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    <title>Journal einer Kussbereiten : Rubrik:auf den strassen</title>
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    <dc:publisher>diefrogg</dc:publisher>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:date>2009-10-10T18:10:46Z</dc:date>
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    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5907336/">
    <title>Geliftete alte Frauen</title>
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    <description>Das Alter ist neuerdings ein grosses Thema. Auch die Ausstellung &lt;a href=&quot;http://www.kunsthausbaselland.ch/act_detail.php?detail=113&amp;lan=de&quot;&gt;Golden Agers &amp; Silver Surfers&lt;/a&gt; im Kunsthaus Baselland ist ihm gewidmet. Frau Frogg war an der Vernissage. Und es hat sich gelohnt: Die Bilder einer Videoinstallation haben sich auf ihrem geistigen Auge richtig eingebrannt: Jene von &quot;Forever&quot; von Julika Rudelius. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.acc-weimar.de/ausstellungen/a2007/a174/images/a174-rudelius-01.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
(Quelle: www.acc-weimar.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Künstlerin zeigt vier Frauen an ihren Swimming Pools in Florida. Alle haben die fünfzig überschritten. Alle haben sich selber zum Kunstwerk gemacht: Ein Heer von Schönheitschirurgen, Stylisten, Coiffeuren und Fitness-Trainern muss an ihnen gearbeitet haben. Alle räkeln sich in ihrer Schönheit und ihrem Reichtum. Rudelius lässt sie über sich selber reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stand wie gebannt vor dem Moniter, der das Video zeigte. Ich konnte und konnte nicht weggehen, bevor ich den ganzen, rund halbstündigen Streifen gesehen hatte - obwohl oben an der Bar Freunde herumstanden. Ich bewunderte die Schönheit dieser Frauen - obwohl sie in keinster Weise meinem Ideal entspricht. Ich hörte mit Genugtuung, dass solche Frauen nichts als amerikanische Platitüden von sich geben.  Ich wartete darauf, dass eine dieser gereiften Grazien sich gehen lassen würde, dass kleine Risse auf diesen strahlenden Fassaden sichtbar würden. Und sie wurden es: Hier zeigt eine der Vier Zeichen von Anspannung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://images.artnet.com/artwork_images_424463940_293179_julika-rudelius.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
(Quelle: images.artnet.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war nicht die einzige, die beeindruckt war: Noch Stunden später hörte ich Freundinnen diskutieren, welche der vier Frauen ihnen am besten gefallen habe. Und da waren Künstlerinnen und bekennende Lesben dabei. Also nicht Frauen, die dem bei uns gängigen bürgerlich-patriarchalen Schönheitsideal nachhängen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-28T08:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5866328/">
    <title>Liebe am Open Air</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5866328/</link>
    <description>Neulich verirrten Herr T. und Frau Frogg sich an ein kleines Open Air irgendwo draussen im Gras. Dem Open Air-Alter um 20 Jahre entwachsen, konnte Frau Frogg dort beobachten, wie das Publikum rundum die Dramen des Jungseins inszenierte. So ähnlich wie wir damals und doch so anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Bühne rockten &lt;a href=&quot;http://www.mx3.ch/artist/strozzini&quot;&gt;Strozzini&lt;/a&gt;, der Sänger klang, als sitze ihm das Gespenst von Jeff Buckley in den Stimmbändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben uns ein paar junge Leute. Eine der Frauen trug ein T-Shirt mit der Aufschrift &quot;I&apos;m smart, that&apos;s why I&apos;m single&quot;. So anders als wir! Wir hätten damals unser Single-Dasein nicht an die grosse Glocke gehängt! Wir hätten verschämt verschwiegen, dass uns keiner liebte. Niemand sollte denken, wir würden als alte Jungfern hängen bleiben wie die welken Frauen, die unsere Eltern manchmal aus Mitleid einluden. Wir gingen zwar an Open Airs. Aber wir hätten uns nicht darauf verlassen, dass die Welt eine junge Frau allein interessant fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann stand die Frau im Single-T-Shirt auf. Mit zwei Händen fasste sie den Typen neben uns am Kopf, zog ihn hoch und küsste ihn. Es war ein euphorischer Kuss. Einer jener Küsse, wie sie sich zwei stehende Menschen in einer sitzenden Menschenmasse bei 30 Grad und geiler Musik geben, seit es Open Airs gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anscheinend war die junge Frau seit Neuestem nicht mehr single.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später gingen die beiden zusammen weg. Sie drängte zu ihm, versuchte ihren Arm um ihn zu legen. Not so smart, hörte Frau Frogg sich selber mit der warnenden Stimme von Mutter Frogg sagen. Zu anhänglich. Und Mutter Frogg behielt Recht: Dem Jungen war das zuviel. Er schob sie weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn sich die Welt nicht &lt;i&gt;sehr&lt;/i&gt; verändert hat, ist das Mädchen mit dem T-Shirt längst wieder Single.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-08T08:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5612248/">
