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    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
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    <dc:publisher>diefrogg</dc:publisher>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-23T18:00:33Z</dc:date>
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    <title>Journal einer Kussbereiten</title>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/">
    <title>Spaziergang mit Ohropax</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6056868/</link>
    <description>Ich höre wieder besser. Dafür bin ich jetzt umso lärmempfindlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.floraberlin.de/soundbag/sbimages/ohropax.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier sind meine treuesten Begleiter. Ich stecke mir schon so eine Wachskugel ins rechte Ohr, wenn in der Küche Fleisch angebraten wird. Brutzelndes Fleisch - das sind bestimmt 90 Dezibel! Und zum Erstenmal fällt mir auf, wie häufig Ambulanzen an unserem Haus vorbeisirenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch viel schlimmer ist es auf der draussen. Neulich vergass ich meine wächsernen Freunde. Seither könnte ich eine Lärmkarte unserer Stadt für &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperakusis&quot;&gt;Hyperakustiker&lt;/a&gt; zeichnen. Ich kam über Land. Alles ging gut, bis ich zum Waldgürtel am Stadtrand kam. Dort waren Waldarbeiter am Werk. Mit Kreissägen, wenn ich mich nicht irre. Sie liessen sie aufheulen, als gäbe es kein Morgen. Naja, wahrscheinlich stimmt das auch. Schliesslich ist November. Wenn nicht jetzt Bäume und Hecken schneiden, wann dann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 100 Schritte fand ich die erste Baustelle vor. Genau an der Stelle, an der mein Pfad hinein in den Stadtwald führt. Ein Presslufthammer jagte mich fast eine Hauswand hoch.  Ich hielt mir das rechte Ohr zu, schaltete links mein Hörgerät aus und suchte hastig einen anderen Pfad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum hatte ich mich in den Wald gerettet, wurde ich von einem Hund bekläfft. Schaurig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann eine Weile nichts als Vogelgezwitscher. Vogelgezwitscher ist ok. Meistens. Auch Kinder sind ok. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber am Ostende des Stadtwalds bekommt gerade ein Parkhaus zwei neue Stockwerke. Um sie zu bauen, braucht es offenbar Schleifmaschinen. Der Lärm der Schleifmaschinen hallte den Stadtwald herauf, dass es wahrscheinlich auch den Vögeln zu bunt wurde. Ich jedenfalls stakste mit zugehaltenen Ohren durch den Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ich dann noch durch den Stadtverkehr kam, weiss ich nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich nur noch, dass ich vor vielen Jahren einmal eine &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=75340&quot;&gt;Liste der unentbehrlichen Geräusche&lt;/a&gt; geschrieben habe. Das waren noch Zeiten!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-23T17:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6053954/">
    <title>Wieder Cortison</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6053954/</link>
    <description>Nach den &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6051121/&quot;&gt;Abstürzen&lt;/a&gt; der letzten Tage war gestern klar: Ich brauche wieder Cortison. Nochmals Spritzen direkt ins Trommelfell. &quot;Ich glaube, diesen Winter brauche ich ein Spritzenabo!&quot; sagte ich verzagt zum Assistenzarzt Zwei, der mich diesmal im Spital behandelte. Er sagte nichts, sondern ging erst einmal zum Chefarzt. Jetzt bekomme ich nach der gestrigen Spritze noch drei weitere. Das bestärkt meinen Glauben an das Gute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt: Ich fühle mich besser als in den letzten zwei Tagen. Ich lerne gerade, mich wie ein rohes Ei zu behandeln.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-21T13:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6051121/">
    <title>Stille Spaziergänge</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6051121/</link>
