Plot beisammen. In einem Jahr habe ich ein neues Werk geschrieben. Und dann...  dann werde ich ihn vielleicht veröffentlichen können und endlich etwas Geld verdienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber immer öfter fällt mir dieses Bild ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/28332896@N06/3937243329/&quot; title=&quot;filomena reading von filomenafrogg bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3439/3937243329_86646849c8.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;filomena reading&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt mich beim Lesen auf dem Balkon unserer Sommerferienwohnung in Trogir. Ich lese dieses Buch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://booklit.com/blog/wp-content/uploads/2008/02/enright-gathering.gif&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; Ich lese &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/30221.html&quot;&gt;es&lt;/a&gt; so vertieft, dass ich nicht einmal merke, dass Herr T. ein Bild von mir macht. Und derweil ich lese, flüstert die ganze Zeit eine Stimme zu  mir. Sie sagt: &quot;Steh auf, setz Dich an einen Schreibtisch und schreib. So solltest Du schreiben. Solche Dinge solltest Du sagen. Steh auf und tu es, bevor es zu spät ist.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Stimme nicht ernst genommen. Denn könnte ich eine derart hypnotisierende Prosa schreiben wie Anne Enright? Nein, wahrscheinlich nicht. Und überhaupt: Man sollte keine Bücher schreiben, weil man Bücher schreiben möchte wie ein grosses Vorbild. Das ist lächerlich. Man sollte seine eigene Stimme finden. Und überhaupt: So stark ist das Buch gar nicht! Die Sprache mag mir gefallen, aber der Plot? Was will die mir eigentlich erzählen?! Zudem habe ich mir vorgenommen, einen Krimi zu schreiben. Ich kann doch nicht ständig etwas Neues anfangen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zur Zeit lese ich ein Buch, aus dem mich wieder genau dieselbe Stimme beflüstert. &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/welt_print/article2403658/Das-Grosse-im-Kleinen.html&quot;&gt;Dieses&lt;/a&gt; hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://img2.timeinc.net/ew/dynamic/imgs/061107/114037__view_l.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist es, was mich an diesen Büchern reizt? Beide sind doch in einem gewissen Sinne unvollständig. Sie gehören keinem klaren Genre an. Sie beschreiben keine weltbewegenden Vorfälle. Es geht um ganz gewöhnliche Frauen, die ganz gewöhnliche Existenzen führen, relativ gewöhnliche Dinge erleben. Doch beide Bücher stellen Fragen. Beide forschen nach den Wurzeln des Bewusstseins dieser Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es das, was ich will?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-20T16:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5942345/">
    <title>Mit der Hermes Giganta</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5942345/</link>
    <description>Ist es der fast schon vorweihnachtliche Hochnebel, der seit Tagen zur Innerlichkeit einlädt? Oder war es der Besuch bei der &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5934968/&quot;&gt;Prinzessin&lt;/a&gt;, meiner Jugendfreundin? Was auch immer es ist: Irgendetwas drängt mich dazu, Fragen zu stellen. Unbequeme Fragen. Was habe ich einmal gewollt? Was bin ich geworden? Ist das ok? Oder habe ich die Versprechen meiner Jugend gebrochen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Fragen kommen zu einer himmeltraurigen Zeit, nicht nur wegen des Nebels: Meine Karriere als Journalistin existiert faktisch gerade nicht, auch wenn ich noch bei einer respektablen Zeitung mein Brot verdiene. Meinen Krimi ist Makulatur. Und was ich sonst noch schreiben will, weiss ich nicht. Es fehlt zwar nicht an Ideen. Aber es fehlt an Zeit. An Kraft. Und an Überzeugung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dann frage ich mich: Wem habe ich irgendetwas versprochen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich denke an die Zwölfjährige, die ich einmal war. Ich sehe mich an einer alten Schreibmaschine (später nannte ich sie stets &quot;meine Hermes Giganta&quot;. Eine &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Baby&quot;&gt;Hermes Baby&lt;/a&gt; habe ich nie besessen). Mit jener Schreibmaschine schrieb ich beachtliche 300 Seiten meines ersten Romans. Ich schrieb epische Geschichten für die Prinzessin. Und wenn mir gerade nichts einfiel, was selten vorkam, dann sass ich davor und malte mir meine Zukunft aus. Dann sah ich mich als erwachsene Frau mit einer Schreibmaschine in einem Zimmer. Und abends kam mein Mann nach Hause und fragte: &quot;Na, was hast Du heute geschrieben?