    <title>Joggen mit Hindernissen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5612248/</link>
    <description>Mein neuer Job hält mich ganz schön auf Trab. So hatte ich gestern zwar morgens frei und mir fest vorgenommen, an meinem Krimi zu arbeiten. Aber irgendein dummes Jobproblem surrte der Frogg im Kopf herum. Sie sah sich ausser Stande, sich auf die Feinheiten ihres dramaturgisch anspruchsvollen Plots zu konzentrieren. Sie musste grübeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Draussen schien ausnahmsweise die Sonne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Joggen wäre jetzt genau das Richtige!&quot;, sagte sich die Frogg. &quot;Das beruhigt den Geist und sorgt für Ausgleich!&quot; Und siehe da: Ich ging joggen. Obwohl ich selber staunte über diesen ungewohnten Drang hinaus an die frische Luft. Naja, vielleicht war er nur eine seltsame Blüte der &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5212773/&quot;&gt;Prokrastination&lt;/a&gt;. Vielleicht lief ich einfach vor meinem Krimi davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war auf das Schlimmste gefasst. Im letzten halben Jahr beschränkten sich meine Fitness-Programme auf eine halbe Stunde &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5272360/&quot;&gt;Gummizellen-Joggen&lt;/a&gt; pro Woche und ein paar Turnübungen vor dem Fernseher. Mit dem Schwindel würde ich umgehen können. Aber ich fragte mich dennoch, ob ich fit genug für die einstündige Runde um den &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=82240&quot;&gt;Göttersee&lt;/a&gt; war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Start war tatsächlich ein Desaster. Ich bin immer unsportlich gewesen, und als Joggerin war ich auch zu meinen besten Zeiten eine Lachnummer: Immer etwas schwerfällig, immer viel zu langsam. &quot;Du läufst ja vor Ort!&quot; pflegte Herr T. zu feixen. Aber diesmal war es wirklich schlimm: Meine eigenes Gewicht schien mich magnetisch an den Boden zu heften. Und wie das Bäuchlein schwabbelte! Wie die Speckröllchen an den Schenkeln bremsten! Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin nicht dick. Höchstens etwas üppig. Ich habe einen BMI von 23,6. Aber ich fühlte mich, als sei ich 200 Kilo schwer. Wenn das so weiter geht, werde ich bald zu gravitätischeren Sportarten übergehen müssen: Nordic Walking oder so. Schlimm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch wollte ich gerade erfreut feststellen, dass ich das Ende des Sees wohl erreichen würde. Da stoppte ein rotweisses, über den Waldweg gespanntes Band mein Getrampel. &quot;Holzschlag&quot;, hiess es auf einer Tafel, und im Gehölz, weit weg sah die Frogg Männer in orangen Gwändli. Ein furchtbares Dilemma. Sollte ich klein beigeben und umkehren? Oder durchs Unterholz zum nahen Strässchen hoppeln, von dem aus es einen Umweg um das beholzte Gebiet gab? Einen weiten Umweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem früheren Leben hätte ich auf die Zähne gebissen und hätte den Umweg gewählt. Diesmal kehrte ich um. &quot;Du wirst in Deinem Leben noch viel Zeit zum Joggen haben!&quot; sagte ich zu Frau Frogg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strafe für meine Faulheit ereilte mich schon nach wenigen Hundert Metern: Ich sah den schönen Pascal auf mich zukommen. Wenn es jemanden gibt, von dem ich beim Joggen nicht gesehen werden will, dann ist es der schönste Mann, den ich kenne. Nicht, dass der eine Sportskanone wäre. Ich stehe nicht auf Sportskanonen. Aber keine Frau will dem schönsten Mann, den sie kennt, in der uncoolsten Lebenslage begegnen, in der sie sich sich selber vorstellen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich versuchte, wenigstens einigermassen normal auszusehen. Es gelang mir so halbwegs, glaube ich. Jedenfalls rollte er sich nicht auf dem Boden vor Lachen. Im Gegenteil: Er beachtete mich kaum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was auch gut war. Sonst müsste ich mir noch überlegen, künftig in einer Burkha joggen zu gehen. Und das würde alles noch viel schwieriger machen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-28T15:16:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5481166/">
    <title>Nur eine Minute</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5481166/</link>
    <description>Die Menschen des 20. Jahrhunderts standen im Ruf, die Zeit besser im Griff zu haben als alle Menschen vor ihnen.&lt;br /&gt;