    <description>Eins ist bei mir im Moment so sicher wie Hochnebel Mitte November: Auf einen ohrenmässig guten Tag folgt meist ein schrecklicher. Oder wie Frau Frogg schon vor Jahren über ihr Ohrenleiden, die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Meni%C3%A8re&quot;&gt;Meniere&apos;sche Krankheit&lt;/a&gt; gesagt hat: &quot;It always gets better before it gets worse.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel vorgestern: Ich erwachte und hörte beglückt die Heizung in meinem Zimmer. Doch schon nach dem Frühstück verabschiedeten sich sämtliche Zimmergeräusche unter Gedröhn und lauter werdendem Georgel. Mit den Tönen geht jeweils auch meine gute Laune. Sie weicht einem Entsetzen, das mir ins Gesicht geschrieben sein muss, auch wenn ich noch ein normales Gespräch führen kann. Das schliesse ich aus dem besorgten Blick, mit dem mich dann meine Mutter jeweils ansieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem entschloss ich mich am frühen Nachmittag zu einem Spaziergang. Denn ob ich will oder nicht: Ich lebe weiter, auch wenn ich taub bin. Ich stieg auf einen Hügel über der Stadt. Dort spazierte ich durch ein Wohnquartier mit einer wenig befahrenen Strasse. Es war ein fast unreal sonniger Tag, und es war gespenstisch still. Wenn ein Auto vorbeifuhr, dann klang das, als führe es mit Schneeketten. Motorengeräusche hörte ich keine. Und: Ich konnte die Stadt nicht hören, jenes dunkle Hallen und Brummen, das wie eine Glocke über grösseren Siedlungen liegt und auch auf den ruhigen Vorortshügeln stets an den Betrieb im Tal erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Strassenseite redete ein alter Mann mit seinem Hund. Er bewegte den Mund, und ich hätte ihn eigentlich hören müssen. Sein Gesicht war zu einer seltsam beredten, grotesken Fratze verzogen. Mir fiel Goya ein. Nachdem der Meister taub geworden war, malte er solche Bilder:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://cr.middlebury.edu/public/spanish/sp371/images/esperpento/goya_viejos.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich verstand ich, wie man die Welt so sehen kann. Ich tröstete mich damit, dass diese Gemälde heute als Meisterwerke gelten. Vielleicht bringt ja auch die Frogg mit geschwächtem Gehör eines Tages noch etwas Vernünftiges zu Stande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern war dann alles ganz anders: Ich hörte den ganzen Tag bestens. Spazieren ging ich schon am Morgen, hinunter zum &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=82240&quot;&gt;Göttersee&lt;/a&gt;. Diesmal packte ich die Sache ganz anders an: Ich nahm Ohropax mit. Denn ich weiss unterdessen, dass mir der Lärm der Züge, die dort unten im Fünfmiutentakt vorbeidonnern, furchtbar in den Ohren wehtut. Ich ging fast den ganzen Weg mit Ohropax. Es war wunderbar. Stille ist etwas Wunderbares, wenn man sie selber wählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst spät am Abend nach längerem, leisem Schwindel stürzte das Gehör wieder ab. Heute ist wieder ein schlimmer Tag.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-19T15:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6044408/">
    <title>Kämpferisches Bücherorakel</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6044408/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://acqua.twoday.net/&quot;&gt;Acqua&lt;/a&gt; hat mich auf die Idee gebracht, im Zusammenhang mit meinem labilen Gesundheitszustand wieder einmal das Bücherorakel in Anspruch zu nehmen. (Wie es geht: &lt;a href=&quot;http://acqua.twoday.net/stories/3121536/#3134312&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage lautete: &lt;b&gt;Wie werde ich wieder gesund?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Antwort: &lt;i&gt;&quot;In diesen Romanen wurde entweder über die jüngste Weimarer Vergangenheit berichtet (Kapp-Putsch bei Marchwitza, Ruhrkämpfe bei Grünberg), oder es wurden über die aktuellen Konflikte in Betrieb (Maschinenfabrik N &amp; K) und Strassenzelle (...) Zeugnis abgelegt oder ein so zentrales soziales und politisches Thema wie der Paragraph 218 in den Mittelpunkt gestellt.&quot;&lt;/i&gt; (Quelle: J. B. Metzler: DeutscheLiteraturGeschichte, Stuttgart, 1984, S. 334).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patientin Frogg schreitet zur Exegese und sagt hiermit zu Acqua: &quot;Du hast gestern also Recht gehabt! Ich brauche ein Projekt - zumindest, so lange ich krank geschrieben bin. Danke für gleich zwei gute Ratschläge!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur: Wie soll dieses Projekt aussehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ist es der Krimi?