&quot; Mehr sah ich nicht. Ich sah keine Kinder, keine berauschenden Buchvernissagen, keine Bestsellerlisten, kein Eigenheim und keine tollen Kleider. Nur meine Schreibmaschine und jenen Mann, der zur Tür hereinkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und irgendwie ist genau das ja auch in Erfüllung gegangen - wenn auch nicht ganz genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber das ist schon in Ordnung: Kein Wunsch, keine Vorstellung erfüllt sich ja so, wie man es sich vorgestellt hat. Jedenfalls verhält es sich jetzt so: Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme, dann finde ich dort Herrn T. vor seinem Computer und er fragt mich: &quot;Na, was steht in der Zeitung von morgen?&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-16T11:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5916526/">
    <title>Meistgelesen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5916526/</link>
    <description>Vor rund einem Monat habe ich mir von Herrn T. einen &lt;a href=&quot;http://www.blogcounter.de/&quot;&gt;Blogcounter&lt;/a&gt; installieren lassen. Seither ist dieser eine meiner Lieblingslektüren geworden. Er schmeichelt Frau Frogg&apos;s Eitelkeit. Endlich sieht sie, wenigstens ahnungsweise, wer den Froggblog liest. Denn der Blogcounter zeigt so genannte Referer. Das heisst: Frau Frogg sieht dort, von welchen Rechnern oder Seiten jemand bei ihr gelandet ist. Ausserdem kann sie ablesen, welche ihrer Beiträge am meisten gelesen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erfreuliche Sache. 1560 Besucher verzeichnet der Froggblog in einem Monat. 1107 kamen direkt auf die Homepage, das heisst: Sie lasen jeweils den neuesten Eintrag. Doch es kam auch zu einer herben Enttäuschung: Frau Frogg hatte sich ja immer mit der Überzeugung geschmeichelt, es sei die Qualität ihrer Schreibe, die Leser in nicht geringer Zahl zu ihr lockten. Aber jetzt stellt sie fest: Dem ist nicht so. Ihr Top-Referrer ist &lt;a href=&quot;http://images.google.de/&quot;&gt;http://images.google.de/&lt;/a&gt;. Sage und schreibe 312 Klicks kamen über die Bildsuch-Maschine bei Frau Frogg herein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anteil an Bildguckern gibt mir zu denken. Erst recht, weil ein Eintrag mit einem ganz und gar aussergewöhnlichen Bild dritter Stelle der Froggblog-Hitparade steht. Dieses hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.arabische-kalligrafie.ch/images/tughra_dani72klschwarz.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sage und schreibe 168 Personen sind laut Blogcounter angeblich wegen dieses Bildes auf meine Website aufmerksam geworden. Die Sultane von Istanbul werden sich darüber im Himmel der Muslime die Hände reiben. Denn es handelt sich um die Tughra, ihr Logo. Für mich aber ist die Sache geradezu peinlich: Ich habe das Bild nicht einmal selbst gemacht. Ich habe es lediglich einmal von &lt;a href=&quot;www.arabische-kalligrafie.ch&quot;&gt;www.arabische-kalligrafie.ch&lt;/a&gt; für den Beitrag &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5126072/&quot;&gt;Abschied von Istanbul&lt;/a&gt; herunterkopiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und: Ich bin mir nicht einmal sicher, ob all die Betrachter der Tughra wirklich auf meiner Seite waren. Oder ob das Bild nur auf der Suchmaschine erschienen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich weiss: Es gilt als unanständig, fremder Leute Bilder in den eigenen Blog zu kopieren. Wahrscheinlich ist diese leichte Verzerrung meiner Leserzahlen die gerechte Strafe für diesen Verstoss gegen Blogger&apos;sche Anstandsregeln.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-02T08:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5891005/">
    <title>Lieblingsduft</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5891005/</link>
    <description>Die ersten Regentropfen auf sommerheissem Asphalt.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-21T09:21:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5850981/">
    <title>Jackson: zweimal gestorben</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5850981/</link>