Wir Menschen des 21. Jahrhunderts lernen sogar noch dazu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frogg zum Beispiel gestern gegen Abend. Ich stehe bei der Bushaltestelle Schlossberg Luzern. Muss zum Bahnhof. Rundum ist, wie um diese Zeit üblich, der Verkehr zusammengebrochen. Ein Dutzend Leute wartet auf den Bus. Wartet. Wartet und wirft ab und zu einen ungläubigen Blick auf die digitale Anzeigetafel der &lt;a href=&quot;http://www.vbl.ch/&quot;&gt;Verkehrsbetriebe Luzern&lt;/a&gt;. Dort steht, wann der nächste Bus kommen soll. Man wartet. Wartet. Endlich kommt ein Bus. Er ist platschvoll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ich den nächsten nehmen? Auf der Anzeigentafel der  steht, er komme in &quot;1 Min.&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Lieber nicht&quot;, denke ich, &quot;Wenn die nächste Minute genau so lang ist wie die letzte, komme ich auf jeden Fall zu spät.&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-30T10:58:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5351650/">
    <title>Panik im Spital</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5351650/</link>
    <description>Gestern war ich im Spital (oder, für alle jene, die die Deutschschweizer Hochsprache nicht verstehen: im Krankenhaus). Ich war im Kantonsspital. Oh, nichts Ernstes! Ein ambulanter Routineuntersuch im Frauenspital. Ich hatte deshalb auch keine Angst, als ich mich kurz vor 10 Uhr dem rostbraunen Turm am Stadtrand näherte. Das an sich ist bemerkenswert, denn ich muss zugeben: Die Frogg ist gar keine Fröschin, sondern ein grün verkleideter Angsthase. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leise Unruhe ergriff mich denn auch, als ich durch den Haupteingang trat. Eine Drehtür. Nun hat die Frogg eine leicht furchtgefärbte Abneigung gegen Drehtüren. Drehtüren haben etwas Heimtückisches, finde ich. Kaspar, ein Bekannter, hatte mir neulich auch noch ausgerechnet von der Drehtür zum Kantonsspital erzählt. &quot;Ideal, weil man damit viel Energie sparen kann&quot;, hatte er gesagt. Nur würde es in dieser Tür ständig Notstops geben. Patienten und Besucher würden stecken- und hängenbleiben und sich verklemmen. Das trug auch nicht gerade dazu bei, sie zu beruhigen. Aber sie schaffte die Drehtür. Easy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch nun musste sie zur Patitentenanmeldung. Und als sie die sah, drohte eine Woge Panik sie gleich wieder zur Drehtür hinaus zu schwemmen: Denn vor den fünf kümmerlichen Anmeldungsbüros sah sie eine endlose Wartesitzreihe, vollständig besetzt mit Patienten. Ein paar andere Wartende standen herum. Der halbe Kanton schien genau jetzt ins Spital zu wollen! Wie sollte sie da um 10 Uhr drüben in der Frauenklinik sein?! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ältere Krankenschwester verteilte Nümmerchen. Sie bemühte sich ausserdem, eine Atmosphäre von Ruhe und Effizienz zu verbreiten. Das mit der Ruhe machte sie wunderbar, das mit der Effizienz etwas weniger gut. Aber wenigstens brachte sie die Frogg dazu, sich zu setzen. Obwohl da zwischen Krückenpaaren, werdenden Müttern und Vätern und bleichen Gestalten kaum Platz war. Obwohl die Frogg am liebsten weggelaufen wäre. Mit angstgeweiteten Augen starrte sie um sich. Was war das für ein Ort? Hier würde man eine fürchterliche Krankheit an ihr entdecken! Oder man würde sie verwechseln! Man würde ihr einen Fuss wegoperieren! Man würde sie auf ein Fliessband legen und zu Corned Beef verarbeiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Schau Dich doch um!&quot; sagte sie sich. &quot;Ist doch spannend! Ein Panoptikum der kantonalen Gesellschaft!&quot; Und sie sah sich um. Sah Krücken, werdende Väter und Mütter und bleiche Gestalten. Wenigstens, stellte sie fest, wurde die Schlange vor den fünf Büros schnell kürzer. Was damit zusammenhängt, dass die Schweizer sich im Spital verhalten wie Türken in der Türkei. In der Türkei, hat die Frogg festgestellt, geht kaum jemand allein irgendwohin. Jedenfalls nicht dann, wenn er gebrechlich, alt oder weiblich ist. In der Türkei hatte die Frogg das stets rührend gefunden: dass die Leute dort zu einander Sorge tragen. Dass dort jeder immer jemanden zu finden scheint, der einen schwierigen Gang mit ihm tut. Hier erschien es vor allem praktisch: Wurde eine Nummer aufgerufen, dann standen immer zwei Leute oder gar halbe Kleinfamilien auf statt nur einer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frogg hatte Nummer 80. Als die Nummer 79 aufgerufen wurde, bekam sie Herzrasen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie schliesslich in dem kleinen Büro sass, staunte sie, dass sie überhaupt noch wusste, wie sie hiess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 10.15 Uhr war sie dann doch in der Frauenklinik. Der ganze Rest war ok.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später sagte mir jemand, man könne sich im Kantonsspital auch schriftlich anmelden. Jetzt frage ich mich nur noch, warum mir das vorher niemand gesagt hat. Oder hat man es mir gesagt, und ich habe abgelehnt? Weil man mir nicht gesagt hat, dass ein Gang zur Patientenanmeldung noch mehr Unannehmlichkeiten mit sich bringt als ein Gang zur Post?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-28T15:02:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5303838/">