&lt;/b&gt; Nun... Der Krimi ist ein ambitiöses Projekt. Ich gebe ihm  zu einem Teil die Schuld für den Zusammenbruch meiner Gesundheit. Auf der anderen Seite: Der Gedanke an meine beiden Helden macht mich richtig glücklich. Was machen bloss die liebeskranke Journalistin Marlene Fuchs und der übergewichtige Kunstbuchautor Edi Emmenegger ohne mich?&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Oder ist es wieder mal ein Reise-Blog?&lt;/b&gt; Diesmal einer, der meinen kürzlichen viertägigen Trip ins nahe Kantonsspital in der allseits beliebten frogg&apos;schen Form beschreibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Oder soll ich doch endlich meine Autobiografie in Blog-Form niederschreiben?&lt;/b&gt; (&quot;Neein!&quot; ruft da eine innere Stimme, &quot;Das würde ja aussehen, als stürbest Du bald! Aber soweit ist es doch auf keinen Fall!&quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Ihr seht: Die Frogg ist wieder mal im Dilemma. Gute Ratschläge, Wünsche und Bestellungen sind diesmal willkommen. Morgen Mittag entscheide ich!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-15T14:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6043267/">
    <title>Zermürbende Berg- und Talfahrt</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6043267/</link>
    <description>Ach, war das ein schöner Tag &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/6039828/&quot;&gt;neulich&lt;/a&gt;! Leider folgte gestern eine weitere Talfahrt. Und heute Morgen war ich dann wieder in luftigen Höhen. Ich hörte alles, naja fast alles! Wie wunderbar zart und voller Klänge die Welt doch war! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächste Talfahrt begann um die Mittagszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der gestrigen Talfahrt war ich noch einmal im Spital. Der Arzt dort, ein kluger Arzt, hat endlich begriffen: Wenn ich sage, ich sei am Rande eines Nervenzusammenbruchs, dann ist das keine Redensart. Dann ist das schier unerträgliche Realität. Ich kämpfe gegen die Panik, das Zittern, die Erschöfpung mit allem, was ich weiss und habe: mit Atemübungen, mit einem Antidepressivum, mit regelmässigen Spaziergängen, mit der Hilfe meiner ganzen Verwandt- und Bekanntschaft. Und doch halte ich den totalen Kollaps nur knapp auf Armeslänge. Sagen wir, auf Unterarmeslänge. Das ist eigentlich auch nicht überraschend, dauert doch dieser Chilbetrieb in meinem Kopf jetzt doch schon mehr als einen Monat! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein längst pensionierter Hausarzt hat einmal gesagt: &quot;Taubwerden ist etwas vom Schwierigsten, was es gibt. Leute, die taub werden, werden fast verrückt. Die leiden während der Ertaubung psychisch viel mehr, als solche, die blind werden.&quot; Ich fragte ihn, warum. Er konnte es nicht erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiss jetzt, warum. Aber ich kann es auch nicht erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so bekam ich bekam diesmal vom klugen Ohrenarzt keine Cortison-Spritze, sondern ein Schlafmittel. Damit ich mich ein wenig erholen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem sagte er: &quot;Frau Frogg, bleiben Sie gelassen! Denken Sie immer an das, was ich Ihnen jetzt sage: Sie können den Lauf der Dinge nicht aufhalten!&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-14T15:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6039828/">
    <title>Zustandsmeldung</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6039828/</link>
    <description>Es geht besser als gestern. Erstaunlich viel besser. Der Hörtest am Morgen zeigte rechts ein praktisch normales rechtes Ohr. &quot;Ihnen hat jemand die Hand aufgelegt&quot;, sagte Herr Oberarzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit liegt er nicht ganz falsch. Aber die Geschichte erzähle ich Euch ein andermal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Moment bin ich auf Erholungsurlaub. Ich höre - ganz leise und nicht zu lang - Musik. Zum Beispiel den Song hier - weil die Frau die Stimme eines Engels hat, der einen unbedingt im Diesseits der Hörenden behalten will:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/x25F3-sR2Yo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/x25F3-sR2Yo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6038094/">
    <title>Stille, Dröhnen</title>
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    <description>Ein neuer Absturz. Da draussen nur Stille und Dröhnen. Ich kann kaum noch Radio hören, kaum noch fernsehen, mit knapper Not telefonieren. Die Ärzte sagen, ich solle mich schonen und wollen es morgen nochmal mit Cortison probieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich tue mein Bestes.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-11T14:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6035732/">