    <description>Er hiess Joe, und im Gymnasium waren wir in der gleichen Klasse. Manchmal waren wir auch ein paar Tage lang ich der gleichen Clique. Einmal sagte unser Englischlehrer, wir beide hätten keltische Vorfahren. Das sähe man an unseren Sommersprossen. Wir hingen in der gleichen Kneipe herum, im Café Cinema. Aber sonst waren wir verschiedene Kaliber. Er liebte Michael Jackson. Ich stand mehr auf &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=84243&quot;&gt;Rockmusik&lt;/a&gt; britischer Machart. Led Zeppelin, Fleetwood Mac, U2. Michael Jackson&apos;s Songs mochte ich. Aber sie bedeuteten mir nichts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war ein bisschen, nur ein bisschen esoterisch (später verging es mir). Er war kühl, ironisch und minimalistisch. Wenn ich ihn vor mir sehe, lächelt er jenes Lächeln, das ihn wie der Unschuldsengel aussehen liess, der er nie war. Er ist spindldürr, ganz in Schwarz und hat grünblaue Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Matura nahte, glaubten alle, er würde durchfallen. Er lernte nie. Er tat, als sei es ihm egal. Aber dann schaffte er sie mit Bravour. Der Ehrgeiz hatte ihn gepackt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde unausstehlich. Er ging an eine Renommier-Uni, um internationales Recht zu studieren. Im Café Cinema erzählte er, er würde der Grösste sein. Und er zitierte unaufhörlich Songzeilen von Michael Jackson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schien zu glauben, er sei Michael Jackson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hörte ich lange nichts von ihm. Später hiess es, er sei in der Psychiatrischen Klinik am Nordwestende des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel später sah ich ihn noch ein paarmal. Inzwischen waren seine Ziele bescheidener. Er war wieder halbwegs normal. Halbwegs. Irgendwie kleinlaut. Das passte nicht zu ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann laberte er wieder nur in Michael Jackson-Songzeilen. Verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hörte ich, es sei tot. Er sei draussen am Nordende des Kantons aus der Klinik abgehauen und habe sich in der Nähe vor den Zug geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich den Namen Michael Jackson höre, dann kann ich gar nicht anders als an ihn denken.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-29T20:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5436776/">
    <title>Das kleine Mädchen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5436776/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/28332896@N06/3183885657/&quot; title=&quot;kleinesmaedchen von filomenafrogg bei Flickr&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3341/3183885657_c550476657.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;500&quot; alt=&quot;kleinesmaedchen&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Gemälde von &lt;a href=&quot;http://www.thomasmuff.ch/&quot;&gt;Thomas Muff&lt;/a&gt; hat in den letzten paar Monaten in unserer Wohnung gehangen - aus Gründen, die ich hier nicht erklären möchte. Jedenfalls hing es so, dass ich es täglich anschauen konnte. Und ich schaute es an. Dieses verwischte Helldunkel auf der linken Seite. Diese scharf abgegrenzte, hellgrüne Silhouette eines kleinen Mädchens davor. Eines Mädchens meiner Generation (Tom hat den Schattenwurf eines aufs Bild projizierten Familienfotos nachgemalt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das kleine Mädchen angestaunt. In dieser hellen Fläche scheint so viel unerklärliche Tiefe enthalten. So viel Zukunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich fragte mich: Bestaunt das Kind ein Feuerwerk? Oder sind das Explosionen? Oder sehe hier wieder einmal nur ich Knall und Rauch? Sind das da nicht einfach wunderbare Blumen in der Nacht? Und wer ist das zweite kleine Mädchen am linken Bildrand?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Moment, da ich das Bild hätte zurückgeben müssen. Aber ich konnte mich von den kleinen Mädchen mit den unbegrenzten Möglichkeiten nicht mehr  trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zum Erstenmal in meinem Leben ein Bild gekauft.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-10T11:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5410231/">
    <title>Horror im Kinderzimmer</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5410231/</link>