    <title>Tod am Südpol</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5303838/</link>
    <description>Dieses Wochenende erhält Luzern ein neues Kulturhaus. Es heisst Südpol, weil er am Südende der Stadt liegt, in einem ehemaligen Schlachthof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Eröffnung spielt das Luzerner Theater dort sinnigerweise ein Stück über einen Hühnerschlachter: &lt;a href=&quot;http://www.suedpol-luzern.ch/programm_detail.php?p=19&quot;&gt;Stichtag&lt;/a&gt; von Thomas Hürlimann. Das Theater hat Eingeweihten bereits gestern das Stück vorgeführt. Die Inszenierung (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Hesse&quot;&gt;Volker Hesse&lt;/a&gt;) erinnert noch einmal schockartig an die blutige Vergangenheit des radikal umgebauten und aufgefrischten Gemäuers: Sie reproduziert zum Start in einem Korridor sogar noch einmal Aasgeruch. Penetranten Aasgeruch. Jenen Aasgeruch, der dort laut Gerüchten gehangen haben soll, als man die grosse Kühlanlage im alten Schlachthaus abschaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann wird im Stück geblutet, geröchelt, gekotzt und gestorben. Und nochmals gestorben. Wie das eben so ist in einem Schlachthaus. An Querbezügen fehlt es also wirklich nicht. Auch der Titel &quot;Stichtag&quot; ist stimmig für eine Inszenierung zur Eröffnung. Nur eins fehlt: die Freude am neuen Haus. Ein Gefühl von Festlichkeit. Oder steht das am Schluss gesungene &quot;komm süsser Tod&quot; etwa als Hinweis auf den Tod der Schlachterei und eine Auferstehung in vegetarischer Kultürlichkeit? Also, nicht bei mir! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir bleibt nur die Zuversicht, dass die Eröffnungsfeierlichkeiten am kommenden Wochenende den Theatermachern beweist, dass Luzern lebt und sich freuen kann!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-06T10:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5273875/">
    <title>Ich sah Orhan Pamuk</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5273875/</link>
    <description>Gestern Abend war Orhan Pamuk in Luzern. Ihr wisst schon: der Schriftsteller, dessen Bücher ich mit &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/4921637/&quot;&gt;gemischten Gefühlen&lt;/a&gt; gelesen habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.epochtimes.de/pics/2007/05/02/xxl/2007-05-02-xxl--20070502191558_DEU_LITERATUR_PAMUK_LESUNG_FHBG103.jpg&quot; width=&quot;30%&quot; alt= &quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen wollte ich ihn trotzdem. Auf jeden Fall. Dank einer glücklichen Fügung bekam ich sogar noch ein Ticket für den Grossen Saal der Uni, wo er las. Obwohl der Raum, der an die 300 Leute fasst, seit Wochen ausverkauft war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ignorierte die kleinen &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5269544/main&quot;&gt;Nachschwindel&lt;/a&gt;, die ich noch habe, und ging hin. Und es lohnte sich! Der Abend war ein Fest! Gefeiert wurde die Macht der Fiktion. Pamuk kam ganz in Schwarz und Weiss, wirkte ernst, zuweilen fast unleidlich. Er erwies sich jedoch als exzellenter Zeremonienmeister voll abgründiger Ironie. So erzählte er von dem Haus, das er in Istanbul gekauft hat für sein Museum der Unschuld. Es soll das real existierende Pendant zu jener Sammlung werden, die Kemal anhäuft. Kemal, der Held von Pamuks &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/30285.html&quot;&gt;neuem Roman&lt;/a&gt;. Alle Gegenstände stammen aus den siebziger und achtziger Jahren. Alle erinnern irgendwie an Kemals Geliebte Füsun. Zusammen sollen sie den Geist von Istanbul anno dazumal heraufbeschwören. Und hier hebt Pamuk ab und berichtet oder liest (aus seinem Roman) von Porzellantierchen, Zigarettenkippen und Sprudellimonade mit Fruchtaroma... doch halt! Solches Getränk habe es in der Türkei damals noch gar nicht gegeben. Also hat Pamuk es erfunden. &quot;Ich bin jetzt mit Designern und Fotografen im Gespräch&quot;, sagt er, und es ist das erste Mal, dass er selber lacht. Das Fläschchen solle schliesslich genau so aussehen, als wäre es in den siebziger Jahren auf den Markt gekommen. Dann erzählt er noch mehr leichtfüssige Geschichten von diesem Museum, das noch gar nicht existiert. So viele und so unerhörte, dass man ihm bald kaum noch glaubt, dass es je existieren wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Wann wird dieses Museum denn überhaupt eröffnet?&quot; fragt schliesslich der Professor Thomas Steinfeld, der Pamuk überhaupt erst nach Luzern gebracht hat. Er scheint inzwischen dieselben Zweifel an diesem Projekt zu haben wie der Rest des Publikums. Pamuk beteuert lachend, dass es 2010 so weit sein wird. Wer den Roman besitze, solle ihn dann nach Istanbul mitnehmen.  &quot;Auf der Seite 553 gibt es ein Ticket. Das gilt als Eintrittskarte. Sie dürfen es aber nicht aus dem Buch herausschneiden!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich sagt er das alles auf Türkisch. Doch er hat einen Übersetzer an der Seite, für den &quot;genial&quot; ein viel zu bescheidenes Beiwort ist: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Recai_Hallac&quot;&gt;Recai Hallaç&lt;/a&gt;. Hallaç ist der lächelnde Zwillingsbruder von Pamuk. Und wie er lächelt! Er hat dieses Lächeln, das Türken manchmal haben, Schweizer nie: ein gelassenes Lächeln voll stiller Freude und Zärtlichkeit für die Welt. Ein Lächeln ohne Kalkül und ohne Aufregung, und das vor 300 Leuten! Und seine Stimme! Sie ist so warm und klar und fest, dass nicht einmal ein leise zischelnder Rückkopplereffekt vom Mikrofon sie zu stören vermag. Er spricht perfekt und jede seiner Gesten sitzt perfekt. Ein Zauberer!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen neuen Fan, Recai Bey! Mehr als einen, wie ich eben in einem &lt;a href=&quot;http://jonas.nzzcampus.ch/dozenten-hochschule/schnee-im-anzug-pamuk-ist-sein-name-und-weg-ist-er-wieder.html&quot;&gt;anderen Blog&lt;/a&gt; lese!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-10-23T08:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4740710/">
    <title>Muttergefühle</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4740710/</link>
    <description>Als ich heute früh meinen Rucksack öffnete, fand ich darin eine (saubere) Babywindel und einen ganzen Packen Feuchttücher. &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/4666879/&quot;&gt;Veronika&lt;/a&gt; hatte mir die Sachen gestern mitgegeben, als ich mit Tim auf den Spielplatz ging. Ich hatte sie ihr zurückzugeben vergessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich die Sachen in meinem Rucksack sah, fiel plötzlich der Abglanz eines Muttergefühls auf Nichtmutter Frogg. Denn eins habe ich bei der Beobachtung von Müttern festgestellt: Sie tragen immer, ja, immer, irgendwelche potenziell unappetitlichen Sachen und Sächelchen für ihre Sprösslinge durch die Welt. Nuggis und Noscheli, Wasser- und Teeschoppen, Reservewindeln und Feuchttücher, später Müeslistengel oder Bananen für die Zwischenverpflegung, liegengelassene Puppen, Trottis, Handschuhe und  Kappen und ein Büechli für allfällige Wartezeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er fühlt sich schön an, dieser Abglanz von Muttergefühl. Nach Verbundenheit und Unentbehrlichkeit. Dennoch brachte ich die Sachen schnellstmöglich zurück.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-27T18:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4714068/">
    <title>Die Schweiz einmal anders</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4714068/</link>
    <description>Heute Mittag in Einsiedeln, tief in der Innerschweiz. In einem riesigen Fenster mitten im Dorfkern hängt - wir staunen - eine riesige albanische Flagge, der schwarze Doppeladler auf rotem Grund. Da feiert ein Kosovare die Unabhängigkeit seiner Provinz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sitzen gegenüber in einem Restaurant. Es ist ein italienisches Restaurant, und der Wirt sagt akzentfrei &quot;va bene, Signora?&quot; Aber wenn er nicht hinhört, flüstern die Stammgäste ihren Bekannten zu: &quot;Er ist gar kein Italiener. Er stammt aus Ex-Jugoslawien.&quot; Natürlich möchten wir den Wirt ausfragen. Wir möchten wissen, was er darüber denkt, dass Kosovo jetzt unabhängig ist und dass im Haus gegenüber eine kosovarische Flagge hängt. Aber das geht hier jetzt nicht. Das wäre Spielverderberei. Und ausserdem sind wir mit Verwandten hier und können nicht einfach so über Politik zu reden beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &lt;a href=&quot;http://kultpavillonblog.blogspot.com/2008/02/die-kosovaren-feiern-in-luzern.html&quot;&gt;Luzern&lt;/a&gt; feierten die Kosovaren noch  vernehmlicher, mit Autokonvois. In der Schweiz leben Zehntausende Exil-Kosovaren. Zum ersten Mal merkte ich, dass es so viele sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verkehr brach zusammen. Von der Autobahnausfahrt Emmen Süd bis zum Kantonsspital brauchen wir um 19 Uhr statt der üblichen fünf Minuten eine halbe Stunde. Stadteinwärts war Stau. Stadtauswärts fuhren hupende Dreierkolonnen vorbei. Aus offenen Autofenstern flatterten Albaner-Flaggen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor uns begegneten sich zwei Kosovarenautos, eine jubelnde junge Frau versuchte aus dem offenen Fenster jemanden am Fenster des anderen Autos zu umarmen. Es ging nicht. Dafür jubelte sie umso lauter. Es klang überglücklich. Und ein bisschen überdreht. Beunruhigend überdreht.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-17T18:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4673766/">