    <title>Klartext von den Ärzten</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6035732/</link>
    <description>Zuerst das Positive: &lt;br /&gt;
1) Ich höre insgesamt merklich besser als bei meinem letzten Eintrag. &lt;br /&gt;
2) Im Moment höre ich rechts sogar annähernd 95 Prozent. &lt;br /&gt;
3) Ich weiss jetzt, wie sich ein etwas schwererer Hörsturz anfühlt. Ich habe gelernt: Sowas ist unangenehm, aber man stirbt nicht daran.&lt;br /&gt;
4) Ich habe in der letzten Wochen unglaublich viel Mitgefühl und grosse Freundlichkeit erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Welt alles alles andere als in Ordnung. Denn:&lt;br /&gt;
1) Die Ärzte haben Klartext gesprochen: &quot;Wir geben Ihnen jetzt Cortison-Injektionen direkt ins Trommelfell, Frau Frogg,&quot; sagte der Oberarzt, &quot;Damit können wir das Gehör der meisten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Meni%C3%A8re&quot;&gt;Meniere&lt;/a&gt;-Patienten wieder herstellen. Der meisten. Aber Sie müssen sich darüber im Klaren sein: Das Ohr braucht jedes Mal länger, um sich zu erholen. Nach und nach wird die Hörkurve Ihres rechten Ohrs wohl derjenigen Ihres linken Ohrs immer ähnlicher werden.&quot; Was so viel heisst wie: Auch mein rechtes Ohr hat einen wahrscheinlich wechselvollen und hoffentlich langen Abstieg in die praktische Taubheit angetreten.&lt;br /&gt;
2) Wenn es sich dabei gleich benimmt, wie mein linkes Ohr, dann könnte das in einem ersten Schub sehr schnell gehen. &lt;br /&gt;
3) Vieles deutet darauf hin, dass das rechte Ohr sich jetzt wie das Linke verhält: Zum Beispiel die Tatsache, dass es abends in den letzten Tagen immer wieder abgestürzt ist - trotz viel Cortison.&lt;br /&gt;
4) Diese abendlichen Abstürze haben mich ein paarmal schier in einen Nervenzusammenbruch getrieben. Ich schlafe schlecht. Folge: Ich bin völlig erschöpft.&lt;br /&gt;
5) Das alles wirft eine Menge Fragen auf. Die Vordringlichste: &lt;b&gt;WAS SOLL JETZT AUS MIR WERDEN???&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf wussten die Ärzte auch keine Antwort.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-10T09:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6018800/">
    <title>Ab ins Spital</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6018800/</link>
    <description>Freunde, da dies auch eine Chronik meiner Meniere-Erkrankung ist, und ich nicht viel Zeit habe, mache ichs jetzt kurz und banal: Ich bin auf dem Weg ins Spital. Die Gehörverlust ist so schlimm geworden, dass ich in meinen vier Wänden bei absoluter Umgebungsstille kein vernünftiges Gespräch mehr mit Herrn T. fühlen kann. Ich verreise also für vier oder fünf Tage. Ohne Computer. A piu tardi.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-30T11:44:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6016898/">
    <title>Hörsturz: Rückfall</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6016898/</link>
    <description>Habe ich gestern nicht vollmundig behauptet, ich würde nun wieder gesund? Nun: Die Realität hat mich eines Besseren belehrt. Ich weiss nicht, woran es lag. Lag es daran, dass die eigentlich immer noch ein bisschen rekonvaleszente Frau Frogg gestern eine geschlagene Stunde an ihrem Krimi arbeitete? Oder daran, dass sie die Unverfrorenheit hatte, später den Zug ins nicht allzu ferne Zürich zu nehmen? Dass sie dort eine Stunde lang in der Englischen Buchhandlung stöberte und wieder einmal viel Geld ausgab? Dass ich mich dann mit einer alten Freundin zu einem köstlichen Essen im &lt;a href=&quot;http://www.smagoo.ch/p/3406/2/0/&amp;company=Bona_Dea&quot;&gt;Bona Dea&lt;/a&gt; traf. Dabei war das Essen nicht nur gut, sondern so gesund, dass Körnlipickerin Frogg nicht einmal in einer ihrer radikalsten Gesundesser-Phasen einen Makel daran gefunden hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiss es nicht. Ich weiss nur: Schon als ich in Zürich ankam, erkannte ich die Signale: Der Bahnhof gurgelte. Im Buchladen hörte ich den Verkehr draussen nur noch kiechzen. Der Kühlschrank im Bona Dea donnerte. Auf der etwas verfrühten Rückfahrt klang sogar das Geräusch des fahrenden Zuges dünn. Und als ich nach Hause kam, fand ich Herrn T. mit seltsam tonloser Stimme vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mich