    <description>Vater Frogg wird älter. Und ich habe gemerkt: Das hat auch Vorteile. Zum Beispiel erzählt er neuerdings gern aus seiner Jugendzeit. Am Heiligabend, leise untermalt von weihnachtlichen Klängen ab CD, kam er plötzlich ins Berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Fünfjähriger habe er ein Zimmer mit einem Mädchen geteilt, sagte er. Sie hiess Maribeth oder ähnlich, und, so fügte er schnell hinzu: Sie war natürlich kein Mädchen im heutigen Sinne, sondern eine Magd, also, ein altes Mädchen, so Anfang 80. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sollte hier noch erklärend einfügen: Vater Frogg ist 1939 geboren und auf einem Bauernhof &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=95234&quot;&gt;weit draussen&lt;/a&gt; auf dem Lande aufgewachsen. Noch heute liegt sein Geburtshaus in einem Handyloch. Es war zwar ein grosses Haus, und Grossvater Frogg hatte auch immer reichlich Personal, um den Betrieb am Laufen zu halten. Ansonsten aber war die Familie bitter arm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich hatte schon mitbekommen, dass es der Maribeth nicht so gut gegangen ist&quot;, erzählte Vater Frogg, &quot;Aber das war halt ganz normal, sie war ja alt. Eines Morgens aber, als ich aus dem Bett stieg, war sie über Nacht gestorben.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empöre mich für ihn. Ich meine: Heutzutage würde man doch ein Kind nie immer Zimmer einer Sterbenden schlafen lassen! Vater Froggs zwei  &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5327050/&quot;&gt;Enkelinnen&lt;/a&gt; jedenfalls führen da ein ganz anderes Leben: Die haben neuerdings je ein eigenes Zimmer. Und die durften sogar auswählen, welche Farbe die Wände darin haben sollen. Das von Marie-Christiane (7)  ist pink, das von Carina (3) gelb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Vater Frogg erzählt, ohne zu vergleichen. Ohne Groll. Ohne Moralinsäure. Auch ohne Prahlerei. Vater Frogg gehört nicht zu den Leuten, die ständig darlegen müssen, was für tolle Hechte sie einmal gewesen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ach weisst Du, das war halt so!&quot; sagt er gelassen, &quot;Damals gab es so Hierarchien in unserem Haus.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, er hätte gerne noch ein bisschen von diesen Hierarchien erzählt. Aber vor Empörung frage ich nicht nach, denn es ist ja klar, was gemeint ist: Er als Jüngster im Haus war gerade gleich viel Wert wie ein krankes &quot;altes Mädchen&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst später wird mir plötzlich klar, welche Welten dieser stets so überaus freundliche und zurückhaltende ältere Herr in seinem Leben durchquert hat. Warum er so manches im Leben als Geschenk betrachtet. Als eine verwunderliche Gabe, die er fast nicht annehmen darf. Plötzlich verstehe ich besser, wer er ist. Wer wir sind.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-12-27T14:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5329367/">
    <title>Die grosse Marke Opel</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5329367/</link>
    <description>In den letzten Tagen muss ich oft an Grossvater Walholz denken. Immer dann, wenn ich die &lt;a href=&quot;http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/opel-will-bei-gm-bleiben;2090715&quot;&gt;News&lt;/a&gt; über Opel lese. Ich höre, wie der Grossvater in seinem Grab leise vor sich hinschimpft. Er spricht von Gangstern, die &quot;seine&quot; Autos kaputtmachen - &quot;diä Gangschter us Amerika&quot; grumbelt er in seinem breiten Solothurner Dialekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Grossvater, Bäcker Eugen Walholz der Zweite, war ein Opel-Fahrer. Er fuhr mit Stolz und &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=87138&quot;&gt;Überzeugung&lt;/a&gt; einen Opel Rekord. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/67/Opel_Rekord_A6_c.JPG&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;50%&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
(Quelle: wikimedia.org, Grossvaters Auto war hellblau)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon sein Vater, Eugen Walholz der Erste, hatte schliesslich einen Opel gefahren. Ja, die Familie Walholz war eine Opel-Familie. Das merkte auch Schwiegerson Anton Frogg, als er 1964 Trudi Walholz ehelichte. Sein erstes Auto war zwar eine Diane, ein Citroen. Jenes Auto, mit dem er seine kleine Familie noch in den frühen 70er Jahren im Ersten Gang den  &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=122329&quot;&gt;Gotthard&lt;/a&gt; hochschleppte. Doch als seine Karriere weit genug gediehen war, stellte auf Opel um - wenn auch nur auf einen Corsa. Denn Anton Frogg sah in seinem Auto stets das, was er auch in all seinen anderen Dingen sah: Sparpotenzial. Aber ein Opel musste es sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tochter Frogg weiss zwar um den mittlerweile etwas