    <title>Fasnacht: Tapferes Kind</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4673766/</link>
    <description>Da steht sie, die kleine &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=207557&quot;&gt;Carina&lt;/a&gt; (2). Rund um sie herum ist es ist lärmig, ganz viele Leute sind da, auf dem Boden liegt eine eklige Sauce aus dreckigem Schneematsch und Konfetti und dunkel ist es auch schon. Und alle tragen so komische Kleider. Sie auch. Sie hat von Mami einen braunen Zweiteiler übergestülpt bekommen, und jetzt sagt Mami, sie sei ein Bär. Sie versteht nicht, was das soll, und sie ist ganz allein. Mami und Papi schnörren mit Herrn T. Und dann ist da zwar noch die Gotte, aber der kann man heute auch nicht trauen. Sie trägt ein schwarzes Kleid und hat Farbe im Gesicht und sieht gefährlich aus. Carina weiss nicht, was sie in diesem Gnosch verloren hat. Sie weiss nur, dass sie winzig ist und Angst hat und dass eben vorher eine böse Hexe vorbei gegangen ist. Aber sie ist tapfer, Carina. Da steht sie, bolzengerade, und starrt unentwegt ins Gewühl, immer auf den selben Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe noch nie ein so tapferes Kind gesehen.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-04T11:13:00Z</dc:date>
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    <title>Polizei stellt Fragen</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4542032/</link>
    <description>Einige merkwürdige Fragen der Polizei musste Vater Frogg offenbar über sich ergehen lassen, als ein Lastwagenfahrer ihn neulich auf der Bahnhof-Kreuzung gerammt hatte. &lt;br /&gt;
Wie es so um seine Vermögensverhältnisse stehe, fragte ihn eine Polizistin unmittelbar nach dem Unfall, noch mitten auf der Kreuzung. &lt;br /&gt;
Und: Wie seine Mutter mit ledigem Namen geheissen habe.&lt;br /&gt;
Nun ja, sie wollten wahrscheinlich testen, ob Vater alle Tassen im Schrank habe, er ist immerhin 67.&lt;br /&gt;
Aber dennoch. Der ledige Name seine Mutter... lässt da etwa ein amtsbeschimmelter Ödipus grüssen?</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-17T15:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/4537666/">
    <title>Vater verschwindet</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/4537666/</link>
    <description>Ich bin keine Operettenliebhaberin. Aber einmal im Jahr muss die Frogg in die Operette. Denn einmal im Jahr, zum Geburtstag, lade ich Vater Frogg ins Theater ein. Und der will immer in die Operette. Und Mutter Frogg und Herr T. müssen jeweils auch mit, obwohl sie auch keine Operettenfans sind. Vor ein paar Tagen war es wieder soweit. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Bettelstudent&quot;&gt;&quot;Der Bettelstudent&lt;/a&gt; stand auf dem Programm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theaterfoyer erschien Mutter Frogg allein, leicht aufgeregt. Das Parkhaus beim Theater war voll. Pa fährt nur noch schnell ins Bahnhof-Parking. Dann kommt er auch, sagte sie. &lt;br /&gt;
Als nächstes stellte sich Herr T. ein. &lt;br /&gt;
Weisst Du, Pa freut sich so, sagt Mutter Frogg. Er hat zu Hause schon geschwärmt, dass er jetzt all die Lieder wieder hören wird, die er als junger Mann in der Muusig von &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=95234&quot;&gt;Kurligen&lt;/a&gt; gespielt hat. &lt;b&gt;Ich hab`sie doch nur auf die Schulter geküsst&lt;/b&gt;, deklamiert Mutter in diesem mokanten Ton, den sie für die unverständlichen Vorlieben von Vater Frogg reserviert hat.&lt;br /&gt;
Aber Vater Frogg erschien nicht. Nicht beim ersten, nicht beim zweiten und nicht beim dritten Gong.&lt;br /&gt;
Doch, doch, es gibt einen Späteinlass, beruhigte uns die Türsteherin.&lt;br /&gt;
Schon in den ersten Minuten sang Oberst Ollendorf aus voller Kehle &lt;b&gt;Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst&lt;/b&gt;! Und Vater Frogg war immer noch nicht da.&lt;br /&gt;
Dem muss etwas passiert sein! flüsterte Mutter Frogg vernehmlich.&lt;br /&gt;
Dennoch liessen wir das erste Drittel mit seinem Polendekor, mit seinen Hanswurstiaden und Sentimentalitäten so an uns vorüberziehen und entwickelten sogar mildes Interesse am Schicksal unseres Bettelstudenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch in der ersten Pause holte Mutter Frogg ihren Mantel und machte sich auf die Suche nach Vater Frogg.&lt;br /&gt;
Herr T. und ich suchten derweil unsere Sitze wieder auf. Wir übten uns in Sorglosigkeit. Was hätten sie sonst tun sollen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schon hob Oberst Ollendorf wieder an &lt;b&gt;Ich hab sie doch nur&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im selben Moment sah die Frogg im Augenwinkel, etwa dort, wo die Tür war, einen Lichtblitz. Sie drehte sich kurz um, und wen sah sie direkt bei der wieder verschlossenen Tür sich setzen? Mutter und Vater Frogg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Minuten später war zum Glück zweite Pause, und Vater Frogg konnte erzählen, was passiert war: Ein Lastwagen war auf der grossen Kreuzung beim Bahnhof in ihn hineingedonnert.&lt;br /&gt;