sofort zur Ruhe, aber an so etwas wie richtigen Schlaf war nicht zu denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute morgen geht es jetzt immerhin wieder so gut, dass ich mich bis jetzt nicht zum Ohrenarzt aufgemacht habe. Aber da ist noch dieses ungemütliche Dröhnen. Ich weiss nicht, ob das die Nachhut des Hörsturzes von gestern ist. Oder die Vorhut des nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache macht mir Angst, das könnt Ihr mir glauben. Wenn&apos;s ums Kranksein geht, hat Frau Frogg so etwas wie eine Dramaturgie im Kopf: Man erkrankt. Man leidet und trinkt Tee. Man geht (wenn nötig) zum Arzt. Der gibt einem irgendetwas, was man schlucken kann. Dann wird man wieder gesund. Im schlimmsten Fall gibt es einen Rückfall oder eine zögerliche Rekonvaleszenz. Aber doch nicht dieses zermürbende Auf und Ab!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Freundin ist eine kluge Frau, die viel gesehen hat. &quot;Manchmal&quot;, sagte sie, &quot;manchmal können wir einfach nicht verstehen, was uns geschieht.&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-29T10:13:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6014913/">
    <title>Krimi ganz neu</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6014913/</link>
    <description>&quot;Nein, das kannst Du nicht machen! Du kannst Deinen &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5942345/main&quot;&gt;Krimi&lt;/a&gt; nicht wegschmeissen! Du kannst die Arbeit von drei Jahren nicht einfach vernichten!&quot; so sprach meine Freundin &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/488622/&quot;&gt;Helga&lt;/a&gt; Mitte September. Man muss Helga immer ernst nehmen, wenn sie etwas sagt. In diesem Fall aber besonders, denn sie ist bislang die einzige meiner Bekannten, die einen lesenswerten Roman geschrieben hat (leider - noch - unveröffentlicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch sagte ich: &quot;Doch, kann ich!  Weisst Du: Ich kann das Ding nicht mehr sehen, und es ist grottenschlecht! Ausserdem habe ich eine viel bessere Idee, wie ich das Ganze anpacken soll. Und sei versichert: Ich schmeisse nicht alles weg. Ich zerlege einfach alles in seine Einzelteile und setze es neu zusammen.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Helga liess nicht locker. Da sagte Frau Frogg: &quot;Also gut, Helga! Ich schicke Dir jetzt das Ding! Lies es, dann weisst Du, wovon ich rede.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war froh, dass ich ihr das Buch schicken konnte. Den ich war ich war im Grunde nicht sicher, was ich wollte. Ja, ich hatte eine Idee gehabt, wie ich das traurige alte Ding demontieren und aus den Trümmern etwas Neues bauen könnte. Sie war sogar so gut, dass ich Anfang September eine ganze Fahrt im TGV von Paris nach Basel notiert und notiert und notiert hatte. Und zuvor schon eine halbe Nacht lang. Aber das neue Projekt bedeutete noch einmal zwei bis drei Jahre Arbeit. Gab es keinen einfacheren Weg?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich meinen Krimi nach Deutschland gemailt hatte, liess ich mich gehen. Ich genoss das Wetter und die Umstände und verspürte das erste Mal in meinem Leben eine geschlagene Woche keine Lust zu schreiben. Nicht ein einziges Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hatte ich zwei Hörstürze. Ihr kennt die Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, letzten Montag, telefonierte ich mit Helga. Sie hatte den ganzen Papierberg gelesen und getreulich korrigiert. Und sie sagte: &quot;Die ersten zwei Kapitel sind klasse. Das ist etwas vom Besten, was ich aus der Schweiz gelesen habe.&quot; Was nicht viel heissen will, den Helga hat zwar fast zehn Jahre in der Schweiz gelebt. Aber sie verachtet im Grunde die Schweiz - so, wie die meisten anderen Deutschen in der Schweiz. Sie hat ausser Novellen von Conrad Ferdinand Meyer, der &quot;NZZ&quot; und dem &quot;Blick&quot; seinerzeit nicht sehr viel &quot;aus der Schweiz&quot; gelesen. Dann sagte sie: &quot;Aber die anderen drei Kapitel, Frau Frogg, ehrlich gesagt, die anderen drei Kapitel funktionieren nicht!&quot;  Sie erklärte mir dann auch, warum, und das war das beste am ganzen Gespräch. Denn es erklärte mir das, was ich im Grunde wusste - ohne es in Worte fassen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit diesem Gespräch glaube ich, dass ich wieder gesund werde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich habe angefangen, an meinem neuen Projekt zu arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer aber das erste Kapitel meiner Unveröffentlichten lesen will, kann sich bei mir melden. Ich schenke es ihm gern zu Weihnachten!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>bei Freunden</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-28T09:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6008000/">