ramponierten Ruf der Produkte Marke Opel. Sie seien &lt;a href=&quot;http://vom-herrn.blogspot.com/2008/11/opel-kaufen.html&quot;&gt;hässlich&lt;/a&gt;, heisst es. Aber die Frogg gehört nicht zu den Leuten, die mit einem Auto angeben müssen. Sie muss nur hie und da schnell und günstig von A nach B kommen und ist deshalb &lt;a href=&quot;http://www.mobility.ch/pages/index.cfm?dom=1&quot;&gt;Mobility-&lt;/a&gt;Mitglied. Da bekommt sie schon mal einen Corsa untergeschoben. Der fährt mit wenig Benzin, beschleunigt für seine bescheidene Grösse ganz hübsch und sitzt bequem auf der Strasse. Wenn sie in so einen einsteigt, reiht sie sich im Geiste  jedesmal freudig in die Ahnengalerie der Frogg-Walholz&apos;schen Opelfahrer ein. Und gleich darauf muss sie im Auto drin nicht jedesmal den Lichtschalter, die Scheibenwischer und die Heizungsregler suchen. Denn sie stammt aus einer Opel-Familie und weiss, wo sie das Zeug findet. Was will man mehr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann also lange behaupten, der Markenfetischismus sei eine Erfindung des späten 20. Jahrhunderts. Es ist einfach nicht wahr. Marken demonstrierten schon Mitte des 20. Jahrhunderts den Status ganzer kleinbürgerlicher Kleinfamilien. Sie stifteten Identität. Auch Opel. Wir waren eine Opel-Familie, und wir hatten einen emotionale Bezug  zu unserem Fahrzeug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren ausserdem eine PTT-Familie. Denn Mutter und Vater Frogg arbeiteten bei der PTT, und zwar bei der Post. Dort hatten sie sich auch kennen gelernt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Post ist ja auch nicht mehr, was sie einmal gewesen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wenden wir uns von den vertrauten Marken ab und neuen zu. Macht ja nichts. Zum Glück haben wir genügend immaterielle Güter, die uns als Familie zusammen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde weiss das keiner besser als Grossvater Walholz.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-18T11:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5327050/">
    <title>Mädchenspiele</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5327050/</link>
    <description>Seit meine Nichte &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=207557&quot;&gt;Marie-Christiane&lt;/a&gt; (7) sprechen kann, machen wir zusammen Rollenspiele. &quot;Du wärst jetzt das Mami. Und ich wäre Dein Kind Corina&quot;, gebietet sie. Oder ich spiele ihr Kind. Oder eine ihrer Pupen ist krank. Oder sie will heiraten. Und ich bin dann alles zusammen: die Mutter, der Arzt, der Pfarrer. Als sie noch klein war, kam das alles völlig unzusammenhängend. Mittlerweile sind unsere Spiele fast schon eine Soap Opera über einen Haushalt mit eine Schar von Haustieren (alle aus Stoff). Doch was immer sie sind oder waren, diese Rollenspiele: Immer sind uns dabei endlose, reichhaltige Geschichten zugefallen wie Geschenke aus heiterem Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobei... mittlerweile ist es so, dass sie sich welche ausdenkt, sobald sie weiss, dass wir uns sehen werden. Mir kommt eher die Aufgabe zu, dafür zu sorgen, dass auch ihre kleine Schwester &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=182147&quot;&gt;Carina&lt;/a&gt; (3) mitspielen kann. Doch sehr anspruchsvoll ist inzwischen auch das nicht mehr: Carina hat die Regeln durchschaut und sucht sich sogar selber Rollen aus. Gestern, als sie genug von der Rolle der kleinen, etwas unterbeschäftigten Schwester Isabella hatte, lief sie uns ohne grosses Trara als Büsi zu. Klar, dass das Tantenherz schmolz wie Greyerzerkäse auf dem Gratin im Ofen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder staunt die Frogg darüber, wie viel sie bei diesen Spielen vom Alltag der Mädchen erfährt. Und darüber, wie sie beiden ihn selber erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern zu Beispiel kippte Marie-Christiane beim Füttern ihrer Stofftier-Herde ein ganzes Körbchen voller Steine auf den Boden. Dann sagte sie, ganz in ihrer Rolle als unordentliche Tochter: &quot;Oh, das Tierfutter ist alles auf dem Boden! Da müssen wir noch ein bisschen aufräumen, sonst schimpft die Putzfrau!&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-17T12:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5323755/">
    <title>Echo aus den Neunzigern</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5323755/</link>