Sein Auto hat eine Riesenbeule hinten links. Vater Frogg war unversehrt und erstaunlich guter Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ersparten uns vor lauter Erleichterung den Kommentar, bei der nächsten Operette fahre wohl besser irgendeiner von uns schnell ins Parkhaus, nur nicht Vater Frogg.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-15T17:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/3737134/">
    <title>Fussballchaoten</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/3737134/</link>
    <description>Der Text, den ich hier zum besten gebe, ist nicht ganz aktuell. Die geschilderten Ereignisse haben sich schon am vergangenen Sonntag zugetragen. Aber ich muss ihn trotzdem noch bringen. Er verstopft mir die Gedanken, und bevor ich ihn niedergeschrieben habe, kann ich nichts Neues denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier ist er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sonntag, 18 Uhr&lt;/b&gt;. &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/370564/&quot;&gt;Herr T.&lt;/a&gt; und ich sitzen im Bus Nr. 1 von Kriens Richtung Bahnhof Luzern. Der Bus ist voll, es herrscht Hektik, schliesslich ist Sonntag und bleiernes Schönwetter, Föhnwetter: Neben uns stehen zwei dem breiten Dialekt nach waadtländische Grossfamilien in Wanderhosen. Wahrscheinlich waren sie auf dem Pilatus. An der Scheibe neben meiner Schulter surrt eine Wespe, zu der ich freundliche Distanz halte. Hinter mir sitzt ein Afrikaner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &lt;b&gt;Eichhof&lt;/b&gt; beginnt der Stau, ein hitziger Stau, nervös wie das Wetter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr T. stöhnt. «Jetzt kommen wir doch noch in den Match-Stau!» Er muss mich Fussballbanausin auf Laufende bringen: Der FC Luzern hat eben gegen St. Gallen gespielt. Er hat gerade den Satz fertig, als das erste gepanzerte Polzeiauto auftaucht. In den deutschen Demo-Comics der achtziger Jahre sind gepanzerte Polizeiautos grün und heissen «Grüne Minnas». Hier sind sie blaugrau, und drin sitzen Polizisten mit weissen Helmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die graublauen Minnas haben laute Sirenen, der Adrenalinpegel im Bus und auf der Strasse steigt. Die Wespe an meiner Schulter will nach draussen, findet aber die Fensteröffnung zwei Zentimeter über ihr nicht. Strohdumm, diese Wespen! Die Welschen diskutieren, die Frogg hört etwas von «fupboll» und «ültra».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &lt;b&gt;Pilatusplatz&lt;/b&gt; rückt uns ins Gesichtsfeld. Hier ist der Treffpunkt der lärmenden, graublauen Minnas, und hier steigt der Lärmpegel im Bus. Denn hier wird der ganze Bus Zeuge einer unbewilligten Demo. Eine Menschenschar benutzt die Busspur als Demoroute, und die Schar ist links und rechts, hinten und vorne lückenlos zwischen behelmte Polizisten gepfercht. Wahnsinn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bus fährt im Schrittempo hinter der Demo. «Qui ont-ils joué?!» fragt der Paterfamilias der Waadtländer laut. Er will wissen, gegen wen der FC Luzern gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«St. Galle!» sage ich und weise augenverdrehend auf die Demo, «Mais ici, cest les nôtres. Cest toujours les nôtres.» Auch Fussballbanausinnen wissen schliesslich, unsere Fussballchaoten sind eine Zumutung und zu jedem Blödsinn fähig!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Kurve beim Pilatusplatz werden wir vom Stau aufgehalten und verlieren die Demo aus den Augen. Meine Wespe sucht jetzt Rettung an der Schulter des Afrikaners, der eine blaue, stichsichere Cordjacke trägt. Ich überlege, ob ich ihn trotzdem warnen soll, da entdeckt er sie selber und jault verärgert auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wieso weißt Du eigentlich, dass das unsere Chaoten sind?» fragt Herr T.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Sind doch immer die unseren!» brumme ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt sind wir immerhin schon bei der &lt;b&gt;Kantonalbank&lt;/b&gt;, aber hier hat sich der Verkehrs auf der Kreuzung verkeilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer kämpft sich auf einem viel zu kleinen Velo mittendurch. Sein Hinterkopf kommt mir bekannt vor, und auf seinem blauweissen T-Shirt steht «Mäsi». «He, das ist &lt;a href=&quot;http://www.stadtluzern.ch/Default.aspx?PageId=2141&quot;&gt;Marcel Lingg&lt;/a&gt;!» sage ich zum Herrn T., «SVP-Grossstadtrat Marcel Lingg war am Match!