    <title>Hendrix in der Südostbahn</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6008000/</link>
    <description>Für Nicht-Kenner der schweizerischer Eisenbahnen: Die Südostbahn ist ein Zug, der von Luzern ostwärts durch nicht enden wollende Berg- und Hügellandschaften kriecht. Idyllisch bei schönem Wetter. Am Arsch der Welt bei Hochnebel. Gestern lag dicker Hochnebel. Die Frogg betrachtete aus dem Fenster des Zuges Bauernhöfe und zubetonierten Landstädtchen, stichfest konserviert in grauem Gelee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wattwil setzt sich eine 16-Jährige zu mir ins Abteil und greift zum Handy. Sie ruft zu Hause an.  Aber ihr Ton legt nahe: Sie besucht irgendwo eine Managerschule, und jetzt gerade übt sie Personalführung nach Lehrbuch mit den Leuten zu Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Und irgendöpper mue no go &lt;a href=&quot;http://www.knorr.ch/produkte-uebersicht.aspx?ProductId=50&quot;&gt;Schtocki&lt;/a&gt; chaufe&quot;, gebietet sie ihrer Schwester, ihrem Bruder oder ihrem Papi.&lt;br /&gt;
&quot;Jo i waiss, mier chönted au Nüdeli mache, aber waisch, i finde...&quot; hier schraubt sich ihr Ton auf die süsslichen Höhen der Motivier-Stufe 10 für unzuverlässiges, aber leicht manipulierbares Personal, ...i finde aifach, Schtocki isch so öppis Guets!&quot;*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Punkt greife ich zu meinem MP3-Player. Inzwischen habe ich Fortschritte gemacht und ihm ein paar Alben einverleibt. Dabei habe ich geradezu gierig Werke aus meiner Vinylphase ins virtuelle Einkaufwägeli gepackt. Solche, die bei Frau Frogg nicht zuletzt aus technischen Gründen lange Jahre dem Vergessen anheim gefallen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich beginne gerade zu denken, wie schade es sei, wenn so junge Leute schon so strebern müssen wie mein Gegenüber. Da gewittern mir die ersten Akkorde von &quot;All Along The Watchtower&quot; ans Trommelfell.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/bng3agUOYiI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/bng3agUOYiI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt denke ich vorerst gar nichts mehr. Der Song ist noch besser als ich ihn in Erinnerung hatte. Er ist eine Offenbarung. Seit Jahren habe ich mich nicht mehr so genau richtig, so genau wie ich selber gefühlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe viele Jahre lang wenig Musik gehört - weil ich viel gearbeitet habe. Und wegen meines Ohrenleidens. Weil ich immer dachte: Je weniger ich weiss, desto weniger werde ich vermissen, falls ich einmal taub werde. Vielleicht liegt es auch daran, dass mich der Song vor Glück fast durch die Zugdecke katapultiert. Nach so vielen Jahren Musik-Entzug... Ich werde meinen Approach ändern müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später denke ich dann wieder über die Jungmanagerin in meinem Abteil nach. Ich denke, dass es eigentlich genau umgekehrt sein sollte. Die 16-Jährige sollte sich in die bessere Welt des Sounds donnern lassen. Ich, die 44-Jährige, sollte die Dinge im Griff haben und ihre Brut zu Hause herumorganisiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist nun mal so rum. Und es ist gut so. Ja, es ist gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu Deutsch: &quot;Irgendjemand muss noch Stocki (Kartoffelpüree zum Anrühren), einkaufen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ja, ich weiss: Wir könnten auch Nudeln kochen. Aber ich finde einfach, Stocki ist so etwas Gutes.&quot;</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-23T20:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/6002480/">
    <title>Grauenhaft komischer Roman</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/6002480/</link>