    <description>Neulich habe ich mir &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Diesel_and_Dust&quot;&gt;Diesel and Dust&lt;/a&gt; von Midnight Oil angehört. Seit Jahren zum Erstenmal, und das war sehr merkwürdig. Das Album enthält ein paar für mich geschichtsträchtige Songs. Songs, die uns Studenten in den neunziger Jahren zu Hymnen wurden: Ausdruck des Protests gegen die Zustände, die Klimawandel und Ozonloch möglich machten. Die Umweltzerstörung und Kriege aller Art bewirkten. Die die Unterdrückung von Urvölkern beinahe logisch mit sich brachten und - diese Zustände waren ja an allem schuld - auch die Unterdrückung der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erinnerung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/Dd_diPTrjpI&amp;hl=en&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/Dd_diPTrjpI&amp;hl=en&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nostalgisch wurde die Frogg aber nicht. Heute fällt mir vor allem auf, wie pessimistisch viele dieser Songs sind:  &quot;Put down that weapon, or we&apos;ll all be gone&quot;, heisst es da. Oder: &quot;Your dreamworld is just about to end&quot; und derlei mehr. Kein Zweifel: Der Weltuntergang drohte uns in den neunziger Jahren. Vielleicht sticht mir das deswegen so ins Ohr, weil ich gleichzeitig gerade ein Buch der Feministin Christina Thürmer-Rohr aus dem Jahr 1994 gewissermassen nachhole.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://ecx.images-amazon.com/images/I/51S6W4WQWWL._SL500_AA240_.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt; Auch hier: Tiefer Pessimismus. Schon im Klappentext ist von der &quot;kollektiven Verzweiflung an der westlichen Moderne&quot; die Rede. Drin finde ich eigentlich nur Ratlosigkeit - hauptsächlich über die  Ich-Bezogenheit des westlichen Menschen. Sie sorge für &quot;Weltarmut&quot; des einzelnen. Ich wollte das Buch gerade in die Tüte mit dem Altpapier legen, als ich über den Begriff &quot;Weltarmut&quot; nachzudenken begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltarmut. Das bedeutet bei Thürmer-Rohr nicht etwa Hunger in Afrika. Das bedeutet bei ihr die westliche Beschränktheit der Seele auf sich selbst. Das allgemeine Desinteresse an der Welt da draussen. Thürmer-Rohrs Ärger über diese selbst verursachte Weltarmut verstehe ich durchaus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der Begriff stach mir aus einem anderen Grund ins Auge: Weil ich 1994 als das Jahr betrachte, in dem ich der Weltarmut ade sagte. Mein Studium war zu Ende, die Frogg trat ins Berufsleben. Und sie sah schnell viel von der Welt. Sehr viel, auch wenn sich manches davon im Universum von Frösch abspielte. Aber was sie sah, war konkret und menschlich und hie und da allgemeingültig und sie sah: Die Welt ist komplexer als sie gedacht hatte. Es gibt nicht nur die Unterdrücker und Unterdrückten. Sie legte Ideologien ab wie zu eng gewordene Kleider. Sie glaubte nicht mehr an den kommenden Weltuntergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da sitze ich nun, 14 Jahre später und lache ein wenig über unser Weltbild von damals. Doch dann denke ich an 9/11 und an den Klimawandel und dann frage ich mich plötzlich: Hat die Zeit den Weltuntergangspropheten von damals doch Recht gegeben? Sitzen wir einfach 14 Jahre näher am Abgrund? Und wenn ja: Warum haben ihre Rezepte dagegen damals nicht geholfen?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-15T14:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5173072/">
    <title>Im Städtchen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5173072/</link>
    <description>Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb die Frogg nie wirklich aus ihrem Städtchen weggezogen ist. Weshalb sie zwar mit dem Gesicht und mit offenen Augen zur Welt gelebt hat. Weshalb sie sich aber immer von ihrer grossen Zuflucht, dem Städtchen Frösch, den Rücken decken liess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lag es daran, dass die Leute hier so freundlich sind? Ja, sie sind freundlich. Die Leute hier haben einen breiten Dialekt, die Laute greifen Raum in ihren Mündern. Sie neigen zu einer katholischen Jovialität wie man sie etwa in Irland kennt. Sie haben diese Freude am Schnörren*, am gemeinsamen Trinken und salbadern. Sie glauben, dass etwas Gschnörr, ein paar gute Sprüche, Gelächter, alte Wunden heilt, verzeihen leichter macht und viele Türen öffnet. Sie sind sehr erpicht aufs Schnörren, wenig erpicht aufs Streiten. Früher hat mir das gefallen. Ich liebte es. Heute... Naja, ich kanns immer noch, wenns sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Städtchen ist nicht klein. Aber es ist überschaubar. Ein Gemeinplatz besagt, dass