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Herr T. ist schon andersweitig beschäftigt, denn jetzt halten wir am Bahnhof und die Welschen steigen aus. «Vous devez prendre un train?» fragt Herr T besorgt. Die Sorge ist berechtigt. Hier ist der Teufel los. Fussballfans, Fussballchaoten, die ganzen Sonntagsausflügler und dazwischen die Polizei. Keine Chance, hier einen Zug zu erwischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«No, no, on est en voiture», sagt der Paterfamilias der Waadtländer und verabschiedet sich freundlich. Naja, ob es besser ist, den Europaplatz mit dem Auto überqueren zu müssen? Erst jetzt sehen wir nämlich: Hinten, beim KKL, ist der Wasserwerfer der Stadt Luzern in Betrieb. Derjenige, über den das Parlament vor einem Jahr so heftig gestritten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Jetzt sind sicher alle froh, dass man ihn gekauft hat!» sage ich, und einer von den neuen Passagieren im Bus lacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir überqueren die Seebrücke. Der Föhn peitscht den See. Wir sind aus dem Gröbsten raus. Die Wespe an meinem Ärmel ist verschwunden. Und am nächsten Tag wird man in der Zeitung lesen: Ich habe mich geirrt: Die Demo auf der Busspur, das waren nicht die unseren! Das waren die St. Galler! Die hielten hier ihren kleinen unbewilligten Marsch ab! Flankiert von der Polizei, die sie vor den unseren beschützte. Es wird immer  besser!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2007-05-16T18:44:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/923338/">
    <title>Joggen im Unwettergebiet</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/923338/</link>
    <description>Der Typ, der mir entgegengepflügt kommt, trägt blitzweisse Sportschuhe. Unwetter verbinden die Menschen, heisst es und so rufe ich ihm zu: «Wollen Sie Ihre Schuhe sauber behalten? Dann kehren Sie um!» &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nickt und mustert meine verdreckte Sporthose und den Schlamm an meinen Schuhen.  Er hat einen Führerkiefer und dieses Silberhaar, hinter dem die Frogg stets einen fordernden Chef mit BMW vermutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe, wie er heftig nachdenkt. Soll er dreckig werden und seine überlegene Ausstrahlung aufs Spiel setzen? Oder soll er ein ganzer Mann sein und sich durch die Schlammhaufen da hinten wühlen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Aber es ist machbar, oder?» fragt er und man sieht wie er denkt: «Wenn das mollige Lisi hier das geschafft hat, dann kann ich das fünfmal und ohne dreckig zu werden!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur nicken, grinsen und hören, wie er weiter hastet. Er wird sehr dreckig werden. Wir befinden uns auf der stadtfernen Seite des &lt;a href=&quot;http://mypage.bluewin.ch/mcl/rotsee/&quot;&gt;Rotsees&lt;/a&gt;. Der Hang ist hier an einigen Stellen ins Rutschen gekommen. Umgefallene Bäume liegen auf dem Weg. Man muss durch Erdlöcher klettern, um sie zu umgehen. Und Löcher unter freiem Himmel sind hier immer noch mit Wasser gefüllt. Alle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Naja, er wird ein Weibchen zu Hause haben, das ihm seine Schuhe wieder weiss macht», denkt sich die Frogg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt kommt langsam wieder in Ordnung.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>auf den strassen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2005-08-24T12:55:30Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/920186/">
    <title>Das Wasser steigt</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/920186/</link>
    <description>Luzern, ein Uhr morgens. Der Rathausquai sieht aus wie eine Szene aus einem Fellini-Film. Die Reuss steigt, 5 cm pro Stunde, der Quai-Rand ist schon überschwemmt. Unter der Rathauskeller-Arkade ein grosser, runder Tisch. Am Tisch sitzen die Wirte, die Hoteliers und Coiffeur Hugo und seine Frau Franziska, alle haben ihre Lokale am Quai. Total 8 oder 9 Leute. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie trinken Rotwein und sind schon ziemlich fidel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Was soll man machen?&quot; sagt Hotelier Rolf Hilber, &quot;1999 haben wir uns noch aufgeregt. Diesmal wissen wir, wie&apos;s läuft. Wir waren vorbereitet. Haben den ganzen Tag alles aus den Kellern hochgefugt. Aber jetzt? Jetzt sind wir fatalistisch.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Routiniert!&quot; ruft einer und alle beginnen zu lachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Aber Sie dürfen ja nicht glauben, es würde uns Spass machen!&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder Gelächter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Draussen ist die Reuss wieder ein paar Zentimeter gestiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Quai gar nicht mehr passierbar.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
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    <dc:date>2005-08-23T11:16:54Z</dc:date>
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