    <description>In Londoner Buchläden muss man ja immer drei Bücher für den Preis von zwei kaufen. So kam ich letztes Jahr zu diesem Titel. Er war das nachlässig ausgewählte Anhängsel zu einem Duo, das ich unbedingt wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.pageandblackmore.co.nz/images/images_product/0141026995.jpg&quot; alt= &quot;width=80%&quot; /&gt;  Auf deutsch heisst es &quot;Caravan&quot;. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich das Ding noch lesen würde. Aber letzte Woche wurde der Lesestoff in Frogg Hall &lt;a href=&quot;http://froggblog.twoday.net/stories/5993648/&quot;&gt;krankheitsbedingt&lt;/a&gt; etwas knapp, und so machte ich mich schliesslich doch an des Werk der ukrainisch-stämmigen Engländerin Marina Lewycka. Ich war angenehm überrascht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lewycka macht eine romantische Komödie aus einem Thema, das wir eher in einem dokumentarisch gehaltenen Problemfilm erwarten: dem Schicksal von papierlosen Wanderarbeitern in Westeuropa. Die jungen Ukrainer Irina und Andryi lernen sich beim Erdbeerpflücken auf einem Feld in Kent, Südengland, kennen. Von dort aus setzen sie mit einem zugelaufenen Hund zu einer Reise gen Norden an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch herrschen blanker Hunger und gezielte Fehlernährung. Da lauern an jeder Ecke Gauner, die nur darauf gewartet haben, mit ahnungslosen Immigranten ein profitables Geschäft zu machen. Da liest man von grauenhaften Zuständen auf einer Hühnerfarm. Der widerliche Mädchenhändler Vulk ist Irina auf den Fersen. Und die Erinnerungen der Protagonisten an die ukrainische Heimat sind  alles andere als rosig. Und doch ist der Roman ungeheuer komisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irina und Andryi treffen jede Menge Figuren - Migranten wie sie oder Einheimische. Alle haben keinen Schimmer darüber, wie es um die Welt rundum wirklich bestellt ist (Irina und Andryi zunächst auch nicht). Die Beschränktheiten jeder einzelnen Figur stellt Lewycka sprachlich brillant dar - bis hin zum Hund. So  entsteht ein auf immer wieder verblüffende Weise ironisiertes Bild dieser schonungslos brutalen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutschsprachigen Kritikern gefiel das &lt;a href=&quot;http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11185&amp;ausgabe=200710&quot;&gt;im allgemeinen&lt;/a&gt;. Die britische Kritik, schwarzem Humor gegenüber sonst ziemlich tolerant, gab sich zart besaitet. Man dürfe nicht in diesem leichten Ton über so schwere Themen schreiben, findet etwa der &lt;a href=&quot;http://www.guardian.co.uk/books/2007/apr/01/featuresreviews.guardianreview&quot;&gt;Guardian&lt;/a&gt;. Da mache sich jemand über die Schwächsten lustig, findet eine Kommentatorin auf &lt;a href=&quot;http://www.amazon.co.uk/Two-Caravans-Marina-Lewycka/dp/0670916374&quot;&gt;amazon.com&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe das anders: Man darf. Denn über Andryi und Irina lacht man bald nicht mehr. Sie beweisen Stehvermögen in widrigsten Umständen. Sie sind tapfer. Sie lernen. Die bleiben nicht als Figuren in Erinnerung, über die man lacht, weil sie naiv sind. Sie sind Figuren der Hoffnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und übrigens: Eine ultrarealistische Abhandlung über die Zustände auf  Hühnerfarmen hätte ich wahrscheinlich in meinem Zustand gar nie gelesen. Nach diesem Buch aber werde ich mir gut überlegen, welches Poulet ich nächstes Mal im Cööpli kaufe.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>vorm buechergestell</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-20T16:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5998696/">
    <title>Ich werde gesund!!!</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5998696/</link>
    <description>Mitten in der Nacht auf gestern wachte ich vom sattsam bekannten Dröhnen im rechten Ohr auf. Ich geriet in Panik. Mein Ohrenarzt hatte mir zwar seine Handynummer gegeben. Aber wenn mein Ohr jetzt schon wieder dröhnte, dann hatte es gar keinen Sinn, ihn anzurufen: Dann hatte auch er nichts mehr in der Hand gegen die Taubheit. Denn das Dröhnen, ja, ich kenne es mittlerweile: Es ist der Vorbote, der monströse Begleiter, die hartnäckige Nachhut der Taubheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaffte es trotzdem, noch ein paar Stunden zu schlafen. Dann stand ich auf und dachte darüber nach, was ich tun sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und plötzlich wusste ich: Ich habe gar keine Alternative als gesund zu werden. Ich muss gesund werden, dachte ich. Was immer mich in dieses Schlamassel gebracht hat, es war ein Irrweg. Ich will gesund werden, und ich kann es durch nichts als meine eigenen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich setzte mich aufs Sofa und horchte. Von Sofa aus hörte ich den Kühlschrank - noch - heimelig surren, es ist ein dreistimmiges Surren, wir haben einen Electrolux IK 275. Die tiefste Stimmte gurgelte, ein schlechtes Zeichen. Ich sass da und zwang den tiefsten Ton des Kühlschranks zu mir her, mit schierer Willenskraft. Es ging. Aber es war sehr, sehr anstrengend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ganzen Tag liess ich keinen anderen Gedanken zu als den: Ich will gesund werden. Ich hatte Besuch (danke, Veronika!), ich ging schnell ins Büro, ich schlief ein bisschen, ich hörte Musik, und ich dachte: Ich will gesund werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat funktioniert. Ich höre. Bis jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es braucht Kraft. Und es kann nicht schaden, wenn Ihr mir ein wenig die Daumen haltet, damit ich es weiter schaffe.</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>im Meniere-Land</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-18T12:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://froggblog.twoday.net/stories/5996237/">
    <title>Cortison, Sex, Rock&apos;n&apos;Roll</title>
    <link>http://froggblog.twoday.net/stories/5996237/</link>
    <description>Wer krank ist, darf Dinge, die ein Gesunder nicht darf. Zum Beispiel &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=211377&quot;&gt;tröstliche, aber etwas unbedarfte Bücher&lt;/a&gt; lesen. Solche, die ein gebildeter Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte vielleicht nicht lesen würde. Trivialliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich darf man auch etwas befremdliche Musik hören, wenn man gerade krank geschrieben und mit Drogen wie Cortison vollgepumpt ist.  Musik hören tue ich auf jeden Fall. Denn Kühlschränke und Abwaschmaschinen, so schön sie sind, reichen der Frogg im Moment nicht mehr. Nein. Zur Zeit denkt sie: Vielleicht wird meine Zeit zum Musikhören knapp. Also muss ich mir einen Vorrat anlegen. Unvergessliche Songs. Songs fürs Leben. Ich suche sie auf dem Internet und will sie eigentlich auf meinen neuen MP3-Player herunterladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich lasse mich ablenken und lande immer wieder auf irgendwelchen YouTube-Videos. Zum Beispiel auf diesem hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/M5QxPqpQH_M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/M5QxPqpQH_M&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe es mir sicher schon dreimal angesehen - nebst einer Reihe anderer Videos von Zeppelin. Wie besessen. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Denn natürlich, in den achtziger Jahren liebte die Frogg &lt;a href=&quot;http://www.mytagebuch.de/profil.php?action=eintrag&amp;id=7075&amp;eid=84243&quot;&gt;Heavy Metal&lt;/a&gt;. Natürlich schüttelte sie damals im Fliegerschuppen im Vorort ihre schwarzbraun flackernde Mähne zu &quot;Whole Lotta Love&quot;. Aber ein Song fürs Leben war das damals nicht, und heute bin ich für sowas eigentlich zu reif. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum also? Ja, klar. Das Ding ist schierer Sex, gut inszenierter Sex. So entdecke ich hier, was ich als Teenager verpasste, weil unsereiner ja die Sexgötter von anno dazumal noch nicht auf YouTube sehen konnte - sondern nur ausnahmsweise (falls es sie noch gab) in einem biederen Fernsehstudio. Ausserdem ist das Video ein ziemlich guter Mitschnitt von einem ziemlich guten Gig, das werden Kenner bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber da ist noch etwas anderes, und schliesslich verstand ich es: Der Song ist basslastig. Und genau von den Bässen brauche ich einen Vorrat. Ich könnte die ganze Nacht lang Bässe hören. Sie streicheln mein Ohr. Sie geben mir Herzklopfen. (Damit Ihr Euch keine Sorgen macht: Natürlich höre ich das Zeug mit stark heruntergedrehtem Ton!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch etwas: Wenn dieses ekstatische Krächzen von Robert Plant den Raum zerschneidet, dann erinnere ich mich plötzlich, dass in meinem verängstigten Körper einmal eine verrückte, wütende, hungrige Seele steckte. Es muss doch möglich sein, sie wieder ins Leben zurückzulocken!</description>
    <dc:creator>diefrogg</dc:creator>
    <dc:subject>das bin ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 diefrogg</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-16T16:30:00Z</dc:date>
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