man hier immer Leute trifft, wenn man auf die Gasse geht. Und wenn man mit den alten Freunden nicht mehr so gut kann, so ist sie doch gross genug, dass man ein paar neue findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor langer Zeit wollte ich weg. Mich neu erfinden. Mich  überhaupt erfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich bin wieder zurückgekommen. Zweimal. Einmal ungern. Ich musste. Einmal kam ich mit einem Lächeln zurück. Ich erfand mich hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht bin ich auch immer wiedergekommen, weil man in die Fremde nur sich selber mitnehmen kann. Und manche, das hatte die Frogg als Kind gelernt, sind sich selber in schlechten Zeiten ein mieser Tröster, eine Hölle von einer Heimat. Die Frogg hat schon als Kind Menschen gekannt, die sich selber abhanden kamen. Oder allgemeinverständlicher: die den Verstand verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht lag es daran. Daraus, dass andere sich verloren haben, hat sie geschlossen, dass auch ihr das passieren könnte. Irrümlicherweise, bislang. Zum Glück. Aber vielleicht war sie deshalb immer sehr vorsichtig damit, sich selber, an die Grenze ihrer Belastbarkeit zu bringen. Die Einsamkeit einer fremden Stadt, das lernte sie schnell, brachte sie nahe an diese Grenzen. Vor ihr floh sie stets gerne in ihr Heim, ihr Städtchen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Neugier auf die Fremde ist geblieben. Die Faszination des Unbekannten. Die Frage, was gewesen wäre, wenn...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wäre, wenn...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*auf Hochdeutsch etwa: plaudern oder auch herumquatschen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-09-06T14:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5144836/">
    <title>Vor dem Spiegel</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5144836/</link>
    <description>Meine ersten Fältchen bekam ich zwischen den Augenbrauen. Senkrecht. Zornesfalten nennt man sie, ich aber nenne sie die Falten des Beharrungsvermögens. Meine Mutter hat sie auch, und ich mag sie. Inzwischen sind sie ziemlich tief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, in den dreissigern, bekam ich Fältchen in den Augenwinkeln. Es waren Lachfältchen, und ich mag sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt sehe ich meiner Mutter immer ähnlicher. Wie sie bekomme ich in den Mundwinkeln tiefe Furchen. Sie zeigen nach unten. Bei meiner Mutter sind diese Gräben stark ausgebildet. Manchmal, wenn ihr sonst so lebhaftes Gesicht plötzlich schlaff wird, sieht man sie deutlich. Sie graben sich in die Haut neben ihrem Kinn wie vertrocknete Rinnsale in eine Sandwüste. Ihr ganzes Gesicht sieht dann für Momente aus wie eine Maske der Bitterkeit. Bis sie wieder zu lächeln, zu gestikulieren und zu erzählen beginnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne meine Mutter. Ich kenne ihre Geheimnisse. Gerade deshalb weiss ich nicht, welches ihr echtes Gesicht ist: das lebhafte Gesicht oder die Maske der Bitterkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich ein junges Mädchen war, hatte ich einmal einen Religionslehrer, der zu sagen pflegte: &quot;Wenn ihr wissen wollt, ob jemand glücklich ist, seht ihm auf die Mundwinkel. Wenn sie nach oben zeigen, habt Ihr einen glücklichen Menschen vor Euch.&quot; Damals schien mir das allzu simpel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber schaue ich reiferen Frauen immer öfter auf die Mundwinkel. Achte darauf, ob sie diese Furchen haben. Nicht alle haben sie.  Ich schon. So sind meine Mundwinkel zwar mehr oder weniger horizontal. Ich glaube, sie zeigen sogar ein wenig nach oben. Aber diese Furchen!  Sie zeigen  abwärts, und sie werden tiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal frage ich mich dann: Heisst das, dass ich kein glücklicher Mensch bin?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-24T17:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5086165/">
    <title>Füsse</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5086165/</link>
    <description>Bevor ichs endgültig vergesse: Madame &lt;a href=&quot;http://nanou.twoday.net/stories/5072245/&quot;&gt;nanou&lt;/a&gt; zeigt auf ihrer Webpage Füsse. Unter anderem Fröschinnenfüsse. Ihr könnt raten, welches Bild zur Frogg gehört. Ich selber rate immer noch, wer in der Sammlung sonst noch alles seine Füsse räkelt!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
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