26
Mrz
2008

Nicht mehr kussbereit

Freunde, das "Journal einer Kussbereiten" ist nutzlos geworden. Ich begann es zu einer Zeit, als ich am Morgen schon beim Aufwachen unglücklich war und beim Gedanken ans Aufstehen geradezu lebensmüde wurde. Inzwischen hat sich einiges geändert. Ich weiss ganz genau, warum ich aufstehe, und ich freue mich auf das, was ich tun werde. Die Tage sind mir sogar zu kurz geworden.

Soll ich jetzt aufhören, hier zu bloggen? Eigentlich müsste ich das tun. Denn mit diesem Blog bin ich nicht richtig glücklich. Er dümpelt in einem Niemandsland zwischen Gesellschaftsspiel, Befindlichkeitsbekundung und literarischem Experiment. Ich habe hier meinen Stil und meine Stimme nie gefunden. Die Frogg hat ihren Humor verloren, ihre dringendsten Themen abgehandelt und ihren Drang zum ausufernden Schwadronieren dem Zwang zur Kürze geopfert.

Und dennoch. Ich glaube, ich bin das, was irgendjemand einmal eine "kompulsive Bloggerin" genannt hat. Wenn ich nicht blogge, bin ich auch nicht glücklich.

Ich werde hier also bei Gelegenheit mein Profil ein bisschen überarbeiten, und dann weitermachen. Vielleicht finde ich ja wieder eine Stimme, einen Stil, eine Dringlichkeit. Auf der Suche danach werde ich das tun, was ich am liebsten tue: Ich werde meine Reisenotizen durchforsten (jene der letzten zwei Wochen) und Euch eine gründliche London-Retrospektive präsentieren.

Trackback URL:
http://froggblog.twoday.net/stories/4815476/modTrackback

canela.wordpress - 26. Mrz, 18:57

dass man sich ab und zu fragt, was das ganze soll, passiert wohl jedem.

aber so wie die menschen unterschiedlich sind, so sind es ihre blogs. jedem köpfchen sein blöggchen, sage ich da nur.
ich persönlich fände es schade, wenn du aufhörst. ich z.b. hatte nie ein konzept für meinen blog. mein blog ist manchmal ich, und manchmal nicht. wann was ist oder sein soll, überlasse ich denen, die lesen möchten.

hauptsache du findest DEINE stimme, DEINEN stil und DEINE dringlichkeit. alles andere ist nicht so wichtig. darum sage ich: auf auf , zu neuen wegen :-)

acqua - 26. Mrz, 23:13

Ich hingegen habe ein Konzept für meinen Blog: Ich schreibe, was mir einfällt. (Na ja. Nicht alles, was mir einfällt, aber einen Teil davon.)
Und ob es einen Zwang zur Kürze gibt weiss ich wirklich nicht so genau. Langatmig sollte man vielleicht tatsächlich nicht werden, wenn man viel gelesen werden will. Aber so lange man kurzweilig bleibt - und das bist du meines Erachtens immer geblieben - darf man auch etwas längere Texte bloggen. Findich.
Mir würde etwas fehlen ohne dein Journal.
pipistrella - 26. Mrz, 20:08

ich lese dich wirklich gerne, auch wenn du glücklich bist :-). bin gespannt, wie deine neue stimme sein wird.

walküre - 26. Mrz, 20:36

Liebe Frau Frogg,

sobald Sie als durchgestylte Blogtussi im Sinne von "sex sells" auf Quotenjagd gehen, fliegen Sie aus meiner Blogroll ! :-)

Mme_Lila - 27. Mrz, 09:09

>>Ich werde hier also bei Gelegenheit mein Profil ein bisschen überarbeiten, und dann weitermachen<<

Mach das. Schüttle und rühre das Innere gründlich durch, mixe es und halte uns auf dem laufenden, was daraus entstanden ist .

katiza - 27. Mrz, 10:04

Frau Frogg,

was soll das - nur schreiben, wenn unglücklich? Ich finde es schön, daran Teil haben zu dürfen, wie Sie sich - in aller Kürze - ihres Lebens an viel zu kurzen Tagen erfreuen. Überarbeiten Sie von mir aus Ihr Profil, aber hören Sie bloß nicht auf kompulsiv zu bloggen.

diefrogg - 27. Mrz, 10:41

Huch!!!

Mit so vielen Rückmeldungen hatte ich ja gar nicht gerechnet! I wasn¨t fishing for compliments, girls! Aber gefreut hats mich natürlich trotzdem! Danke also, und: Ich werde natürlich weitermachen. Kann ja gar nicht anders...

twoblogs - 27. Mrz, 16:04

Warum sollte ein Krise zwischendurch schaden, liebe Frogg? Auch wenn Sie nicht RICHTIG? glücklich sind, haben Sie doch Ihre eigenen Begrenzungen genannt: "Gesellschaftsspiel, Befindlichkeitsbekundung, literarisches Experiment". Aber warum soll das ein „Niemandsland“ sein? Ist das nicht mehr als genug Spielraum?

Ausserdem glaube ich, dass Ihnen da auch das „immer noch ungeschriebenen Buch Die gesammelten Lebensweisheiten der Filomena Frogg“ immer wieder in die Quere kommen könnte. Und alles andere, was Sie schreiben muessen oder wollen. Also vielleicht ist das eine Beschraenkungs- und Ordnungskrise, die die Frage nach der Setzung von Prioritaeten beantwortet. Audrii.

steppenhund - 28. Mrz, 23:57

Wie schade eigentlich um die "Kussbereite". So sehr ich mich für Sie freue, wenn es Ihnen besser geht, war der Titel schon sehr schön zu lesen...

diefrogg - 29. Mrz, 14:24

Tja...

geschätzter Herr Steppenhund, Sie geben mir wirklich zu denken... Ich meine: Ich hielt den kussbereiten Titel ja immer für eine Einladung für Voyeuristen und Sexbesessene. Aber er hatte eben doch etwas... naja, mal gucken... so Titel sind ja schnell zurückgeändert...

seifenblasenpusterin - 1. Apr, 09:09

jetzt erst gelesen... wie schade, denn da sind wir ja zufällig zeitgleich beim in etwa selben thema angekommen. und weil ich genau wie du be- und erkennen muß, eine kompulsive bloggerin zu sein, bin ich auf der suche nach möglichkeiten für die nächste zukunft. etwas in anderem stile, etwas mit anderer zielsetzung, etwas, das weniger zeit raubt - wo ich also nicht gar so geschwätzig daherkomme wie "anderswo"... das später dann irgendwann wieder. (ich merke, ich suche ein interim ;)) herzliche grüße von mir :)

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